mini|Li Qiaochu (2020) Li Qiaochu (; * 13. Januar 1991 in Peking) ist eine chinesische Arbeits- und Frauenrechtlerin sowie Forscherin zu Arbeitsfragen. Sie wurde durch ihren Einsatz für soziale und bürgerrechtliche Anliegen sowie durch wiederholte Inhaftierungen bekannt; nach einer Verurteilung zu drei Jahren und acht Monaten Haft kam sie im August 2024 frei.

Leben Li studierte an der Renmin-Universität Chinas und erwarb anschließend einen Master in Public Policy an der University of York. Danach arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin und befasste sich mit Arbeits-, Frauen- und zivilgesellschaftlichen Themen. Nachdem sie Anfang 2020 die staatliche Informationspolitik in der frühen Phase der COVID-19-Pandemie kritisiert hatte, nahmen Pekinger Behörden sie am 16. Februar 2020 in Gewahrsam. Im Februar 2021 wurde sie erneut festgesetzt, am 15. März 2021 formell verhaftet und später in einem nichtöffentlichen Verfahren vor einem Gericht in Linyi verhandelt. Am 5. Februar 2024 verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten sowie zwei Jahre Entzug politischer Rechte; die Berufung blieb erfolglos, und ihre verbleibende Haftzeit wurde bis zum 3. August 2024 berechnet. Sie wurde am 3. August 2024 entlassen und äußerte sich am 16. August 2024 erstmals wieder öffentlich.

Wirken Li setzt sich für Arbeits- und Frauenrechte ein und trat als feministische Aktivistin und MeToo-Aktivistin in Erscheinung. Zu ihren Tätigkeitsfeldern gehörten Arbeitsfragen, Frauenrechte und die Unterstützung von Gewissensgefangenen und deren Angehörigen; überdies beteiligte sie sich an zivilgesellschaftlichen Kampagnen zugunsten marginalisierter Gruppen in Peking. Im Jahr 2022 erhielt sie den Embassy Tulip Award der niederländischen Botschaft in Peking, der ihren Einsatz für Menschenrechte würdigte. Nach ihrer Freilassung erklärte sie, sie halte an ihrem Gewissen fest und bat um Aufmerksamkeit für sich und Xu Zhiyong.

Einzelnachweise

Kategorie:Frauenrechtler (Volksrepublik China) Kategorie:Chinese Kategorie:Geboren 1991 Kategorie:Frau