Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Stuttgart Fläche: 339 km² Gliederung: 14 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 38.008 (31. Dez. 2009) Adresse desDekanatamtes: Widerholtplatz 473230 Kirchheim unter Teck Dekan: Christian Tsalos Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Kirchheim unter Teck innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Kirchheim unter Teck ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Kirchheim unter Teck.
Geografie Der Kirchenbezirk liegt in der Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Südosten des Landkreises Esslingen, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Bissingen an der Teck, Dettingen unter Teck, Erkenbrechtsweiler, Holzmaden, Kirchheim unter Teck, Lenningen, Neidlingen, Notzingen, Ohmden, Owen und Weilheim an der Teck.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk grenzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Schorndorf (Prälatur Heilbronn), Geislingen-Göppingen (Prälatur Ulm), Bad Urach-Münsingen (Prälatur Reutlingen) sowie Nürtingen und Esslingen (beide Prälatur Stuttgart).
Geschichte Das Dekanat Kirchheim unter Teck wurde bald nach Einführung der Reformation in Württemberg (1534) errichtet und gehört damit zu den ältesten Dekanaten Württembergs. Zum Dekan wurde der Pfarrer an der Stadtkirche ernannt. Zunächst gehörte das Dekanat Kirchheim zum Generalat Denkendorf, ab 1810 zum Generalat Urach und 1823 wurde es dem Generalat Ulm zugeordnet, aus dem die heutige Prälatur Ulm hervorging. Heute gehört es zur Prälatur Stuttgart. Bis 1690 gehörte auch das Gebiet um Nürtingen zum Dekanat Kirchheim unter Teck, bevor dort ein eigenes Dekanat errichtet wurde.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurde mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinde Hochdorf in den Kirchenbezirk Esslingen umgegliedert. Ferner wurde mit Wirkung vom 1. April 1961 die Kirchengemeinde Roßwälden und mit Wirkung vom 1. Januar 1976 die Kirchengemeinde Zell unter Aichelberg in den Kirchenbezirk Göppingen umgegliedert.
Für 2028 ist die Fusion des Kirchenbezirks mit dem Kirchenbezirk Nürtingen geplant.Fusion der Kirchenbezirke: Sein Job wird künftig weggespart. In: Stuttgarter Zeitung vom 7. Juni 2026.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. 2022 wurde Christian Tsalos, der zugleich eins der Pfarrerämter an der Martinskirche in Kirchheim unter Teck innehat, zum Dekan ernannt.
Dekane des Kirchenbezirks Kirchheim unter Teck seit 1800 1800–1819 Johann Georg Pfeiffer 1819–1841 Jonathan Friedrich Bahnmaier 1842–1848 Christian Gottlob von Moser 1848–1868 Karl Ludwig von Weitzel (1808–1870) 1869–1887 Karl Theodor Wächter (1820–1888) 1887–1901 Karl Sixt Kapff (1833–1901) 1901–1909 Albert Julius Landenberger 1910–1919 Gustav Pezold (1850–1931) 1920–1929 Karl Hoß (1874–1949) 1930–1946 Martin Leube (1884–1961) 1947–1953 Eugen Stöffler sen. (1886–1955) 1953–1964 Hermann Gölz (1902–1964) 1964–1979 Herbert Nitsche (* 1914) 1979–1990 Walter Röckle (1927–2019) 1990–2007 Hartmut Ellinger (* 1942) 2007–2022 Renate Kath (1956–2026) seit 2022 Christian Tsalos
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk gibt es insgesamt 14 Kirchengemeinden. Davon haben sich zwei Kirchengemeinden zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen, bleiben jedoch weiterhin rechtlich selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Das Gebiet gehört zum alten Kernland Württemberg, wo ab 1534 die Reformation eingeführt wurde. Daher ist das gesamte Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Infolgedessen gibt es auch fast in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und meist auch eine alte Kirche. In allen Orten (außer Kirchheim unter Teck) zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.
Kirchengemeinde Bissingen-Ochsenwang mini|links|120px|Kirche Ochsenwang Im Dezember 2019 schlossen sich die bis dahin selbständigen Kirchengemeinden Ochsenwang und Bissingen an der Teck zur Evangelischen Kirchengemeinde Bissingen-Ochsenwang zusammen.Internetauftritt der Kirchengemeinde Bissingen-Ochsenwang
Die ehemalige Kirchengemeinde Bissingen/Teck umfasste den Kernort der Gemeinde Bissingen an der Teck. 1275 werden zwei Kirchen genannt. Die Marienkirche, die wohl dem Kloster St. Peter gehörte und die Michaelskirche, die wohl eine Tochter der gleichnamigen Kirche auf dem Limburg war. 1468 wurden beide Pfarreien durch Württemberg vereinigt. Pfarrkirche wurde die Marienkirche, die Michaelskirche zerfiel und wurde 1568 abgebrochen. Die heutige Kirche wurde im 19. Jahrhundert verändert und erhielt 1824 eine klassizistische Innenausstattung. Der Taufstein ist noch aus romanischer Zeit. Das Pfarramt in Bissingen/Teck betreut auch den Ortsteil Ochsenwang.
Die ehemalige Kirchengemeinde Ochsenwang umfasste den Ortsteil Ochsenwang der Gemeinde Bissingen an der Teck und den Unterlenninger Weiler Engelhof. Kirchlich gehörte Ochsenwang stets zu Bissingen. 1822 wurde jedoch eine eigene Pfarrverweserei errichtet, die meist von den Nachbarpfarrämtern versehen wurde. Hier war Eduard Mörike von Januar 1832 bis Oktober 1833 Pfarrverweser. 1706 wurde in Ochsenwang eine eigene Kirche mit Dachreiter erbaut. Der zu Unterlenningen gehörige Weiler Engelhof wurde mit Wirkung vom 15. Oktober 1991 von der Kirchengemeinde Unterlenningen hierher umgegliedert.
