Schmieden für den Frieden (auch Schmieden für Frieden) ist ein internationales Event, das im Sommer 2015 von den deutschen Kunstschmieden Alfred Bullermann und Tom Carstens aus Köln sowie dem Schauspieler Heinz Hoenig begründet wurde. Es fordert die Metallhandwerker aus aller Welt auf, gemeinsam mit Hilfe von Schmiedefeuer Kunstnägel zu schaffen, die Symbol des Weltfriedens darstellen. Der Verkauf der Nägel ergibt eine Spendensumme, die ausgewählten Projekten zugutekommt. Die Aktion verbreitete sich rasch in der ganzen Welt und in der Folge entstanden weitere Schmiedekunst-Aktionen, die die Friedensbewegung und soziale Angebote unterstützen.
Geschichte Historische Hintergründe Aus der Bibel ist schon der Spruch „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen“ bekannt. Dieser wurde von den deutschen Friedensaktivisten in den 1970er/1980er Jahren als Aktion gegen die zunehmende Kriegsideologie aufgegriffen.
Entwicklung im 21. Jahrhundert Im Jahr 2005 haben 40 Schmiede aus 19 Ländern einen stählernen Panzer zerlegt und danach aus den Einzelteilen eine Friedensskulptur gestaltet.Website des IFGS, abgerufen am 18. August 2021.
Aktuell (September 2026) organisieren die Mitglieder eines Vereins, der sich um den Erhalt des Technischen Denkmals Tobiashammer in Ohrdruf im Landkreis Gotha kümmert, ein Symposium Handwerk braucht Frieden. Daran nehmen Metallgestalter aus mehreren Ländern teil, die zwischen dem 31. August und dem 5. September vor Ort Kunstwerke aus Stahl, Edelstahl und Kupfer zum Thema Frieden herstellen.Metallgestalter schmieden in Ohrdruf für den Frieden, Berliner Zeitung, 1. September 2026, Seite 12. (Handwerk braucht Frieden, online auf www.ohrdruf.de)
Friedensnägel Drei deutsche Schmiede, denen die Aktion zur Panzerzerlegung bekannt war, entwickelten im Jahr 2015 daraus die Idee einer weltweiten metallenen Friedensdemonstration mit Hilfe von Schmiedekunst.Inhalt von Hephaistos Heft 7/8 2015, abgerufen am 18. August 2021.Warum "Schmieden für den Frieden", youtube.com, abgerufen am 8. August 2026. Einer von ihnen war der Meisterschmied Alfred Bullermann aus der Kölner DombauhütteHomepage Metallgestaltung Bullermann, abgerufen am 21. September 2021., der einen Hilferuf eines mit ihm befreundeten Schmiedes aus der Ukraine erhielt, der durch eine Bombardierung seine Schmiede und damit seine Lebensgrundlage verloren hatte. Bullermann überlegte gemeinsam mit dem Schauspieler und Amateurschmied Heinz Hoenig und dem Schmied Tom Carstens, wie eine konkrete Hilfe gestaltet werden könne. Sie entwarfen als weltumspannendes Symbol der Zielstellung einen handgeschmiedeten Nagel mit der Prägung einer Friedenstaube auf dem Kopf. Sie nannten das Projekt Schmieden für Frieden und verbreiteten die Idee in allen Ländern der Welt. Die zertifizierten und nummerierten Unikate werden mit dem Hinweis zum Verkauf angeboten, dass jeder Mensch, der einen solchen Kunstnagel erwirbt, ein klares Zeichen für Frieden und ein menschenwürdiges Miteinander setzt. Die Erlöse werden für entsprechende Hilfsprojekte in der Umgebung eingesetzt. Die Hoheit liegt beim Internationalen Fachverband Gestaltender Schmiede (IFGS), der seinen Sitz im deutschen Höheischweiler hat.
Wegen der medialen Aufmerksamkeit und wegen des großen Zuspruchs seitens der Metallhandwerker wurde die Veranstaltung Schmieden für Frieden in den Folgejahren fortgesetzt. Sie fand beispielsweise 2016 wieder in der Kölner Schmiede von Alfred Schwenk statt.
Im Jahr 2019 erzeugten schon 70 Schmiede aus europäischen Ländern solche Friedensnägel.
Eine Fachzeitschrift berichtete im Jahr 2020 über die Aktion Schmieden für den Frieden an der Mosel.
Mittlerweile (Stand Juli 2026) nehmen 36 Kunstschmiede aus aller Welt regelmäßig an dem jährlichen Projekt teil. Auch hochrangige Vertreter der evangelischen Kirche und der katholischen Kirche verbreiten und unterstützen den Gedanken.
Weitere Schmiedeaktivitäten für Frieden und soziales Miteinander Außer Schmiedenägeln entwickelte sich die Idee weiter und es entstehen in verschiedenen Schmiedewerkstätten komplette Kunstwerke, deren Verkaufserlöse ebenfalls der Projektidee folgen.
Beispielsweise fand im Jahr 2017 in der Firma Fittkau Metallgestaltung, unterstützt und propagiert von der Innung für Metall und Kunststofftechnik Berlin, die Aktion Mit Feuer für den Frieden statt. Vier Mitarbeiter und drei Azubis des Unternehmens erstellten drei Tage lang zusammen mit fünf gläubigen Kunstschmiedemeistern aus aller Welt ein symbolisches Segelschiff aus den Religionssymbolen.Gelungener Abschluss einer tollen Idee (=Newsletter; Anmeldung erforderlich), Titel abgerufen am 17. August 2021. Zum Schauschmieden eingeladen waren folgende Kunstschmiede verschiedener Religionen: • Kheir Acer (Israel, Islam) • Zeevik Gottlieb (Israel, Judentum) • Shlomo Erel (Israel, Judentum) • Paul Garrett (USA, Christentum) • Gösta Gablick (Deutschland, Christentum)
Bereits seit dem Jahr 2010 lädt der Mecklenburger Metallgestalter Heiko Voss einmal im Jahr zum Projekt Schmieden für die Menschenrechte ein. Die Einnahmen aus dem Verkauf der kollektiven Schmiedearbeit gehen an die Menschenrechtsorganisation Target, Rüdiger Nehberg.
Einige der genannten Schmiedeprojekte zur Friedensbekundung sind Teil der im Jahr 2015 ausgerufenen Schmiede-Weltmeisterschaft.
Mit dem grenzüberschreitenden Zusammenschluss von Städten und Gemeinden mit traditioneller Metallverarbeitung (in Europa unter dem Begriff Ring of European Cities of Iron Works) wird die Pflege des Kulturerbes organisiert. Die eingeladenen Schmiede aus verschiedenen Ländern schaffen gemeinsam Skulpturen oder Mahnmale direkt vor Ort. Die Gemeinschaftskunstwerke werden dann für den öffentlichen Raum (z. B. Friedensdenkmäler) bereitgestellt. Es werden auch Benefiz-Aktionen zur Förderung von Jugendbegegnungen, Inklusion und regionaler Nachwuchsförderung im Handwerk durchgeführt.
Weblinks
Schmieden für den Frieden, youtube.com, 2024 Website IFGS
Einzelnachweise
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