Hermann Mager (* 30. Mai 1872 in Heidingsfeld; † 27. Juli 1947 in Konstein (Wellheim)) war ein deutscher Pädagoge und Mitglied des Bayerischen Landtags.
Leben Nach seinem Philologiestudíum erwarb Hermann Mager im Jahre 1898 die Qualifikation zur Tätigkeit als Lehrer der Sekundarstufe und war zunächst als Privatlehrer der Prinzen des Bayerischen Königshauses tätig. 1901 erhielt er eine Anstellung am Wilhelmsgymnasium München und war anschließend Lehrer an verschiedenen Gymnasien. 1914 kam es zu einem Konflikt mit der Staatsmacht. Grund hierfür waren seine Homosexualität und seine offen vertretene pazifistische Haltung. 1916 musste er Kriegsdienst leisten und kam zum Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon in Kaiserslautern-Zweibrücken. 1919 kehrte er aus rumänischer Kriegsgefangenschaft zurück und erhielt am Neuen Realgymnasium München eine Anstellung. Während des Krieges wurde er Mitglied der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und trat 1920 der Kommunistischen Partei Deutschlands bei. Er und sein Bruder Georg, ebenfalls Lehrer und Parteimitglied, wurden 1921 nach einer Verhandlung vor der Disziplinarkammer des Oberlandesgerichts München aus dem Dienst entlassen. Das Urteil stellte fest, dass die kommunistischen Ansichten und der damit einhergehende Aktivismus Grundlage für eine Entlassung aus dem Lehrverhältnis seien. Bei den Landtagswahlen 1924 erhielt er ein Mandat aus dem Wahlkreis München IX-X und war Mitglied im Ausschuss für Wahlbeobachtung (27. Juni 1924), dem Ausschuss für Gehaltsregelung (9. Juli 1924) und dem Ausschuss für die Geschäftsordnung (27. Juni 1924). Am 27. April 1928 wurde er stellvertretendes Mitglied des Ständigen Ausschusses des Landtags.
Mager verdiente seinen Lebensunterhalt mit Lehrtätigkeiten (Nachhilfestunden) an der Volkshochschule, beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund und der freireligiösen Gemeinde. Zudem war er Betreuer der "Münchener kommunistischen Kindergruppen". Nach 1933 erhielt er eine kleine Rente aus einer Privatversicherung. 1944/45 trat er in Kontakt mit einer Widerstandsgruppe und versuchte im Herbst 1945, nach der Konstituierung von SPD und KPD, erstmals in Bayern vergeblich einen Zusammenschluss beider Parteien. 1947 schrieb er ein Buch über Soziologie, für das er keinen Verleger fand. Er erlag während eines Vortrages auf einer Gewerkschaftstagung in Eichstätt im Juni 1947 einem Herzschlag.
Öffentliche Ämter Mitglied der Deutschen Liga für Menschenrechte 1929 Zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft Ortsgruppe München.
Siehe auch Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtags (Weimarer Republik, 3. Wahlperiode)
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