Penzing ist der 14. Wiener Gemeindebezirk. Er setzt sich aus den Teilen Penzing, Breitensee, Baumgarten, Hütteldorf und Hadersdorf-Weidlingau zusammen. Er grenzt im Westen und Nordwesten an die niederösterreichischen Gemeinden Purkersdorf, Mauerbach und Klosterneuburg und auf Wiener Stadtgebiet an die Gemeindebezirke (von Nordosten im Uhrzeigersinn) Hernals, Ottakring, Rudolfsheim-Fünfhaus und Hietzing. Die bekanntesten Bauwerke des Bezirks sind die Kirche am Steinhof, die Otto-Wagner-Villa I (mit dem Ernst-Fuchs Museum) sowie das Technische Museum Wien.

Geographie mini|An der Grenze vom Wienerwald zum bewohnten Bezirksgebiet: die Pappelstraße im Winter

Penzing liegt im Westen Wiens und ist mit einer Fläche von 33,96 km² der viertgrößte Wiener Gemeindebezirk. Penzing nimmt somit 8,2 % der Fläche Wiens ein. Der Bezirk ist im Süden zum 13. Bezirk Hietzing durch den Wienfluss begrenzt, im Nordwesten, wo der Bezirk über große Anteile am Wienerwald verfügt, stößt er an das Bundesland Niederösterreich. Von Norden nach Osten verläuft die Bezirksgrenze entlang des 17. Bezirks (Hernals), des 16. Bezirks (Ottakring) und des 15. Bezirks (Rudolfsheim-Fünfhaus).

Penzing ist, nach Hietzing, der Bezirk mit dem zweitgrößten Grünflächenanteil Wiens. Wälder nehmen allein 47,4 % der Bezirksfläche ein. Der höchste Punkt des Bezirksgebietes liegt im Bereich des Schutzengelbergs (508 Meter), der tiefste an der Straßenkreuzung Winckelmannstraße / Linke Wienzeile (rund 189 Meter).Friedrich Brix: Geologischer Aufbau und Erdgeschichte des 14. Wiener Gemeindebezirks, Penzing, S. 250. In: Hertha Wohlrab: Penzing. Wien 1985.

Nachbarbezirke und Nachbargemeinden Die südliche Bezirksgrenze von Penzing gegenüber Hietzing verläuft im Wesentlichen entlang des rechten Ufers des Wienflusses. Lediglich ein kleines Gebiet des Bezirksgebiets im Südwesten (Weidlingau und Auhof) sowie ein Gebietsstreifen um den Nikolaisteg liegen südlich der Wien. Im Südosten grenzt Penzing an den Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Die Bezirksgrenze verläuft entlang der Straßenlinie Schlossallee – Mariahilfer Straße – Winckelmannstraße – Linzer Straße – Johnstraße – Fenzlgasse – Beckmanngasse – Hütteldorfer Straße und Schanzstraße. Im Norden grenzt Penzing an Ottakring. Die Grenze verläuft im Westen von der Steinbruchstraße zu Flötzersteig, Spiegelgrundstraße, Sanatoriumstraße, Reizenpfenniggasse, Hansl-Schmid-Gasse und Johann-Staud-Straße. Danach verläuft die Grenze zwischen Gallitzinberg und Satzberg durch den Wienerwald zur Amundsenstraße. Diese bildet gemeinsam mit dem Oberlauf der Als (Dornbach) die Grenze zu Hernals. Im Nordwesten und Westen grenzt Penzing im Wienerwald an die niederösterreichischen Gemeinden Klosterneuburg, Mauerbach, Gablitz und Purkersdorf (von Nordost bis Südwest).

Geologie Penzing liegt im Übergangsbereich der Alpen zum Wiener Becken. Die Geologie von Penzing gliedert sich dabei in zwei größere Zonen. Im Westen liegt der waldreiche und bergige Bereich der alpinen Flyschzone (Sandsteinwienerwald). Diese reicht bis zur Linie Baumgartenbrücke und der Kreuzung Flötzersteig/Waidäckergasse über den Stadtrand und nimmt den größten Teil des Bezirksgebietes ein. Charakteristisch für dieses Gebiet sind abgeflachte Hügel ohne steilere Abhänge. Lediglich die Bäche haben in ihrem Oberlauf relativ tiefe Täler (Tobel) eingeschnitten. Die Flyschzone gliedert sich in eine Flyschnord- und eine -südzone. Dazwischen liegt die 2,5 bis 3 km breite Schottenhofzone (auch Hauptklippenzone, Ultrahelvetikum), die aus einer Vielzahl von Gesteinstypen besteht. Östlich der Flyschzone liegt das Wiener Becken. Das Gelände ist weniger akzentuiert, lediglich das Wiental fällt steil ab.Friedrich Brix: Geologischer Aufbau und Erdgeschichte des 14. Wiener Gemeindebezirks, Penzing, S. 240–254. In: Hertha Wohlrab: Penzing. Wien 1985.

