mini|hochkant|Wappen der Herren von Tierberg Die Herren von Tierberg (Thierberg) waren ein adliges Geschlecht, das mit den Ortschaften Lautlingen, Margrethausen und Hossingen, zeitweise auch Meßstetten, Tieringen und Winzeln (Oberhausen) eine kleine Herrschaft auf der Schwäbischen Alb besaß.

Nicht verwandt und auch nicht wappengleich sind die Tierberg auf der Burg Tierberg, die in der hohenlohischen Gemeinde Braunsbach sesshaft waren.

Geschichte Viele gleichlautende Vornamen erschweren die Erstellung einer verlässlichen Genealogie. Noch im Jahre 1884 war beispielsweise für Kaufmann, Stricker und Landwirt Conrad Maier die Adresse: „Conrad Maier zum Ochsen“ oder abgekürzt „Comazo“. Früher war es in der hiesigen Gegend üblich, die nächstgelegene Burg oder einen Gasthof als Namenszusatz zu führen. Mit diesem vielversprechenden Ansatz können die Personen besser zugeordnet werden. Zu beachten ist, dass bei einem Umzug der Namenszusatz wechselt. Die Bewohner auf der Wildentierberg nannten sich ab 1313 Herren von Tierberg von der Wildentierberg, worauf sich die auf der Stammburg verbleibende Linie Tierberg von der Altentierberg nannte. Diese Linie starb 1480 aus. Erben auch der Linie Tierberg Haiterbach in Meßstetten wurden die von der Wildentierberg.

von Tierberg ohne Namenszusätze Bartholomäus Pirzschelin berichtet im Urbar von Egesheim von 1551 über einen Propst Wolfrad von Tierberg (1252 bis 1278) im Kloster Beuron. Zwei Brüder des Propstes Wolfrad von Tierberg sind ebenfalls Konventuale und wirken in auswärtigen Pfarreien als Seelsorger. Dies waren Konrad von Tierberg, Pfarrer in Balingen, Rektor der Kirche in Gammertingen auf dem Berge, und Eberhard von Tierberg, Rektor der Kirche in Aggenhausen.Leopold Stierle: Beiträge zur frühen Geschichte des Augustinerchorherren-Klosters Beuron. In: Freiburger Diözesan-Archiv Band 110, 1990, S. 49. Arnold von Tierberg ist Besitzer des späteren Klosterhofes in Hossingen mit 37 Joch Ackerland und 10,5 Mannsmahd Wiesen. 1556 kommt es zu einem Rechtsstreit über die Abgaben des Hofes an die Klause. Erwähnung finden Hedwig von Tierberg 1331, Nonne im Kloster Wald, Nutzungsrechte mit Nonne Guta Bürstin (Burst, Purst) an einem Weinberg in Überlingen, Hans 1370 und 1375, Georg 1375 anlässlich von Grundstücksgeschäften in Lautlingen,Bestand Dep. 37 T 1 Nr. 33 auf Landesarchiv-BW.de. Brüder, Vater Konrad von Tierberg, Vetter Burkhart von Tierberg, Konrad 1372, Hans, Hofmeister des Grafen Rudolf von Hohenberg, 1377 und 1381 sowie Hans von Tierberg, Vogt in Haigerloch 1378 und 1379. Ein Burkard kauft von Werner von Zimmern 1382 Leibeigene in Lautlingen,Bestand Dep. 38 T 1 Nr. 1269 auf Landesarchiv-BW.de. Burkard kaufte um 1382 den Kirchensatz in Ehingen (er lebte noch 1393), Anastasia, Gattin des Dietrich Herter von Dußlingen, überließ 1385 ihren Teil an der Veste Thierberg ihrer Schwester Anna, Gattin Konrads von Hoelnstein, Johann Ulrich (gefallen in Sempach), Burkard 1403, Junker Konrad 1430 und 1438, ein Konrad 1436 sowie Junker Hans von Tierberg 1442 in Zusammenhang mit Grundstücken in Hossingen und TieringenBestand Dep. 37 T 1 Nr. 34 auf Landesarchiv-BW.de.

Beinamen von der Neuen Tierberg 1327 Kunz (Sohn von Konrad von der Altentierberg) kauft die Burg Neuentierberg.Bestand Dep. 38 T 1 Nr. 1351 auf Landesarchiv-BW.de.

