Die Apfelstraße war eine Straße in Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt.
Lage und Verlauf Die Straße befand sich im Zentrum der Magdeburger Altstadt. Sie verlief vom Ratswaageplatz aus nach Osten und mündete nach etwa 150 Metern auf den Neuen Weg. Historisch knickte sie in ihrem östlichen Teil nach Süden ab und verlief so ein Stück parallel zum Neuen Weg, auf den sie dann jedoch nach einem weiteren Richtungswechsel nach Osten einmündete.
Der Straßenverlauf entspricht dem der heutigen Julius-Bremer-Straße zwischen Ratswaageplatz und Weitlingstraße. Der historische südöstliche Abschnitt ist heute mit der Bebauung auf der Südseite der Julius-Bremer-Straße und insbesondere dem Nordflügel des Neuen Rathauses überbaut. Die historische Einmündung der Apfelstraße auf den Neuen Weg ist baulich erhalten. Sie gehört heute zum Platz Bei der Hauptwache und ist mit dem Eisenbarthbrunnen bebaut.
Historisch begann die Nummerierung mit der Nummer 1 am westlichen Ende auf der Südseite nahe der dortigen Einmündung der Schwertfegerstraße. Sie verlief dann aufsteigend nach Osten bis zur Nummer 7. Dort knickte die Straße nach Süden ab, wo sich die Nummern 8 und 9 anschlossen. Gegenüber lag die Nummer 10, an die sich nördlich die Nummer 11 anschloss. Von dort verlief die Nummerierung nach Westen bis zur Nummer 15 nahe des Ratswaageplatzes.Karte von Robolsky von 1829 in Klaus Kramer, Magdeburger Häuserbuch, Stadtplanungsamt Magdeburg 2001, Seite 14 f.
Geschichte Ein erster überlieferter Name lautet im 16. Jahrhundert Brandstraße. Er wurde in verschiedenen Schreibweisen wie Brandestraße, Brandesstraße und Brannenstraße genutzt. Vermutlich ging er auf einen in diesem Gebiet erfolgten Großbrand zurück. Der westliche Abschnitt der Straße wurde zum Teil mit zur Schwertfegerstraße gezählt. 1798 wurde der westliche Teil der Straße als Brandstraße bezeichnet, der nach Süden abknickende als Beim goldenen Apfel. Diese Bezeichnung bezog sich auf das dort am südlichen Ende befindliche Haus Zum goldenen Apfel (Apfelstraße 9). 1803 und 1807 findet sich noch für die gesamte Straße der alte Name Brandstraße. 1817 wurde die Straße im ersten Adressbuch der Stadt dann jedoch als Apfelstraße bezeichnet. Der Name war seitdem gebräuchlich.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 1. mini|Blick über die Baustelle des Neuen Rathauses im Jahr 1905, im Hintergrund die von links kommende Apfelstraße, die auf den Neuen Weg mündet Den südlichen Abschluss der Straße, bis zur Einmündung auf den Neuen Weg, bildete die Nordfassade des 1905 bis 1907 errichteten Neuen Rathauses. Die Stadt Magdeburg beabsichtigte eine Erweiterung des Neuen Rathauses nach Norden. Es wurde daher 1918 beschlossen, die nördlich befindlichen Grundstücke anzukaufen. Dies betraf die Häuser Apfelstraße 5 bis 10b, Neuer Weg 18, 20 und 21 sowie Katzensprung 10. Die Ankäufe wurden dann tatsächlich vorgenommen. Nach Verzögerungen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wurden ab November 1936 zehn Häuser der Apfelstraße und des Neuen Wegs abgerissen. Bis 1938 entstand nach Plänen des Architekten Paul Schaeffer-Heyrothsberge der in Teilen noch heute bestehende Erweiterungsbau, der am 9. Juni 1939 eingeweiht wurdeMaren Ballerstedt: Von der „scharfen Ecke“ zum Neuen Rathaus in Das Alte und das Neue Rathaus zu Magdeburg im Wandel der Zeit, Stadtarchiv Magdeburg 2006, ISBN 978-3-9808534-2-2, Seite 94.
Die Apfelstraße wurde stattdessen nach Osten verlängert und mündete so nun etwas weiter nördlich auf den Neuen Weg. Die Nordfassade des Neuen Rathauses blieb trotz Anfügung des Nordflügels zum Teil erhalten, so dass an diesem Punkt noch ein Stück des historischen Straßenverlaufs zugänglich ist. mini|Blick von Osten in die Julius-Bremer-Straße im Bereich der historischen Apfelstraße, 2026 Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bereich stark zerstört. Im Zuge des sich in der Zeit der DDR nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt, wurde der Name Apfelstraße aufgegeben und der Straßenverlauf in die deutlich breiter angelegte Julius-Bremer-Straße eingeordnet, die als Ost-West-Querung der Magdeburger Innenstadt von der Otto-von-Guericke-Straße im Westen bis zur Jakobstraße im Osten verläuft. Die historische Bebauung verschwand weitgehend. Die Überbauung des südlichen Teils der Straße aus den 1930er Jahren blieb jedoch inklusive der Nordfassade des Neuen Rathauses erhalten. Auf der Nordseite der Straße blieb an ihrem westlichen Ende der Südflügel des Hotels Ratswaage erhalten.
(Historische) Häuser der Apfelstraße Nachfolgend werden die Grundstücke der Apfelstraße tabellarisch aufgeführt. Dabei werden auch die aktuellen Grundstücke sowie ggf. davon abweichende historische Grundstücke benannt. Soweit diese sich überschneiden, sind sie ungefähr räumlich zugeordnet. Historische Grundstücksnummern sind dabei mit (alt) gekennzeichnet. Die Reihenfolge orientiert sich an der historischen Nummerierung der Apfelstraße.