Ein Piropo [] (spanisch; deutsch ‚Kompliment‘, ‚Schmeichelei‘, von und Mitarbeiter der Wikipedia: Piropo. Artikel der spanischsprachigen Wikipedia, 15. Juli 2006. Zuletzt besucht am 25. August 2006) ist im spanischsprachigen Raum ein anzügliches bis poetisches Kompliment an eine Frau.

Das Wort bezeichnet Mitte des 15. Jahrhunderts zunächst einen Edelstein (u. a. den Rubin) und seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine typische, besonders andalusische Kleinform der volkstümlichen Oralliteratur. Synonyma sind die Ausdrücke , ‚Schmeichelei’ und das bildhafte , ‚Komplimente‘. Es ist die möglichst opportun und witzig angebrachte, öffentliche und galante Schmeichelei einer Frau gegenüber, also ein „Stegreifmadrigal“. Beinhauer (Umgangssprache, 1958, S. 105) gibt folgenden piropo eines andalusischen Arbeiters wieder:

Piropos sind eine Ausdrucksform des Machismo und im spanischen und lateinamerikanischen Raum allgegenwärtig. Wo auch immer eine Frau dort alleine unterwegs ist, wird sie früher oder später Piropos von wildfremden Männern erhalten. Hinter diesen kleinen Schmeicheleien stecken in den seltensten Fällen ernste Absichten, sie sind oft kaum mehr als aufmunternde Floskeln. Einige Männer fassen sie jedoch als Kunstform auf und versuchen, ihre Piropos in geist- und witzreiche kleine Meisterwerke zu verwandeln. Spanische Gigolos verwenden Piropos gezielt, um reiche Urlauberinnen zu bezirzen.

Während einheimische Frauen an Piropos gewöhnt sind und nur selten darauf reagieren, legen Fremde sie oft als alberne Anmachsprüche oder sogar sexuelle Belästigung aus.K. Megerle, J. Huppertz: Zuletzt besucht am 17. September 2007

Geschichte Der Sage nach entstanden Piropos im 12. bis 13. Jahrhundert am königlichen spanischen Hof. Da es den Höflingen untersagt war, ihre Leidenschaft auszuleben, suchten sie sich mit Worten ein anderes Ventil für ihre Gefühle.enplenitud.com: La historia del piropo. 2006. Zuletzt besucht am 17. September 2007.

Literatur Werner Beinhauer: Über „piropos“. In: Volkstum und Kultur der Romanen. 1934. Werner Beinhauer: Spanische Umgangssprache. Bonn 1958 (verbesserte spanische Ausgabe: El espanol coloquial. Madrid 1968). Ewald Probst: Traditionelle und Moderne Sprachgestaltung der Gemeinsprache. München 1994. Judith Schreier: Der Piropo als Instrument verbaler Interaktion. Eine soziopragmatische Untersuchung am Beispiel Venezuelas. Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-631-57309-9.

Einzelnachweise

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