Beinamen Haiterbach Heinrich und Burkard tätigten 1311 Grundstückgeschäfte in Meßstetten. Heinrich von Tierberg wird von Haiterbach genannt; seit Julius Kindler von Knoblochs Oberbadischem Geschlechterbuch wird der Ort Haiterbach (bei Nagold) als namensgebend vermutet.Oberbadisches Geschlechterbuch, S. 223. Digitalisat, Universitätsbibliothek Heidelberg. Die Kirche St. Lamprecht in Meßstetten bildete nach dem Verzicht von Heinrich von Tierberg mit seinen Geistlichen 1354 ein kleines Chorherren-Stift.Bestand A 602 Nr 6741 = WR 6741 auf Landesarchiv-BW.de. Heimatforscher Krauß vermutete, dass Ritter Heinrich von Tierberg genannt Haiterbach seinen Besitz in Haiterbach verkauft und dafür seine neue Herrschaft erworben hatte, deren Mittelpunkt Meßstetten war. Neben Tieringen, Meßstetten, Hossingen und dem Vogtrecht von Nusplingen gehörte auch die Winzeln dazu. Die St. Lamprechtskirche in Meßstetten wird von Heinrich und Burkhard von Tierberg unterstützt.Bestand A 602 Nr 6736 = WR 6736 auf Landesarchiv-BW.de.Landesarchiv Baden-Württemberg, Bestand A 602: Württembergische Regesten, Weltl. und geistliche Ämter, Balingen G. V. (Stand 2012). 1360 stiftet der Burgherr eine Jahrzeit für sich, seine Vorfahren und Nachkommen in der Kirche zu Meßstetten (St. Lamprecht, nach Erdbebenschäden 1911 weitgehend erneuert), wo seine Mutter, seine Frau und drei Schwestern begraben sind.Bestand A 602 Nr 6747 = WR 6747 auf Landesarchiv-BW.de. Forschungsarbeiten wurden von der Stadt Meßstetten an der Universität Tübingen durchgeführt und in Buchform gedruckt.Historisches Institut verfasst Geschichtsbuch. In: Schwarzwälder Bote, 25. Juli 2017Titel: "Eine Stadt im Wandel der Zeit", Schwarzwälder Bote vom 2. Dezember 2019 Wohnort war die Burg Meßstetten auf dem Schloßberg, in Hossingen, Nusplingen und Tieringen gab es weitere Burgen.

Grundstückgeschäfte Marschalkenhof in Lautlingen, Grundstückgeschäfte Küchlinsgut Meßstetten 1354. Heinrich von Tierberg bittet 1351 Berthold Lust, Kaplan am Unser Lieben Frauen Altar an der Stiftskirche Sankt Lamprecht zu Meßstetten, einen halben Hof in Lautlingen an die Frauenklause in Binsdorf zu übergeben.Bestand Dep. 38 T 1 Nr. 1253 auf Landesarchiv-BW.de.

Beinamen von der Alten Tierberg

Heinrich 1327 in Denkingen, 1332 in Zillhausen begütert. Konrad gestorben 1345; Ehefrau Anna von Bernhausen unterstützt den Marienaltar in Margrethausen.Bestand Dep. 38 T 1 Nr. 1263 auf Landesarchiv-BW.de. Kinder: Konrad,Bestand Dep. 38 T 1 Nr. 1261 auf landesarchiv-bw.de 1338, gestorben 1351, Ehefrau Adelheid von Jungingen, 1338, 1351: Burkard, 1371, 1407; Ehefrau Susanna von Neuhausen, Kinder Pfaff, Wilhelm und Hans. Hans tätigt Grundstückgeschäfte Knoblochsgut Truchtelfingen 1372.

Beinamen von der Wilden Tierberg mini|Hans Rudolf von Tierberg wird auf der Schandtafel von Hohentübingen erwähnt.

Johann und Konrad 1310, 1316. Konrad 1343. Hans 1370 Kinder: Hans, Konrad und Ulrich, Vetter: Konrad, Kinder: Hans. Johann, Anastasia verheiratet mit Fritz von Westerstetten, 1376. Johann 1350, Schwestern Agnes 1351 verheiratet Konrad von Reischach. Anna 1350 Gattin, 1362 Witwe des Konrad Heimburg, Bürgermeisters zu Villingen. 1370 kam die Herrschaft Meßstetten an die Wildentierberger Linie. Brüder Hans Rudolf und Hans Konrad in Urkunde zu geistlichen Lehen in Ebingen, Lautlingen, Margrethausen und Meßstetten (Stetten). Durch die Heirat einer Wildentierberger Tochter Anna von der Wildentierberg mit Conrad von Hölnstein kam die Herrschaft Meßstetten an diesen. Rudolf von der Wildentierberg besiegelt 1523 eine Urkunde in Heinstetten zur Kirche. Johann von Tierberg, Pfarrer von St. Martin in Ebingen erwähnt den Totenweg. Hans war 1417–1431 Bürgermeister in Villingen. Seine Gattin Margareth: zweite Ehe mit Georg Truchseß von Ringingen. Als Vetter: 1460, 1477 Konrad. 1477 Melchior: Grundstücksgeschäfte Burg und Dorf Ensisheim.Bestand Ho 156 T 1 Nr. 17 (b) auf Landesarchiv-BW.de 1497 Kind: Hans Konrad. Empfing von Kaiser Maximilian, 1530: von Kaiser Karl V das Halsgericht und den Blutbann in Lautlingen. Hans Rudolf 1504 Dienst: der Grafen von Württemberg gegen die Pfalz, 1519 Dienst: Besatzung von Tübingen Konrad: Rath des Herzogs Ulrich. Landhofmeister. Hans Rudolf: gestorben 9. April 1599, Grab in der Kirche in Talheim erhalten. Eitelhans: 1612 Königsbronner Pfleger zu Neubronn.Hans Christoph 1618. 1477 besitzt Melchior von Tierberg von der Wilden Tierberg (1499–1535) (Burg und Dorf Ensisheim).

