Osek (deutsch Ossegg) ist eine Stadt im Okres Teplice in Tschechien.

Geographie Die Stadt liegt in Nordböhmen am Südhang des Erzgebirges. Das Gemeindegebiet erstreckt sich nach Norden bis zum Betteleck an der deutschen Grenze.

Gemeindegliederung Die Stadt Osek besteht aus den Ortsteilen Dlouhá Louka (Langewiese), Hrad Osek (Riesenberg) und Osek (Ossegg).http://www.uir.cz/casti-obce-obec/567779/Obec-Osek Grundsiedlungseinheiten sind Dlouhá Louka, Dubina, Hrad Osek, Hrdlovka-Nový Dvůr (Neudorf), Klášterní, Mackov (Motzdorf), Nová Ves (Willersdorf), Osek-střed, Pod Stropníkem, Sídliště Hrdlovská, Špičák-Stropník und Tyršova.http://www.uir.cz/zsj-obec/567779/Obec-Osek

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Dlouhá Louka, Hrad Osek, Hrdlovka-Nový Dvůr, Mackov, Nová Ves u Oseka und Osek u Duchcova.http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/567779/Obec-Osek

Nachbarorte

Geschichte mini|links|Kloster Ossegg mini|hochkant|Denkmal für die Toten des Grubenunglücks von 1934 Die Stadt ist vor allem durch das Zisterzienser-Kloster Ossegg bekannt, dessen Gründung auf das Jahr 1192 zurückgeht,Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 5: Leutmeritzer Kreis, Prag und Wien 1787, S. 146–152. und die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt bekannt. Das Zentrum der heutigen Stadt entstand auf dem Gebiet der historischen Altstadt. Die eigentliche Siedlung aus dem 12. Jahrhundert stand am Fuß des Erzgebirges, an einem alten Handelsweg, einem Böhmischen Steig von Böhmen über Bílina (Bilin) nach Sachsen, heute Alte Salzstraße genannt. Nordwestlich des Klosters steht die Ruine der früheren Schutzburg Risemburg.

Das damalige Dorf Ossegg wurde 1872 zum Markt erhoben. 1914 erlangte Ossegg die Stadtrechte.

Mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie am Ende des Ersten Weltkriegs und Gründung der Tschechoslowakei wurde Ossegg 1918 Teil dieser. Infolge des Münchner Abkommens gehörte Ossegg von 1939 bis 1945 zum Landkreis Dux, Regierungsbezirk Aussig, im Reichsgau Sudetenland. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die deutschsprachige Bevölkerung größtenteils enteignet und vertrieben.

Sehenswürdigkeiten Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Osek Die barocke Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1714 durch Octavio Broggio errichtet. Daneben befindet sich das Grabmal des Prinzen Joseph Xavier Karl Raphael Philipp Benno von Sachsen bzw. von der Lausitz von Franz Pettrich. Ein Denkmal an der Straße nach Loučná und auf dem Friedhof erinnert an das Grubenunglück vom 3. Januar 1934, bei dem 142 Bergleute bei einer Kohlenstaubexplosion auf der Grube Nelson III umkamen. Im Ort erinnern zahlreiche Bildstöcke und Heiligenstatuen an die religiöse Geschichte. Im Ortsteil Hrad Osek (Riesenberg) befindet sich die Ruine der Burg Rýzmburk, deren Gründung auf den König Ottokar II. Přemysl zurückgehen soll. mini|Klášterníplatz mini|Tyršstraße

Stadtwappen Das grüne, untere Feld des Wappens symbolisiert die Weiden der Umgebung und das silberne Feld steht für den ehemaligen Silber- und Zinnabbau. Im oberen Streifen erinnert das linke Feld mit dem Abtsstab an das bedeutende Kloster, das rechte Feld zeigt das Stammeswappen derer von Hrabischitz, Ossegg von Riesenburg und Kostka von Postupitz, einen aufrechten Rechen mit sieben Zinken. Das tschechische Wort „hrábě“ bedeutet Rechen und gab den Namen dieses Uradelsgeschlecht in Böhmen als die „Träger des Wappens mit dem Rechen“. Die mittleren Felder mit einer Eiche und den Schlägel und Eisen verweisen auf den Waldreichtum bzw. Bergbau in der Umgebung des Ortes.

Einwohnerentwicklung + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1830 800 in 116 HäusernJohann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis, Prag 1833, S. 149–150, Ziffer 1). 1857 2957 am 31. OktoberStatistische Übersichten über die Bevölkerung und den Viehstand in Österreich. Wien 1859, S. 40, rechte Spalte. 1871 1150 in 129 HäusernG. A Ressel (Hrsg.): Adressbuch des politischen Bezirks Teplitz. Zugleich topographisch-historisches Handbuch. Teplitz 1873, S. 115. 1900 4083 (als Gemeinde 8810) meist deutsche EinwohnerMeyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 15, Leipzig und Wien 1908, S. 165. 1930 8421 1939 7699

+ Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten WeltkriegsTschechische BevölkerungsstatistikJahr19701980199120012003Einwohner 3 728 5 663 5 194 5 030 4 975

Söhne und Töchter der Stadt Richard Camillo Panzner (1929–2017), Opernsänger, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Julius Thiele (1851–1910), Bohrunternehmerhttp://historie.osek.cz/kategorie/epochy-oseka/leta-1848-1938/zemevrtna-spolecnost-julius-thiele-%E2%80%93-k-stemu-vyroci-umrti-juli Ernest Klee (1888–1973), sudetendeutscher Dramatiker und Lyriker Karl Lieffen (1926–1999), Schauspieler Heinrich Douffet (1934–2017), Geologe und Denkmalpfleger Kurt Franz (* 1941), Literaturwissenschaftler Wolfgang Sandner (* 1942), Professor für Musiktheaterkritik

Weblinks

https://www.osek.cz/ https://www.alte-salzstrasse.de/ http://www.starasolnastezka.cz/

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Erzgebirge

Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1914