Die Schäfers Backstuben GmbH ist ein Bäckereiunternehmen mit Sitz im oberhessischen Biedenkopf. Die Kette aus dem Hessischen Hinterland betreibt über 60 Filialen mit rund 900 Mitarbeitern, die sich im Wesentlichen über Mittelhessen sowie angrenzende Regionen wie das Wittgensteiner Land, die Schwalm und das Ederbergland erstreckt.
Das Unternehmen wirbt besonders mit der Verwendung regionaler Produkte und betont, an klassischen handwerklichen Prozessen festzuhalten.
Geschichte Das Unternehmen geht zurück auf Ewald Schäfer († 1979) und seine Frau Katharina († 1988), die 1931 eine Bäckerei an der Biedenkopfer Hainstraße 101, am nördlichen Ortsausgang in Richtung Ludwigshütte, eröffneten (bis heute eine Filiale des Unternehmens). Während des Zweiten Weltkriegs war Schäfer zumeist alleine in der Bäckerei, zwischenzeitlich mit Hilfskraft, tätig. 1943 kam der erste Lehrling fest hinzu. Für die Auslieferung schaffte sich Schäfer 1953 einen Opel-Kombi an.
Ottilie Schäfer (* 1931), einzige Tochter des Gründerehepaars, heiratete 1950 den Konditorgesellen und späteren -meister Helmut Lichtenthäler aus dem Siegerland, der fortan in der Bäckerei mitarbeitete. Ihren Sohn Heinz führten sie 1967 ins Geschäft ein, nach Gesellenprüfung und anschließender Wanderschaft, legte er 1974 die Meisterprüfung im Konditorhandwerk ab und übernahm fünf Jahre später das Unternehmen. Dieser eröffnete 1982 die erste Filiale außerhalb Biedenkopfs, nämlich in Breidenbach, und baute das Unternehmen weiter aus. Es kamen weitere Filialen hinzu, zunächst im Hessischen Hinterland, dann im ehemaligen Dillkreis, in Marburg und dem östlichen Landkreis Marburg-Biedenkopf. 1991 heiratete er die Konditorin Anne Konitzer aus Niedereisenhausen, die sich fortan um Werbung und Pressearbeit im Unternehmen kümmerte.
Im Februar 2008 zogen Schäfers Backstuben vom Stammhaus in der Hainstraße in die neue, 4000 Quadratmeter große „Gläserne Backstube“ im Biedenkopfer Gewerbegebiet „Zum Musbach“, die fortan als Hauptsitz dient und von Gruppen Vereinen, Kindergärten und Schulen besucht werden kann. Dort arbeiten vier Bäckermeister und 15 Gesellen. Damals verfügten Schäfers Backstuben über 36 Filialen.
Ab 2009 verkaufte das Unternehmen ein „Hinterländer Brauhausbrot“ mit Bier aus dem Hinterländer Brauhaus in Wolzhausen als wesentlicher Zutat. Im Dezember 2012 wurden Schäfers Backenstuben vom Magazin Der Feinschmecker als eine der besten Bäckereien Deutschlands ausgezeichnet. 2016 erfolgte die Erweiterung des Hauptsitzes in Biedenkopf auf 6000 Quadratmeter.
Während der Corona-Pandemie expandierte das Unternehmen bis nach Gießen und in den südlichen Lahn-Dill-Kreis. Ende November 2020 eröffnete Schäfers Backstuben seine 58. Filiale in Bad Berleburg. Zum Jahr 2023 übernahm das Unternehmen zwei Filialen der Bäckerei Glöser aus Hatzfeld/Eder. Im Mai 2024 kam die 62. Filiale in Treysa hinzu. In mehr als 70 Kilometer Entfernung zum Hauptsitz Biedenkopf wolle der Betrieb allerdings nicht weiter wachsen. Für die Ausbildung und Schulung von Mitarbeitern unterhält das Unternehmen seit 2020 eine eigene Akademie.
Zum 1. April 2024 übergaben Heinz Lichtenthäler und dessen Frau Anne das Unternehmen in die Hände von Maximilian Plum, ehemaliger Auszubildender und Geschäftsführer seit 2020. Die Eröffnung der Filiale in Lich, Anfang 2026, war mit 2.000 Kunden an zwei Tagen die erfolgreichste Standort-Eröffnung der Unternehmensgeschichte.
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Einzelnachweise
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