Abweichendes Wappen mit Schräglinksbalken im Schild 1438 Junker Conrad Tierberg, Söhne: Burkard, Hans und Görgy. Burkard Dierberger, Vogt zu Fürstenberg, Konrad Dierberg. Dies ist ein Verweis darauf, dass es sich wahrscheinlich um uneheliche, also auch nicht standesgemäße, Kinder handelte. Bastardfaden

Burgen Altentierberg in Lautlingen und Wildentierberg in Margrethausen wurden von den Herren von Tierberg erbaut. Neuentierberg wurde hingegen von den Herren von Bubenhofen übernommen. In Meßstetten, Hossingen Tieringen und Winzeln befanden sich weitere Burgen in ihrem Besitz. Heute sind nur noch geringe Ruinenreste vorhanden. Konrad Albert Koch gelang eine künstlerische Rekonstruktion. Ein Team um Franz Josef Häring rekonstruierte die Meßstetter Burgen (Wohnturm Burgschule, Wasserburg Oberdigisheim, Burg Hossingen und Wohnturm Tieringen) mit CAD-Systemen. Übersicht Burgen mini|Schloss Wurmlingen / Konzenbergschule Landkreis Tuttlingen mini|Stauffenbergsches Schloss Standort Koordinaten Wasser Besonderheiten Forschungenursprüngliche Bewohner Hülbgässle () eigene Quellfassung später als weiterer Zulauf oberer Brunnen vielversprechende Luftaufnahmen Frauenklause + Grablege Zeit der Ritter von Meßstetten. Herren von Meßstetten Schloßberg () Zisterne Nähere Umgebung: See, Schachthöhle Flurname Schloßbergmöglicherweise HerrschaftsmittelpunktHaiterbachlinie der Herren von Tierberg Altentierberg () Zisterne WirtschaftshofGrabungenHerren von Tierberg Burgschule, Mühle () alte Brunnen in Kellern zahlreicher historischer Gebäude vielversprechende LuftaufnahmenGeländeaufnahmen 3D-CAD-SimulationBurg. In: Schwarzwälder Bote. Herren von Meßstetten Schloß Ensisheim ()ZisterneMühle GefängnisBestand Ho177 T2 Nr.9 auf Landesarchiv-BW.de JagdschlossEnsisheim, auf alleburgen.de Abbruch 1963 1477 Melchior von TierbergBestand Ho156 Nr.17 (b) auf Landesarchiv-BW.de Wildentierberg ()ZisterneWirtschaftshofOchsenhaus Ochsenberg Grabungen 1931 1373 Ritter Hansen? Burg Hossingen ()Wassergefülltes Sperrwerk Wirtschaftshof Leutzenfeld 1916 Grabungen1325 Burkhardt von Hossingen? Burg Tieringen ()Zisternevielversprechende LuftaufnahmenGeländeaufnahmen 3D-CAD-Simulation Straßenname Hinter Burg Ritter von Tieringen Burg Heubelstein ()ZisterneNahe Burg Wildentierberg Oberbadischen Geschlechterbuch Oheim Melchior von TierbergOberbadisches Geschlechterbuch, S. 223. Digitalisat, Universitätsbibliothek Heidelberg. Ritter von Hausen Schloß Lautlingen ()QuelleGedenkstätteGedenkstätte Wohngebäude:Umbau von 1846 Türme und Mauer der Herren von Tierberg erhalten Burg Warenberg (Villingen) () Zisterne Bekannter HexentreffVgl. Annelore Walz: Geschichte der Hexenverfolgung in Villingen. In: Villingen und Schwenningen. Geschichte und Kultur, Hermann Kuhn Verlag 1998, S. 195.Oberbadisches GeschlechterbuchOberbadischen Geschlechterbuch S222 Burg Heersberg ()Zisterne Grabungen 1140 Burkhard von Lautlingen?Herren von Bubenhofen Schloß Wurmlingen (Tuttlingen) ()FaulenbachSchuleSchule Umbau von 1602 nach 1519 Hans Rudolf von Tierberg

Ohne Adelstitel Hans Tierberger ein unehelicher Sohn von Melchior von Tierberg. Hans Tierberger hatte 1494 in Freiburg zu studieren begonnen und wechselte dann nach Tübingen über, wo er 1500 den Magistergrad erlangte. Der Ebinger Pfarrer Magister Johann Tierberger weigerte sich bei der Reformation zunächst, seine Pfarrei aufzugeben, die ihm sein Halbbruder Hans Konrad von Tierberg, der Patronatsinhaber der Ebinger Martinskirche verliehen hatte. Gerade im zu Ende gehenden 15. Jahrhundert scheint es vermehrt Familienmitglieder gegeben zu haben, die den Adelstitel nicht mehr trugen / nicht mehr tragen durften. Die heute noch in Stuttgart lebende Familie Dierberger führt ihren Stammbaum auf einen solchen Zweig zurück. Mitte des 16. Jahrhunderts starb der adelige Zweig derer von Tierberg im Mannesstamme aus.

mini|hochkant|Wappen derer von Tierberg Familienwappen