Berge mini|Die Sofienalpe beim Rosskopf

Die höchsten Berge liegen im Nordwesten des Bezirksgebietes. Höchster Berg ist der Schutzengelberg mit 508 Metern Höhe an der Grenze zu Niederösterreich. Nur wenig niedriger ist der südöstlich benachbarte Rosskopf (507 Meter) bei der Sophienalpe. Ebenfalls im Nordwesten des Bezirksgebietes liegen der Hochbruckenberg (497 Meter), die Steinerne Lahn (448 Meter), die Hohe Wand (452 Meter) nördlich des Greutbergs (449 Meter) mit dem bekannten Skilift (Hohe-Wand-Wiese) bzw. im Sommer einer Sommerrodelbahn, sowie der Kolbeterberg (426 Meter), der Hühnersteig (415 Meter) und das Lebereck (395 Meter). Südlich der Wien, bei Weidlingau, liegt der Mühlberg (311 Meter). Bereits im verbauten Gebiet von Hadersdorf befindet sich der Wolfersberg (322 Meter), östlich davon der Satzberg (435 Meter) und der Hüttelberg (345 Meter).

Gewässer Penzing verfügt auf seinem Bezirksgebiet durch die Anteile am Wienerwald über zahlreiche Bäche und Flüsse. Mit Ausnahme des Oberlaufs der Als (Dornbach) an der nördlichen Bezirksgrenze entwässern alle Bäche in den Wienfluss, der die südliche Bezirksgrenze bildet. Die Wien hatte seit jeher die größte Bedeutung für den Bezirk, auch sorgte sie in Zeiten vor der Regulierung (u. a. durch die Retentionsbecken Auhof) regelmäßig für Überschwemmungen. Wichtigster Zubringer auf dem Bezirksgebiet ist der von Niederösterreich nach Penzing fließende Mauerbach. Dieser nimmt zahlreiche Wienerwaldbäche auf, zu denen Steinbach, Hannbaumbach, Hainbach, Kasgraben und Kolbeterberggraben zählen. Westlich des Mauerbachs mündet der Wurzbach in die Wien, östlich der Halterbach mit seinem Zubringer Wolfsgraben. Ebenfalls auf dem Bezirksgebiet liegt der Rosenbach, der jedoch kurz vor der Linzer Straße in einen Bachkanal geführt wird. Vollständig kanalisiert wurde der Ameisbach, der bei Steinhof entspringt und ursprünglich über die Ameisbachzeile und die Ameisgasse in die Wien mündete. Im Dehnepark befindet sich der Dehneparkteich. Der Stadtwanderweg 4, vom Dehnepark weiter Richtung Satzberg, führt zudem an dem größeren Silbersee entlang.

Flächennutzung Die Baufläche von Penzing umfasst 26,50 % der Bezirksfläche (wienweit 33,3 %), wobei dies der viertniedrigste Wert eines Wiener Gemeindebezirks ist. Die Baufläche selbst verteilt sich zu 74,6 % auf Wohnbauflächen und 14,9 % auf Flächen, die dem kulturellen, religiösen, sportlichen oder öffentlichen Bereich gewidmet sind. Dieser relativ hohe Wert steht einem für einen Wiener Gemeindebezirk durchschnittlichen Anteil an Betriebsflächen gegenüber. Grünflächen nehmen in Penzing einen Anteil von 62,48 % ein. Dies ist der zweithöchste Wert in Wien nach dem südlich gelegenen Nachbarbezirk Hietzing. 75,8 % der Grünfläche entfällt auf Wald. 9,7 % der Grünfläche sind Wiesen, 6,2 % Kleingärten und 5,2 % Parks. Landwirtschaftliche Nutzflächen und Freizeitflächen nehmen nur einen geringen Flächenanteil ein. Gewässer machen in Penzing 1,6 % der Fläche aus, der Anteil der Verkehrsflächen am Bezirksgebiet ist mit 9,4 % der drittniedrigste Wert in Wien.

