Marcus Driver O’Day (* 20. November 1897 in Shenandoah, Iowa; † 16. November 1961 in Boston, Massachusetts) war ein US-amerikanischer Physiker.
Leben Marcus O’Day wurde am 20. November 1897 als Sohn von William Franklin O’Day (1859–1927) und Nettie Jane Myers O’Day (1866–1950) in Shenandoah geboren. Er machte seinen Bachelor-Abschluss an der Universität von Oregon und wurde 1923 an der University of California in Physik promoviert. Der Titel seiner Dissertation lautete „A New Application of the Bar Method for the Measurement of Thermal Conductivity“ (Eine neue Anwendung der Stabmethode für die Messung von Wärmeleitfähigkeit). Anschließend unterrichtete er Physik an der University of California, bis er 1926 eine Stelle als Associate Professor am Reed College in Portland (Oregon) annahm, wo er 1938 Full Professor wurde. Während des Zweiten Weltkrieges ging er an das MIT Radiation Laboratory, wo er 1941 Gruppenleiter wurde. Nach Kriegsende blieb er beim Militär und wurde Chef-Physiker des von der United States Air Force betriebenen Labors für Navigation der Electronics Research Laboratories. O’Day koordinierte die Raketenexperimente, die mit den in die USA verbrachten, deutschen V2-Raketen durchgeführt wurden. In dieser Zeit begann das Militär, sich wegen Funkstörungen für Sonnenaktivitäten zu interessieren, und plante ein Observationsprogramm. Die Wahl fiel auf das Sacramento Peak Observatory und O’Day betreute auf Seiten der Air Force die Vertragsabschlüsse mit der Harvard-Universität. 1950 erhielt er eine leitende Stelle am Air Force Cambridge Research Center und 1958 stieg er dort zum stellvertretenden Direktor (assistant to the director) für Elektronik-Forschung auf.
O’Day heiratete 1918 Mary Elsie Everett O’Day (1898–1933), aus der Ehe ging die Tochter Margaret Dawn O'Day (1927–1996) hervor. Nach dem Tod der ersten Frau heiratete O’Day am 18. Juni 1935 ein zweites Mal, Marie Estelle Parenti O’Day, mit ihr hatte er zwei Töchter. O’Day erlag am 16. November 1961 im Alter von fast 64 Jahren in Boston einem Herzanfall, er wurde auf dem Mount Auburn Cemetery beigesetzt.
Ehrungen 1946 wurde er Fellow der American Physical Society. Seit 1962 vergibt das Phillips Laboratory, Directorate of Geophysics den Marcus O'Day Award für herausragende Leistungen, die in einem anerkannten wissenschaftlichen Journal veröffentlicht wurden. Im Jahre 1970 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater O’Day offiziell nach Marcus O’Day.
Einzelnachweise
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