Der JK-1 Trzmiel (polnisch Hummel) ist ein einsitziger Kleinsthubschrauber mit Blattspitzenantrieb. Dabei wurden zwei Pulsstrahltriebwerke verwendet, die einen Zweiblattrotor antrieben. Ob der Hubschrauber tatsächlich geflogen ist, kann anhand der widersprüchlichen Quellen nicht geklärt werden.

Geschichte Der Trzmiel wurde am Institut für Luftfahrt in Warschau von Jerzy Kotliński und einem achtköpfigen Team im Auftrag der Armee als Aufklärungshubschrauber konzipiert. Die Konstruktionsplanung des Hubschraubers wurde im Juli 1956 abgeschlossen. Der Hauptrotor hatte einen Blattspitzenantrieb und wurde von zwei Pulsstrahltriebwerken angetrieben, die von Ingenieur Wójcicki konstruiert worden waren und jeweils einen Schub von 11 bis 12 kg hatten. Nach anderer Quelle bestand der Antrieb aus zwei Staustrahltriebwerken.

Der für die Versuche bestimmte Prototyp wurde Mitte Mai 1957 fertiggestellt. Auf einem primitiven Prüfstand in Form eines massiven Gestells aus Holzbalken mit großem Querschnitt wurden Bodentests durchgeführt, zunächst ohne eingeschaltete Strahltriebwerke. Nachdem der Rotor am Boden (mit einem separaten externen Motor) in Drehung versetzt worden war, wurden die Triebwerke gestartet.

mini|JK-1 bei einem Bodentest im Jahr 1957 Bei einem der Versuche am 21. Juni 1957 nahm der Versuchsleiter, Ingenieur Antoni Śmigiel, auf dem Pilotensitz Platz. Der Versuch begann um 16:40 Uhr mit dem Ziel, die Steuerung des Hubschraubers vom Pilotensitz aus zu überprüfen. Nach 10 Minuten Betrieb bei hoher Drehzahl kam es zum Ausfall eines Triebwerks, was aufgrund unausgeglichener Massenkräfte in der Folge zur Zerstörung der Hubschrauberkonstruktion führte. Der Testpilot Ing. Antoni Śmigiel kam ums Leben, andere wurden durch Trümmerteile des Hubschraubers verletzt.

Am 24. Juni 1957 wurde am Institut für Luftfahrt eine Kommission eingesetzt, um den tragischen Unfall während der Testflüge des Hubschrauber-Prototyps JK-1 „Trzmiel“ zu untersuchen. Auf der Grundlage der festgestellten Fakten kam die Kommission zu dem Schluss, dass die unmittelbare Unfallursache darin bestand, dass sich die Motorbefestigungsöse im Bereich der Schweißnaht vom Motorkörper gelöst hatte. Die unausgeglichene Massenkraft des zweiten Triebwerks führte zur sofortigen Zerstörung der Hubschrauberkonstruktion und zum Tod des Piloten. Die Kommission protokollierte als wesentliche mittelbare Unfallursachen:

Festigkeitstechnische und konstruktive Ursachen Werkstofftechnische und technologische Ursachen organisatorische Ursachen.

Das Projekt wurde 1958 nach einem weiteren Unfall mit einer zweiten Maschine eingestellt. Das Triebwerk riss bei einem ferngesteuerten Versuch ab, es gab keine Verletzten.

Der „Trzmiel“ wurde nicht in Betrieb genommen.

Technische Daten Kenngröße DatenJane’s All The World’s Aircraft 1959–60, S. 199. Besatzung 1 Länge ? m Durchmesser Hauptrotor 7 m Höhe 2,35 m Leermasse 300 kg Triebwerke 2 × Pulsstrahltriebwerk Typ Wójcicki mit je 0,11 kN Schub

Literatur Rafał Chyliński: Moja pasja lotnictwo. Życie i działalność Tadeusza Chylińskiego dla Polskiego Lotnictwa w świetle dokumentów. Warszawa: Agencja Wydawnicza CB, 2017, s. 852. ISBN 978-83-7339-166-6 oraz Tom 2 ISBN 978-83-7339-167-3.

Weblinks

JK-1 in polnischen Luftfahrtmuseum JK-1 auf polot.net

Einzelnachweise

Kategorie:Kleinsthubschrauber Kategorie:Nicht realisiertes Flugzeugprojekt