Die Bruder-Klaus-Kirche ist eine römisch-katholische Filialkirche in Gablenberg, einem Stadtteil der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Das markante Gotteshaus im Stile des Brutalismus ist nach Plänen des Architekten Karl Hans Neumann 1974 entstanden. Die Kirche steht unter dem Patrozinium des heiligen Nikolaus von Flüe, genannt „Bruder Klaus“.

Geschichte Durch die Ansiedlung von vielen Tausend Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs nahm die Zahl der Katholiken in dem bis dahin evangelisch-pietistisch geprägten Stuttgart nach 1945 sprunghaft zu. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Evangelische Kirche in ökumenischer Verbundenheit ihre Kirchen für katholische Messen zur Verfügung; teilweise wurden auch Notkirchen in Flüchtlingslagern eingerichtet. Als die Not der Nachkriegszeit überwunden war, entstanden hunderte neue Kirchen in der Diözese Rottenburg. In den 1960er Jahren wurde der Neubau einer katholischen Kirche in Gablenberg beschlossen. Dazu wurde 1969 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den Karl Hans Neumann (1922–1993) für sich entscheiden konnte. 1974 wurde die Kirche fertiggestellt.

Bei der Wahl des Kirchenheiligen entschied man sich für Bruder Klaus, den Schutzpatron der Katholischen Landvolkbewegung und der Katholischen Landjugendbewegung.

Renovierungen fanden 2003 und 2006 statt.

Architektur und Ausstattung Die Architektur der Bruder-Klaus-Kirche ist geprägt von den neuen Erkenntnissen der sakralen Baukunst der Nachkriegszeit und weist unverkennbare Parallelen zu Le Corbusiers Wallfahrtskirche Notre Dame du Haut in Ronchamp (Frankreich) auf. Das Kirchenschiff wirkt sehr leicht, und das Dach gleicht einem Segel. Die Außenwände und der campanileartige Glockenturm sind wie bei der Kirche von Ronchamp verputzt und weiß gestrichen. mini|Eingangsportal Weiterhin orientiert sich die Ausstattung an den Liturgiereformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) deren Ziel es war, die Gläubigen mehr in den Gottesdienst einzubinden. Deshalb wurde von den traditionellen Bauformen abgewichen und mit neuen Formen, Materialien und Farben experimentiert. Der Innenraum ohne Säulen soll den freien Blick auf den Altar ermöglichen. Derselbe wurde in die Mitte der Kirche gerückt und die Kirchenbänke in Blöcken im Halbkreis darum angeordnet. Im Innenraum finden etwa 300 Kirchgänger Platz.

Die Innenausstattung ist äußerst schlicht gestaltet. Die Prinzipalstücke (Altar, Ambo, Taufstein) sind wie der Fußboden aus hellgrauem Naturstein geschaffen. Auf ein klassisches Kruzifix wurde verzichtet.

Der Kreuzweg wurde von dem Künstler Siegfried Haas (1921–2011) aus Rottweil gestaltet.

Über dem Haupteingang wurde ein Relief von Otto Herbert Hajek (1927–2005) angebracht.

Orgel mini|Mühleisen-Orgel (1980) Die Orgel wurde von Mühleisen in Straßburg gebaut und am 27. April 1980 eingeweiht.

Die Disposition der Orgel lautet:

I Hauptwerk C–g3 1. Bourdon 16′2. Principal 8′3. Koppelflöte 8′4. Oktave 4′5. Doublette 2′6. Larigot ′7. Mixtur III–IV 1′ II Rückpositiv(schwellbar) C–g38. Gedeckt 8′9. Principal 4′10. Rohrflöte 4′11. Nazard ′12. Quarte de Nazard 2′13. Tierce ′14. Sifflöte 1′15. Scharf II ′16. Oboe 8′ Tremulant Pedal C–f117. Subbass 16′18. Oktavbass 8′19. Choralbass 4′20. Stille Posaune 16′

Koppeln: II/I, I/P, II/P

Literatur Dieter Müller (Hrsg.): Bruder Klaus Kirche Stuttgart. Fink, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89870-365-9.

Einzelnachweise

Weblinks

[https://www.kath-kirche-stuttgart-ost.de/gemeinden/bruder-klaus Website der Kirchengemeinde]

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