Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (Apronym BUND) ist eine nichtstaatliche Umwelt- und Naturschutzorganisation mit Sitz in Berlin. Er ist das deutsche Mitglied des internationalen Naturschutznetzwerkes Friends of the Earth und Teil des Deutschen Naturschutzrings (DNR). Der BUND ist einer der größten Umwelt- und Naturschutzverbände in Deutschland; Vorsitzender ist Olaf Bandt.

Der Verein wurde am 20. Juli 1975 als „Bund Natur und Umweltschutz Deutschland e. V.“ von 21 Umweltschützern, darunter Bodo Manstein (1. Vorsitzender), Horst Stern, Bernhard Grzimek, Hubert Weinzierl, Gerhard Thielcke, Herbert Gruhl, Hubert Weiger sowie Enoch zu Guttenberg unter maßgeblicher Mithilfe des Bundes Naturschutz in Bayern in Marktheidenfeld gegründet. 1977 erfolgte die Umbenennung des Vereins in den heutigen Namen.

Der BUND ist mit rund 470.000 Mitgliedern (und rund 180.000 Spendern) (Stand 2019) einer der großen Umweltverbände Deutschlands. Vom Staat ist er als Umwelt- und Naturschutzverband (im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes) anerkannt und muss daher bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört werden. Außerdem verfügt er aus dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz über ein Verbandsklage-Recht.Bund-Magazin 02.19, S. 6.

Der BUND sieht sich seit Jahren in der Rolle des kritischen Mahners und Beobachters, der umweltpolitische Defizite aufdeckt, politischen Lobbyismus leistet und die Öffentlichkeit aufklärt. Er fragt etwa danach, wie erneuerbare Energien ausgebaut werden können, wie Flüsse und Seen vor Schadstoffen geschützt werden können, wie Strahlenbelastungen reduziert werden können und wie der Naturschutz forciert werden kann. Der Verein fordert eine Kehrtwende in der Agrarpolitik. Aktionen und Kampagnen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene führten zur Erhaltung von Moorgebieten, zur Mobilmachung gegen die Atomkraft und zur Werbung für umwelt- und gesundheitsverträgliche Produkte.

Der BUND ist einer der 56 qualifizierten Verbraucherverbände in Deutschland, die eine Musterfeststellungsklage oder Abhilfeklage durchführen dürfen.

Organisation mini|hochkant=1.8|Organisationsstruktur des BUND

Der BUND ist föderal organisiert. Neben dem Bundesverband gibt es 16 Landesverbände (der bayerische Landesverband führt den Namen „Bund Naturschutz in Bayern e. V.“) und über 2000 regionale Kreis- und Ortsgruppen, die sich mit lokalen ökologischen Problemen beschäftigen. Ehrenamtliche Facharbeitskreise auf Bundes- und Landesebene befassen sich etwa mit der Bio- und Gentechnologie, dem Bodenschutz, umweltfreundlichen Energien, gesundheitlichen und rechtlichen Fragen. Neben den ehrenamtlichen gibt es einige fest angestellte Mitarbeiter, vor allem in der Bundesgeschäftsstelle und in den Landesgeschäftsstellen.

Ältester Landesverband im Bundesverband ist der Bund Naturschutz in Bayern, der 1913 in München gegründet wurde. Zweitältester Landesverband ist der Landesverband Bremen, der aus der Bremer Naturschutzgesellschaft hervorging, die ihrerseits aus einem 1914 in Bremen gegründeten Vogelschutzverein entstanden war.

Der Bundesverband wie auch die Landesverbände sind jeweils eigenständige Vereine, während die Regional- und Ortsgruppen rein rechtlich Bestandteile ihres Landesverbands sind. Ein Mitglied des BUND ist somit immer sowohl Mitglied im Bundesverband als auch im entsprechenden Landesverband. Neben den „Vollmitgliedern“ kennt der BUND die „Fördermitglieder“, die regelmäßig spenden, aber nicht an der Verbandsdemokratie teilnehmen.

Der Verband ist intern von unten nach oben organisiert, d. h. die Mitglieder einer Verbandsebene wählen jeweils aus ihrer Mitte die Amtsträger und die Vertreter (Delegierten) für die nächsthöhere Ebene; Mitglieder- und Delegiertenversammlungen sind öffentlich. Den Landesvorständen und dem Bundesvorstand gehören neben den direkt gewählten Mitgliedern außerdem auch je ein Vertreter der BUNDjugend, der Facharbeitskreise („wissenschaftlicher Rat“) sowie der Regional-/Landesverbände („Landesrat“/„Verbandsrat“) an. Auf Bundesebene koordinieren sich der Vorstand, der wissenschaftliche Beirat und der Verbandsrat im Gesamtrat.

