Kvísker ist ein inzwischen nicht mehr ständig bewohnter Bauernhof in der Gemeinde Hornafjörður im Südosten von Island.

Er ist in Island besonders durch die Kvískerjabræða (Kvísker-Brüder), vier autodidaktische Naturforscher, bekannt. Zu ihrem Andenken wurde 1998 das Kvískerjabók veröffentlicht.

Er liegt südsüdwestlich des Gletschersees Fjallsárlón und nordöstlich vom Kviárjökull. Die Ringstraße verläuft knapp 1 km östlich des Gehöfts. Kvísker ist der östlichste Hof im Öræfi-Gebiet. Die kleine Ansammlung von Gebäuden ist in der dünn besiedeltern und kargen Umgebung eine Landmarke und dient als Ausgangspunkt für Expeditionen und Wanderungen. Kvísker war 1794 der Ausgangspunkt von Sveinn Pálsson bei seiner Erstbesteigung der ÖræfajökullsVegahandbókin, Seite 1.147 und ist der einzige Fundort der Vogesen-Rose (Rosa dumalis). Sie steht als in Island unter Naturschutz.

Kvísker war bereits 1693 im Grundbuch verzeichnet und ist spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf Landkarten verzeichnet.Karten, auf denen Kvísker verzeichnet ist: Björn Gunnlaugssons Karte von Island, Maßstab 1:, 1849/1850 (islandkort.is) Thorvaldur Thoroddsens Karte von Island im Maßstab 1:, 1900 (islandkort.is) Thorvaldur Thoroddsens Geologische Karte von Island, Maßstab 1:, Deutschland 1906 (islandskort.is) Karten des Generalstabs der dänischen Armee (), Maßstab 1:, 1903 bis 1915, Blatt 87 Südost (islandskort.is) Karte von Island des U.S. Army Map Service (AMS C762), Maßstab 1:, 1948 bis 1951, Blatt 6018 I (islandskort.is) Im Sommer 2026 fand eine Wandergruppe einen Schilling aus dem Jahre 1771, den Sveinn Pálsson dort in einer Steinwarte zurückgelassen hatte. Davon schreibt der Arzt und Naturforscher 1794 in seinem Reisetagebuch.

Wetterstation Auf dem Hof Kvísker gibt es seit Langem eine Wetterstation. Dort wurde am 10. Januar 2002 mit 293,2 mm die höchste Niederschlagsmenge in 24 Stunden in Island gemessen. Im November 2024 wurde dort eine Temperatur von 23,8 °C verzeichnet – ein Rekordwert für diesen Monat. Hier werden mit 3300 mm die höchsten Niederschläge in Island gemessen.

Bewohner In Island ist Kvísker bekannt für die neun Geschwister, die dort gelebt haben:Kvísker. In: stjornarradid.is. Umhverfis-, orku- og loftslagsráðuneytið, abgerufen am 2. August 2026. Flosi Björnsson (1906–1993) widmete sich dem Studium der Gletscher und der Naturkunde, lernte autodidaktisch Fremdsprachen und unterhielt sich mit ausländischen Gelehrten, die Kvísker besuchten. Guðrún (eldri) Björnsdóttir (1908–1991) Ari Björnsson (1909–1982) Guðrún (yngri) Björnsdóttir (1910–1999) Páll Björnsson (1914–1993) Sigurður Björnsson (1917–2008) dokumentierte die Geschichte von Öræfasveit sowie verschiedene bemerkenswerte Geschichten aus der Region. Ingimundur Björnsson (1921–1962) Helgi Björnsson (1925–2015) war ein geschickter technischer Zeichner, Erfinder und Unternehmer. Hálfdán Björnsson (1927–2017) war ein autodidaktischer Naturforscher für Flora und Fauna Islands.

Der isländische Fotograf Ragnar Axelsson war als Siebenjähriger über den Sommer auf dem Hof Kvísker. Die Anreise erfolgte über den Flugplatz Fagurhólsmýri, denn Kvísker war noch nicht über Straßen zu erreichen. Ragnar begann dort zu fotografieren, auch die Seehundjagd. Das war damals noch legal und gebräuchlich, aber nicht bei allen beliebt. Darum sollten die Bilder erst nach dem Tod der Brüder veröffentlicht werden. In dem Film La Pietà besucht Ragnar den Hof Kvísker.

Einzelnachweise

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