Willkommen in Wien ist ein österreichisch-deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2010 von Nikolaus Leytner.

Handlung Nachdem sein Partner Hintermeier vor ein paar Monaten erschossen wurde, bekommt der im Bereich Einbruch und Diebstahl arbeitende Wiener Polizist Albert Schuh von seiner Chefin einen neuen Partner zugeteilt: den ehrgeizigen jungen Deutschen Thorsten Richter. Dies passt Schuh gar nicht, denn Richter stellt nicht nur die korrupte Vorgehensweise von Schuh infrage, er mischt sich auch in dessen private Ermittlungen zum Fall Hintermeier ein. Da Schuh eine gute Aufklärungsquote hat, bringt es Richter nichts, diesen wegen seines korrupten Verhaltens bei der Chefin anzuschwärzen. Schuh gibt Richter, der lieber Mordermittlungen machen würde, meist unangenehme Aufgaben. So muss er unter anderem in einem Sex-Hotline-Center, in dem eingebrochen wurde, verdeckt als Telefonist arbeiten.

Richter beobachtet zufällig einen Einbruch im Antiquitätenladen des russischen Geschäftsmanns Andropow, der jedoch behauptet, es sei nichts gestohlen worden. Schuh findet unterdessen heraus, dass die Tätowierungen, die Hintermeiers Mörder an den Fingern hatte, aus Russland stammen. Als später am Tatort eines Einbruchs ein junger Mann namens Marko erschossen wird und Richter auf dessen Handy Fotos von Andropow findet, vermutet er einen Zusammenhang zwischen den Fällen. Dann wird beim „schnellen Rudi“, dem Einbrecherkönig Wiens und Freund Schuhs, eingebrochen. Dieser gesteht Schuh am Telefon, dass er und Marko bei Andropow Ikonen gestohlen und in die Donau geworfen haben. Während des Anrufs wird Rudi in seiner Wohnung erschossen, was Schuh sichtlich bewegt. Das Verhältnis zwischen Schuh und Richter verbessert sich und beide ermitteln gemeinsam. Später unterstützen sie sich auch gegenseitig bei ihren Liebesproblemen.

Richter entdeckt auf einer Internetseite anhand der Tätowierungen Hintermeiers Mörder und findet in Hintermeiers Schreibtisch einen versteckten Schlüssel. Im Spind eines Schwimmbads sind Fotos hinterlegt, die Andropows Verwicklungen in den Waffen- und Drogenhandel und Hintermeiers Mörder zeigen. Die Staatsanwaltschaft möchte allerdings nicht gegen einen angesehenen Bürger ermitteln. Schuh sucht Andropow auf und droht ihm, dieser lässt ihn zusammenschlagen, wobei Schuh schließlich zu Richter fliehen kann. An einer Ikone, die Marko seiner Vermieterin geschenkt hat, findet Richter mit seinem kriminaltechnischen Geschick heraus, dass diese aus Heroin besteht. Weitere Indizien sprechen dafür, dass der Sektionschef Hubinek aus dem Innenministerium in die Geschäfte verwickelt ist.

Schuh hat sich, ohne Richter etwas zu sagen, im Schwimmbad mit Andropow verabredet, um ihm die Unterlagen zu überreichen. Allerdings bringt er nur leere Blätter und sagt Andropow, er „scheiße“ auf sein Geld. Als Andropows Schergen Schuh ertränken wollen, kommt Richter mit der Polizei gerade noch rechtzeitig dazu und rettet ihm das Leben.

Produktion Die Dreharbeiten fanden vom 10. Mai bis zum 12. Juni 2010 in Wien und Umgebung statt. Von dem Film wurden zwei verschiedene Fassungen erstellt, eine „Hardcore-Version“ mit Originaldialekt sowie eine, die für das deutsche Publikum passagenweise mit gemäßigtem Dialekt nachsynchronisiert wurde.

Rezeption Das Lexikon des internationalen Films gibt Willkommen in Wien 2,5 von 5 möglichen Sternen und schreibt, der Film sei eine „Kriminalkomödie, die ihren Reiz aus dem Aufeinanderprallen von Wiener Schmäh und deutscher Überkorrektheit bezieht“.

Rainer Tittelbach vergibt auf tittelbach.tv fünf von sechs Sternen. Für den Kritiker ist der Film eine in vielerlei Hinsicht vorbildliche deutsch-österreichische Koproduktion. Die Produktion verlasse im Verlauf immer mehr das wohlbekannte Buddy-Muster und setze eine Aura von Wien auf die Geschichte. Der Film stecke voller Zwischentöne, sei gespickt mit köstlichen Kleinigkeiten und lebe vom Dialekt – selbst in der fürs ZDF produzierten Softcore-Variante. Willkommen in Wien bereite ein vielschichtiges Seh- und Hörvergnügen.

Die Redaktion von TV Spielfilm gibt dem Film einen Daumen nach oben und bezeichnet den Film als „[s]kurrile[n] Krimi mit einer Extraportion Schmäh“.

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Einzelnachweise

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