Selbständig innerhalb des BUND agiert die BUNDjugend mit ihren Untergliederungen in den Bundesländern (in Bayern die „Jugendorganisation Bund Naturschutz“) und den einzelnen Jugendgruppen.

Der BUND ist Einsatzstelle für Teilnehmer des FÖJ (freiwilliges ökologisches Jahr) und des BFD (Bundesfreiwilligendienst); es gibt Stellen beim Bundesverband, bei den Landesverbänden und bei der BUNDjugend.

Vorsitzende Vorsitzende waren: Juli–November 1975: Bodo Manstein 1975–1977: Herbert Gruhl 1977–1983: Gerhard Thielcke 1983–1998: Hubert Weinzierl 1998–2007: Angelika Zahrnt 2007–2019: Hubert Weiger seit 2019: Olaf Bandt

Facharbeitskreise Es gibt 20 Bundes-Arbeitskreise, in denen sich ehrenamtliche Mitglieder – oft renommierte Wissenschaftler – mit aktuellen Fragen des Umweltschutzes beschäftigen. Zu den Aufgaben der Arbeitskreise gehört die Teilnahme an Anhörungen des Bundestages, die Prüfung neuer Gesetze und das Erarbeiten umweltfreundlicher Konzepte. Darüber hinaus organisieren die Arbeitskreise Seminare und Tagungen und geben ihr Wissen in Informationsbroschüren weiter. Die Landesverbände haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten ebenfalls Facharbeitskreise mit ähnlichen Themen.

Die Sprecher der Arbeitskreise bilden gemeinsam mit einem Vertreter der BUNDjugend und seinem Vorsitzenden den Wissenschaftlichen Beirat des BUND, der den Bundesvorstand fachlich berät. Der Vorsitzende des Beirats ist kraft Satzung Mitglied des Bundesvorstands.

Im Jahr 2025 gab es folgende Bundes-Facharbeitskreise: Atomenergie & Strahlenschutz     Bodenschutz und Altlasten     Energie     Gentechnik Gesundheit Sozial-ökologische Transformation Internationale Umweltpolitik     Landwirtschaft Meer und Küste Recht Umweltbildung Umweltchemikalien/Toxikologie    Umweltethik Mobilität Wald Wasser Wirtschaft/Finanzen Zukunftsfähige Raumnutzung Auf der Bundesdelegiertenversammlung im November 2024 wurde zudem die Gründung eines neuen Bundesarbeitskreises zum Thema "Sozial-ökologische Transformation" unter der Leitung von Christian Berg beschlossen. Neben den Arbeitskreisen gibt es im BUND zwei Kommissionen: Seit 2012 besteht die Kommission Wissenschaftspolitik im wissenschaftlichen Beirat. Ihre Aufgabe ist die Analyse des Wissenschaftssystems und der Einsatz für eine zukunftsfähige Entwicklung, also eine Querschnittsfunktion über alle Fachgebiete des BUND hinweg. Die Atom- und Strahlenkommission (BASK) wurde 1986 anlässlich der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eingerichtet, auch als Gegengewicht zur staatlichen Strahlenschutzkommission. Das unabhängige Fachgremium berät den Bundesvorstand ehrenamtlich zur Nutzung der Atomkraft und zum Schutz vor ionisierender Strahlung.

Mitgliedschaften, Kooperationen Der BUND ist Mitglied bei zahlreichen Verbänden und Vereinen, unter anderem bei: Friends of the Earth Europe und International, seit 1989 als deutsche Sektion des Europäischen Umweltnetzwerkes Deutscher Naturschutzring, dem Dachverband der deutschen Umwelt- und Naturschutzverbände Attac, einem globalisierungskritischen Netzwerk Grüner Strom Label, einem Verein, der Ökostrom-Angebote zertifiziert natureplus, einem Verein zur Vergabe eines Umweltgütesiegels für Baustoffe Kuratorium Baum des Jahres Atomausstieg selber machen, einem Bündnis, das über Ökostrom informiert und zum Stromanbieterwechsel motivieren will NEULAND, einem Verein zur Vermarktung von Produkten aus tier- und umweltgerechter bäuerlicher Nutztierhaltung EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks Initiative Transparente Zivilgesellschaft (als Unterzeichner).

