mini|rechts|Gemeindegliederung mini|Ershausen unterhalb des Schimberges
Schimberg ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar. Die Gemeinde im Südeichsfeld leitet ihren Namen von dem die Ortsteile prägenden Schimberg ab.
Geographie Lage Schimberg liegt im Obereichsfeld westlich des Höhenzugs Westerwald im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Zwischen Ershausen und Rüstungen erstreckt sich der Misseröder Kalkrücken.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Schimberg besteht aus den sechs Ortsteilen: Ershausen Lehna Martinfeld Misserode Rüstungen Wilbich
Gewässer Bei Martinfeld mündet der Schloßbach, im Ortsteil Ershausen der von Nordwesten kommende Krombach und bei Wilbich der Wildebach in die Rosoppe, die bei Geismar in die Frieda mündet. Weitere kleine Quellen entspringen im Gemeindegebiet, wie der Gute Born und der Tiefenbach.
Geschichte 1071 wurde Martinfeld, 1169 Ershausen, 1318 Rüstungen als „Rystinen“ und Wilbich, 1479 Misserode als „Mißenrode“ und 1522 Lehna erstmals urkundlich erwähnt. Die Orte gehörten bis zur Säkularisation 1802 zu Kurmainz. 1802 bis 1807 wurden sie preußisch und kamen dann zum Königreich Westphalen. 1815 bis 1945 waren sie Teil der preußischen Provinz Sachsen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde eine Sintifamilie aus dem Ort nach Auschwitz deportiert. Martinfeld erhielt 1942 polnische und sowjetische Zwangsarbeiter. In Wilbich mussten zehn sowjetische Zwangsarbeiter auf den Bauernhöfen arbeiten und in Ershausen, Lehna, Misserode wurden ukrainische und polnische Zwangsarbeiter benutzt.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu den Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Bd. 8, Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 43.
Am 8. April 1945 wurden die Orte von US Army besetzt. In Ershausen starben 6 Einwohner durch Artilleriebeschuss, dort entstanden auch schwere Gebäudeschäden. Zu diesen trugen zwei Brückensprengungen bei, wie ebenfalls in Martinfeld. Artilleriebeschuss erhielt auch Wilbich. Dann wurden die Orte „problemlos besetzt“. Sie kamen dann Anfang Juli 1945 zur sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und waren ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurden sie von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Seit 1990 gehörten die Orte zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen. Die Bildung der heutigen Gemeinde Schimberg erfolgte am 30. Juli 1997 durch die Zusammenlegung der ehemals selbstständigen Gemeinden Ershausen (mit den am 1. Januar 1957 eingemeindeten Orten Misserode und Lehna)Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7. sowie Martinfeld, Rüstungen und Wilbich.StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1997: 2.571 1998: 2.560 1999: 2.526 2000: 2.504 2001: 2.504 2002: 2.473 2003: 2.436 2004: 2.417 2005: 2.413 2006: 2.387 2007: 2.372 2008: 2.337 2009: 2.323 2010: 2.297 2011: 2.306 2012: 2.303 2013: 2.252 2014: 2.255 2015: 2.279 2016: 2.224 2017: 2.209 2018: 2.193 2019: 2.175 2020: 2.154 2021: 2.155 2022: 2.163 2023: 2.152 2024: 2.140 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Schimberg setzt sich aus 14 Gemeinderatsmitgliedern zusammen. Die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Thüringer Landesamt für Statistik: Gemeinderatswahl 2024 in Schimberg - endgültiges Ergebnis Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Christlich Demokratische Union (CDU) 50,3 % 8 Freie Wählergemeinschaft 42,2 % 5 Bürgernah Ansprechbar 7,5 % 1 Wahlbeteiligung: 66,2 %
Bürgermeisterin Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Doreen Mathias-Fromm wurde am 12. Juni 2022 gewählt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kirche St. Ursula und Gefährtinnen in Martinfeld Blaues Wunder bei Burg Gleichenstein oberhalb vom Ortsteil Martinfeld Aussicht vom Ershäuser Fenster (Schimberg) Anger und Fachwerkhäuser im Dorfkern von Ershausen Wallfahrtsstätte Klüschen Hagis bei Martinfeld Die barocke Dorfkirche St. Ursula und Gefährtinnen (1674–1723) besitzt einen wertvollen Stuckmarmoraltar, der aus dem früheren Kloster Beuren stammt, und einen Taufstein Schloss Martinfeld, ehemals seit der Renaissance ein ritterschaftlicher Edelsitz einer uradligen Thüringer Familie und heute Jugendbegegnungsstätte der Pfadfinder und freie Jugendherberge im Ortsteil Martinfeld
Persönlichkeiten Josef Rodenstock (1846–1932), Optiker und Begründer der nach ihm benannten Optischen Werke Melchior Weißenhagen (1849–1905), Pfarrer, Reichstagsabgeordneter (Zentrum) Karl Spitzenberg (1860–1944), Hegemeister, Naturgesetzliche Wühlkultur, Wegbereiter forstlicher Arbeitslehre
Literatur Eduard Fritze: Die letzten Kriegstage im Eichsfeld. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2002. ISBN 3-936030-06-5
Weblinks
Gemeinde Schimberg bei der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Eichsfeld Kategorie:Gemeindegründung 1997