mini|Maria-Holl-Brunnen am Nördlinger Weinmarkt Maria Holl (* ca. 1549 in Altenstadt bei Geislingen an der Steige; † September 1634) war eine Gastwirtin und ein Opfer der Hexenverfolgung in Nördlingen. Sie wurde 1593 als angebliche Hexe inhaftiert. Als sie nach 62 Folterungen kein Geständnis abgelegt hatte, wurde sie nach fast einem Jahr freigelassen.

Leben Maria Holl war die Tochter des Amtmannes Jerg Löhlin aus Altenstadt. Sie heiratete am 20. Mai 1586 Michael Holl im Ulmer Münster. Mit ihrem Ehemann zog sie nach Nördlingen, wo sie am 30. Mai 1587 Bürgerin der Stadt wurde. Dort eröffnete das Ehepaar die Wirtschaft „Die goldene Krone“ am Weinmarkt.

In Nördlingen wurde Maria Holl aus Neid wegen ihrer gut laufenden Wirtschaft wegen angeblicher Hexerei angeklagt. Die ebenfalls der Hexerei angeklagte Maria Marb beschuldigte unter Folter mehrere Frauen der Hexerei, darunter Barbara Lierheimer und Maria Holl. Holl überstand als Erste der angeklagten Frauen die Folterungen. Insgesamt wurde sie 62-mal gefoltert. An den Verbrechen beteiligt war u. a. Sebastian Röttinger. Sie bekannte sich stets zu Gott. Keine Grausamkeit brachte sie zu dem Geständnis, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Viele Bürger setzten sich für sie ein. Am 11. Oktober 1594 wurde sie vom Vorwurf der Hexerei freigesprochen.

Ihr Fall war einer der letzten Hexenprozesse in Nördlingen. Maria Holl überlebte alle ihre Peiniger und war dreimal verheiratet. Am 22. September 1634 wurde sie begraben – zwei Wochen nach der verheerenden Schlacht bei Nördlingen.

Ehrungen Informationstafel An der Hauswand des ehemaligen Gasthauses Zur Krone, Weinmarkt 8, ist eine Informationstafel mit folgendem Hinweis auf Maria Holl angebracht:

Der Brunnen Zum Stabenfest 1966 wurde der größtenteils aus Holz gestaltete Brunnen eingeweiht, gestiftet von Emil Eigner. Das verwendete Material sowie die Form sollen an einen Scheiterhaufen erinnern. 2010 wurde der Brunnen durch den Wilburgstettener Bildhauer Rudolf Siegmayer restauriert, was durch eine Spende des Vereins Alt Nördlingen ermöglicht wurde.

Literatur Sachliteratur

Belletristik Frank Grupe: Maria Holl – Hexenjagd in Nördlingen (Stück). Nördlingen, 1998. Lore Sporhan-Krempel: Die Hexe von Nördlingen: Das Schicksal der Maria Holl. Roman. Stuttgart: Kullmann, 1949. Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein Prozess. Schöffling, Frankfurt/Main 2009, ISBN 978-3-89561-434-7.

Siehe auch Die schöne Magelone

Weblinks

Sonja Kinzler: Hexenprozesse in Nördlingen auf Historicum.net (abgerufen am 29. Dezember 2021)

Einzelnachweise

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