Der BUND kooperiert bzw. kooperierte mit dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor (für die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ (1996), die den Diskurs zur Nachhaltigkeit stark prägte) Brot für die Welt und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) (für die Nachfolgestudie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ (2008)) der Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur), die der BUND mit initiiert hat der Bodensee-Stiftung, einer internationalen Stiftung für Natur und Kultur mit Sitz in Radolfzell McPlanet.com, einem globalisierungskritischen Umweltkongress dem deutschen Tierschutzbund bei dem Tierwohllabel NEULAND

Finanzen 2019 beliefen sich die Gesamteinnahmen auf 35,9 Millionen Euro. Spenden – der Verein ist als gemeinnützig anerkannt – und Mitgliedsbeiträge machen mehr als zwei Drittel der Gesamteinnahmen aus.

Ziele Der BUND setzt sich für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Im Einzelnen steht er unter anderem für den Umbau der Energiewirtschaft hin zu regenerativen Energiequellen die Verkehrswende hin zur nachhaltigen Mobilität eine Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie des Fahrrad- und Fußverkehrs einen sanften Tourismus: Fahrrad- und Wander­urlaube, Fernfahrten mit der Bahn ein Energiespar- und Sanierungsprogramm des Wohnungs- und Hausbestandes den Schutz von ökologisch wertvollen Flächen und Landschaften eine umweltfreundliche und artgerechte Land- und Forstwirtschaft eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für Fragen des Umwelt- und Naturschutzes

Aktivitäten und Projekte

Aktivitäten Der Verband wird bei Eingriffen in die Natur – vom Pflügen einer geschützten Orchideenwiese über die Ausweisung neuer Baugebiete bis zur Planfeststellung eines Flughafens – angehört, muss also fachlich fundierte Stellungnahmen schreiben. Diese Arbeit wird überwiegend von ehrenamtlichen Mitgliedern mit entsprechender Fachkenntnis übernommen, teilweise auch von den Angestellten des Vereins. Viele Mitglieder werden (ehrenamtlich) in den Naturschutzbeirat auf Kreis-, Landes- oder Bundesebene berufen. Ortsgruppen pflegen lokale Biotope, geben ihr Wissen durch Führungen weiter und leiten Kindergruppen. Der BUND stellt Informationsmaterial in Form von Broschüren, Argumentationen, Hintergrundberichten und Studien zur Verfügung. Der BUND ist Mitglied des Grüner Strom Label e. V., der das gleichnamige Gütesiegel für Ökostromangebote vergibt. Der BUND ist Mitveranstalter der Demonstrationen unter dem Motto Wir haben es satt!. Der BUND beteiligt sich intensiv an der Endlagerdiskussion und stellt ein Mitglied in der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe.

Projektbeispiele 1978: Kampagne Rettet die Vögel; Präsentation des ersten deutschen Solarmobils. 1981: Erster öffentlicher Hinweis auf das Waldsterben. 1988: Kampagne Garten ohne Gift. 1989: Das Projekt Grünes Band Deutschland schützt Biotope entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. 1994: Veröffentlichung der ersten Umwelt-Computerliste. 1995: Veröffentlichung der Studie Zukunftsfähiges Deutschland mit Misereor. 2001: BUND, Deutsche Bahn, NABU, WWF und VCD starteten im April die Aktion Fahrtziel Natur. 2003: Das Magazin GEO und der BUND richteten im Grünen Band Deutschland gemeinsam den fünften GEO-Tag der Artenvielfalt aus. 500 Experten kartieren in 24 Stunden mehr als 5200 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, darunter auch Arten, die bereits als ausgestorben galten. 2004: Der BUND präsentierte mit dem Rettungsnetz Wildkatze sein bislang größtes Artenschutzprogramm. Laut dem vorgestellten „Wildkatzenwegeplan“ sollen bestehende Wälder mit Wildkatzenpopulationen in ganz Deutschland durch ein 20.000 Kilometer langes Netz aus Busch- und Baum-Korridoren verbunden werden.BUND – Rettungsnetz Wildkatze. 2005: Der BUND startete gemeinsam mit dem ZDF und dem UFZ–Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle die Aktion Abenteuer Schmetterling (ab 2006: Abenteuer Faltertage). 2005: Die BUNDstiftung wurde gegründet. 2006: Das Aktionsbündnis Zukunft statt Braunkohle wurde mit Bürgerinitiativen und anderen Umweltverbänden gegründet.