Grünflächen Bedeutende Naherholungsgebiete sind die Sophienalpe (inkl. Hohe Wand) und die vorgelagerten, bewaldeten Hügel wie Kolbeterberg und Steinerne Lahn, der Dehnepark, der Satzberg, der Wolfersberg, der Augustinerwald, das Naherholungsgebiet Steinhof sowie das Naherholungsgebiet Paradies. Auf der Hohen-Wand-Wiese (Mauerbachstraße) befindet sich ein Skilift, welcher seit der Saison 2016/2017 nicht mehr den Betrieb aufgenommen hat, sowie eine Sommerrodelbahn und ein Zauberteppich. + Flächennutzung in ha 2001 Baufläche Grünfläche Gewässer Verkehrsflächen 895,21 2.112,70 54,35 319,27 Wohnbau Betriebsgebiet öffentliche Einrichtungen Landwirtschaft Parks Wälder Wiesen Kleingärten Freizeit-FlächenWienflussAndere668,0979,2133,3636,68110,171.602,15130,09205,0928,52

Bezirksteile Penzing wurde aus den fünf ehemaligen Gemeinden Penzing, Breitensee, Baumgarten, Hütteldorf und Hadersdorf-Weidlingau gebildet. Das Bezirksgebiet gliedert sich heute im Wesentlichen in die sieben Katastralgemeinden Penzing, Hütteldorf, Hadersdorf, Weidlingau, Oberbaumgarten, Unterbaumgarten und Breitensee. Auch kleinere Teile von Auhof und Hacking liegen auf dem Bezirksgebiet.

Eine weitere Gliederung des Bezirksgebiets besteht in den Zählbezirken der amtlichen Statistik, in denen jeweils die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die zwölf Zählbezirke in Penzing sind Breitensee, An der Windmühle, Penzing, Unter-Baumgarten, Am Ameisbach, Ober-Baumgarten, Hugo Breitner-Hof, Baumgartner Friedhof – Flötzersteig, Am Steinhof, Hütteldorf, Wolfersberg und Hadersdorf-Weidlingau. Trotz teilweiser Namensgleichheit stimmen die Grenzen der Zählbezirke nicht mit jenen der Katastralgemeinden überein.

Wappen rechts|150px|Penzing

Die fünf Teile des Bezirkswappens entstanden aus den fünf Siegeln der ehemaligen Gemeinden, aus denen der Bezirk gebildet wurde. Der Herzschild im Zentrum zeigt das ehemalige Ortssiegel der früheren Gemeinde Penzing. Es zeigt einen Reichsapfel aus dem Wappen des Wiener Bürgerspitals, das über Jahrhunderte Grundherr von Penzing war. Die Buchstaben DP stehen für das Dorf Penzing. Der vom Betrachter aus gesehen linke (heraldisch rechte) obere Wappenteil zeigt den heiligen Laurentius, den Schutzpatron der Pfarrkirche Breitensee. Daneben symbolisiert eine Stadtmauer mit Tor den Bezirksteil Hütteldorf. Der linke untere Wappenteil steht für den Bezirksteil Hadersdorf-Weidlingau und zeigt Maria mit dem Kind. Maria war die Schutzpatronin der Pfarrkirche Mariabrunn und wurde bei der Errichtung der Gemeinde Hadersdorf in das Ortssiegel übernommen. Der letzte Wappenteil steht für die ehemalige Gemeinde Baumgarten und zeigt einen Nadelbaum hinter einem Flechtwerkzaun.

Geschichte mini|200px|Penzing und Umgebung um 1872 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Das Gebiet des heutigen Bezirks wurde, ausgenommen Hadersdorf-Weidlingau, auf Grund eines 1890 beschlossenen niederösterreichischen Landesgesetzes am 1. Jänner 1892 in die Stadt Wien eingemeindet und bildete mit dem heutigen 13. Bezirk (ohne den Lainzer Tiergarten) den 13. Wiener Gemeindebezirk, genannt Hietzing. Dieser wurde in der NS-Zeit per Reichsgesetz am 15. Oktober 1938 geteilt: Im Wesentlichen wurde das nördlich des Wienflusses gelegene Gebiet des alten 13. Bezirks als 14. Bezirk neu konstituiert; Hadersdorf-Weidlingau (bei Wien verblieben) und Purkersdorf (1954 an Niederösterreich rückgegliedert) wurden eingemeindet und Teile des neuen 14. Bezirks.Verordnung des Bürgermeisters der Stadt Wien über die Einteilung des Gebietes der Stadt Wien in Bezirke vom 15. Oktober 1938 Seit 1954 sind die Bezirksgrenzen weitestgehend unverändert.

Seit Penzing 1938 ein eigener Bezirk wurde, befindet sich die Bezirksverwaltung namens Magistratisches Bezirksamt für den 13. und 14. Bezirk im Amtshaus für den 13. und 14. Bezirk, das sich nahe der damals neu geschaffenen Bezirksgrenze im 13. Bezirk befindet. Auch die politischen Bezirksorgane, die Bezirksvorstehung und die Bezirksvertretung des 14. Bezirks, befanden sich bis Anfang 2016 dort, sind dann aber in den eigenen Bezirk an die Adresse 14., Hütteldorfer Straße 188, übersiedelt worden.