Der Weißbrust-Ameisenwürger (Taraba major) ist ein Sperlingsvogel aus der Familie der Ameisenvögel und der einzige Vertreter der Gattung Taraba.

Merkmale Der 20 cm lange und 56 g schwere Weißbrust-Ameisenwürger ist ein stämmiger Vogel mit großem Kopf, einem Schnabel mit Hakenspitze und roten Augen. Das Gefieder des Männchens weist eine schwarze Oberseite, eine schwarze Haube, weiße Schwanz- und Flügelbinden und eine weiße Unterseite auf. Das Weibchen ist oberseits bräunlich, unterseits gelbbraun gefärbt.

Vorkommen Das Verbreitungsgebiet des Weißbrust-Ameisenwürgers reicht von Mexiko bis nach Argentinien. Dort lebt er im dichten Unterwuchs von Sekundärwäldern, Zitrusplantagen und manchmal Gärten.

Verhalten Der Weißbrust-Ameisenwürger lebt in Paaren, die ein Territorium besetzen. Der Vogel sucht in Bodennähe im dichten Gestrüpp nach Beute, die aus Insekten, anderen Wirbellose, aber auch aus Fröschen und kleinen Eidechsen besteht. Er folgt Wanderameisenkolonien, um von ihnen aufgescheuchte Tiere zu fangen.

Fortpflanzung Das becherförmige Nest aus Gras und Blättern ist an einem Ast aufgehängt. Das Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern, die von beiden Elternvögeln zwei Wochen lang ausgebrütet werden. Nach zwölf Tagen werden die Jungvögel flügge.

Unterarten Es werden augenblicklich zehn Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Antbirds Taraba major melanocrissus (, 1860)Philip Lutley Sclater (1860), S. 252 kommt vom südöstlichen Mexiko bis ins westliche Panama vor. Taraba major obscurus , 1933John Todd Zimmer (1933), S. 6 ist vom westlichen Costa Rica bis ins nördliche Kolumbien verbreitet. Taraba major transandeanus (, 1855)Philip Lutley Sclater (1855b), S. 18 ist im Südwesten Kolumbiens, dem Westen Ecuadors und dem Nordwesten Perus verbreitet. Taraba major granadensis (, 1872)Jean Louis Cabanis (1872), S. 234 kommt im nördlichen und zentralen Kolumbien und nordwestlichen Venezuela vor. Taraba major semifasciatus (, 1872) ist im östlichen Kolumbien, dem südlichen und nordöstlichen Venezuela, in Guyana, in Suriname, in Französisch-Guayana und dem nordöstlichen sowie zentralen Brasilien verbreitet. Taraba major duidae , 1929Frank Michler Chapman (1929), S. 17 kommt am Berg Duida im Südosten Venezuelas vor. Taraba major melanurus (, 1855)Philip Lutley Sclater (1855a), S. 233 ist im westlichen Amazonas-Regenwald verbreitet Taraba major borbae (, 1868)August von Pelzeln (1868), S. 75 & 140 kommt im westlichzentralen Brasilien und südlich des Amazonas vor. Taraba major stagurus (, 1823)Martin Hinrich Lichtenstein (1823), S. 45 ist im östlichene und nordöstlichen Brasilien verbreitet. Taraba major major (, 1816)Louis Pierre Vieillot (1816), S. 313–314 kommt im östlichen Bolivien, in Paraguay, dem südlichen Brasilien und dem nördlichen Argentinien vor.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Weißbrust-Ameisenwürgers erfolgte 1816 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Thamnophilus major. Vieillot bezog sich auf Batara el mayor von Félix de Azara.Félix de Azara (1805), S. 192. 1831 führte René Primevère Lesson die für die Wissenschaft neue Gattung Taraba ein.René Primevère Lesson (1825), S. 375 Der Begriff ist ein Anagramm zur Gattung Batara 1831.Taraba The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname major hat seinen Ursprung in .major The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Granadensis bezieht sich auf die Republik Neugranada, duidae auf den Berg Duida und borbae auf Borba. Melanurus ist ein Wortgebilde aus für schwarz und für -schwänzig, Schwanzmelanurus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, stagurus für Tropfen, Flecken und stagurus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, melanocrissus aus für schwarz und melanocrissus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, transandeanus aus und transandeanus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und semifasciatus aus und .semifasciatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Obscurus leitet sich von ab.obscurus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann wies darauf hin, dass es sich bei Thamnophilus rohdei , 1887Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 16, Tafel 1 lediglich eine melanistische Abweichung zur Nominatform handelt. Taraba major kriegi , 1930Alfred Laubmann (1930), S. 172 und Taraba major albatus , 1937Pierce Brodkorb (1937), S. 7 wollte er in seinem Werk Die Vögel von Paraguay nicht bewerten, da ihm keine Vergleichsexemplare vorlagen.Alfred Laubmann (1940), S. 20–21 Beide gelten heute als Synonym zur Nominatform. Kriegi ist Hans Krieg (1888–1970) gewidmet, rohdei Richard Otto Rohde (1855–1912). Albatus leitet sich von ab.albatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Literatur

Weblinks

Englische Webseite mit Fotos Foto

Einzelnachweise

Kategorie:Ameisenvögel