mini|Lebende Exemplare, die im Begriff sind sich einzugraben Die Gemeine Scheidenmuschel (Solen marginatus), auch Messerscheidenmuschel, Messerscheide, Gefurchte Scheidenmuschel oder Schwertmuschel ist eine Muschelart aus der Familie der Scheidenmuscheln (Solenidae) in der Ordnung der Adapedonta. Das Verbreitungsgebiet der Art sind flache Gewässer im östlichen Atlantik von Schottland bis Mauretanien sowie im Mittelmeer.
Merkmale Das Gehäuse ist gleichklappig, aber ungleichseitig, die sehr kleinen, kaum hervortretenden Wirbel sitzen direkt am Vorderende. Das Gehäuse ist im Umriss länglich-rechteckig mit geraden, parallel verlaufenden Dorsal- und Ventralrändern. Das Vorderende ist schräg bis fast gerade abgestutzt, wobei der Ventralrand geringfügig länger ist als der Dorsalrand. Das Hinterende ist ebenfalls leicht schräg abgestutzt, ab etwas weniger als der Vorderrand. Der Vorderrand weist eine deutliche Furche direkt hinter dem Vorderrand auf, und parallel zu diesem verlaufend. Adult erreichen die Tiere eine Größe von etwa 110 bis 130 mm (selten auch bis 150 mm).
Das Schloss weist in rechter und linker Klappe je einen einzelnen Hauptzahn (Kardinalzahn) auf. Das externe Ligament ist ein langes, schmales, braun-schwarzes Band hinter den Wirbeln. Die Mantelbucht ist U-förmig. Der hintere Schließmuskelansatz berührt die Mantelbucht. Der vordere Schließmuskelansatz ist etwas länger als das Ligament. Der Ansatz des Fußretraktormuskels befindet sich hinter dem Ende des vorderen Schließmuskelansatzes.
Die aragonitische Schale ist fest, aber spröde. Die Klappenränder können sehr scharf sein. Die Außenseite ist cremeweiß bis cremegelb, und entsprechend den Anwachsstreifen etwas dunkler gebändert. Die Skulptur besteht aus konzentrischen Linien und Wachstumsunterbrechungen entsprechend dem Umriss. Der innere Klappenrand ist glatt. Das Periostrakum ist glänzend-hellbraun.
Geographische Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich im östlichen Atlantik von Schottland bis Mauretanien. Sie kommt auch im Mittelmeer vor, im Osten bis in das Marmarameer und Schwarze Meer vor. Sie sind eher selten in der südlichen Nordsee. Die Tiere graben sich meist küstennah in Sand bis schlammigen Sand ein. Sie leben in tiefen, senkrechten Röhren im Sediment, in denen sie sich mit dem schwellbaren Fuß schnell auf- und abwärts bewegen können. Sie sind Suspensionsfiltrierer, die Plankton und Detritus aus dem Wasser filtrieren.
Taxonomie Die Art wurde von Richard Pulteney 1799 bereits unter dem heute noch gebräuchlichen Binomen Solen marginatus publiziert. MolluscaBase listet folgende Art und Varietäten als Synonyme: Solen marginatus var. adusta Bucquoy, Dautzenberg & Dollfus, 1895, Solen marginatus var. major Bucquoy, Dautzenberg & Dollfus, 1895, Solen rotundatus L. Spengler, 1794, Solen marginatus var. ponticus Milaschewitsch, 1912 und wahrscheinlich auch die fossile Varietät Solen marginatus var. minor Sacco, 1901.
Kommerzielle Bedeutung Die Art wird vor allem in Nordwestspanien und Portugal in etwas größerem Ausmaß gesammelt und als Meeresfrucht gegessen.
Literatur Rudo von Cosel: The razor shells of the eastern Atlantic. Part 1: Solenidae and Pharidae I. In: Archiv für Molluskenkunde. 122, S. 207–321, 1993 PDF, hier S. 211–217. Rudolf Kilias: Lexikon Marine Muscheln und Schnecken. 2. Aufl., 340 S., Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1997, ISBN 3-8001-7332-8, S. 289. Guido Poppe und Yoshihiro Goto: European Seashells Volume 2 (Scaphopoda, Bivalvia, Cephalopoda). 221 S., Verlag Christa Hemmen, Wiesbaden 1993 (2000 unv. Nachdruck), ISBN 3-925919-10-4, S. 104.
Online Marine Bivalve Shells of the British Isles: Solen marginatus Pulteney, 1799 (Website des National Museum Wales, Department of Natural Sciences, Cardiff)
Einzelnachweise Serhat Albayrak, Hüsamettin Balkis, Neslihan Balkis: Bivalvia (Mollusca) fauna of the Sea of Marmara. Acta Adriatica, 45(1): 9-26, 2004 PDF Europäische Kommission: Handelsbezeichnungen Solen marginatus MolluscaBase: Solen marginatus Pulteney, 1799 Richard Pulteney: Catalogue of the birds, shells, and some of the more rare plants of Dorsetshire. London, Nichols, 1799 Online bei Google Books, hier S. 28.
Weblinks
Kategorie:Scheidenmuscheln