Kirchengemeinde Dettingen/Teck mini|120px|Georgskirche in Dettingen Die Kirchengemeinde Dettingen/Teck umfasst die Gemeinde Dettingen unter Teck. 1269 wurde erstmals eine Kirche erwähnt, die 1302 mit St. Georgskirche bezeichnet wird. Sie gehörte den Grafen von Hohenberg und kam 1381 an Österreich. 1454 kam sie an das Kirchheimer Spital zu schließlich an Württemberg. 1444 war die Kirche durch Aberlin Jörg neu erbaut worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark beschädigt, aber danach wieder aufgebaut. Erhalten blieb der kreuzgratgewölbte Westturm ohne Fachwerkobergeschoss und Helm sowie die Umfassungsmauern von Schiff und Chor.
Kirchengemeinde Erkenbrechtsweiler-Hochwang mini|links|120px|Ev. Kirche Erkenbrechtsweiler Die Kirchengemeinde Erkenbrechtsweiler-HochwangKirchengemeinde Erkenbrechtsweiler-Hochwang, abgerufen am 17. November 2025 umfasst die Gemeinde Erkenbrechtsweiler und den Ortsteil Hochwang der Gemeinde Lenningen. Erkenbrechtsweiler wurde kirchlich zunächst von Oberlenningen aus betreut. Eine Kapelle zu Unserer Lieben Frau in Erkenbrechtsweiler ist aber 1463 erwähnt. Nach der Reformation wurde der Ort abwechselnd von Beuren, Oberlenningen und Neuffen betreut. 1739 wurde Erkenbrechtsweiler eine eigene Pfarrei. Die heutige Kirche wurde 1756 aus der mittelalterlichen Kapelle erbaut und 1867 völlig umgebaut.
mini|120px|Dreifaltigkeitskirche in Hochwang 1952 kaufte die Gemeinde Oberlenningen von der Gemeinde Erkenbrechtsweiler eine Fläche zur Ansiedelung von Neubürgern. So entstand der Ort Hochwang, der bis heute politisch zur Gemeinde Lenningen gehört. 1952 bis 1954 wurde in Hochwang eine eigene Kirche, die Dreifaltigkeitskirche erbaut. Hochwang gehörte kirchlich zunächst ebenfalls zu Oberlenningen, wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2004 jedoch von der Evangelischen Kirchengemeinde Oberlenningen gelöst und der Evangelischen Kirchengemeinde Erkenbrechtsweiler angegliedert. Bis 1955 gehörte die Kirchengemeinde Erkenbrechtsweiler zum Kirchenbezirk Nürtingen. Mit Wirkung vom 1. April 1955 wurde sie in den Kirchenbezirk Kirchheim unter Teck umgegliedert.
Kirchengemeinde Hepsisau mini|links|120px|Evangelische Kirche Hepsisau Die Kirchengemeinde Hepsisau umfasst den Stadtteil Hepsisau der Stadt Weilhelm an der Teck. Kirchlich gehörte der Ort zu Weilheim, doch hatte er seit 1479 eine Filialkapelle, die um 1500 zur Kirche erweitert wurde. 1672 und 1674 wurde sie erneuert. Sie besitzt einen Dachreiter. 1846 wurde in Hepsisau eine eigene Pfarrei errichtet.
Kirchengemeinde Holzmaden mini|120px|Stephanuskirche in Holzmaden Die Kirchengemeinde Holzmaden umfasst die Gemeinde Holzmaden. Schon im 12. Jahrhundert wird ein kleines Kirchlein erwähnt. Es war dem Heiligen Stephanus geweiht. 1411 gelangte die Kirche als Schenkung der Grafen von Württemberg an das Kloster Adelberg. Seit 1549 gibt es evangelische Pfarrer in Holzmaden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort völlig zerstört. Erst nach der Rückkehr der überlebenden Bewohner konnte die Kirche wieder aufgebaut werden (1664–1669). Reste des spätgotischen Chores und des Westturms aus dem 15. Jahrhundert wurden mitverwendet. Schon Ende des 19. Jahrhunderts bestand die Absicht, die kleine Stephanuskirche durch einen Neubau zu ersetzen. Verwirklicht wurde dieser Plan erst 1969–1971. Heute arbeitet die evangelische Kirchengemeinde eng mit der Liebenzeller Gemeinschaft Holzmaden und dem EC Holzmaden zusammen. Die Kirchengemeinde ist Träger der örtlichen Kindergartenarbeit.Internetauftritt der Kirchengemeinde Holzmaden
Kirchengemeinde Jesingen-Ohmden mini|links|120px|Peterskirche Jesingen Die Kirchengemeinde Jesingen-Ohmden umfasst den Stadtteil Jesingen der Stadt Kirchheim unter Teck und die Gemeinde Ohmden.
Jesingen war kirchlich zwischen Holzmaden und Kirchheim aufgeteilt. Ferner hatte auch das Kloster St. Peter Anteil am Ort. Aus der Propsteikirche St. Petrus, Cosmas und Damian wurde nach der Reformation die Pfarrkirche für den gesamten Ort. Die heutige Kirche St. Petrus hat Reste aus dem 13. Jahrhundert, ist aber ansonsten ein neugotischer Bau. Der rechteckige Bau hat einen Dachreiter.
Die Kirchengemeinde Ohmden umfasste die Gemeinde Ohmden. Eine Kirche wird bereits 1122/27 erwähnt, jedoch wurde der Ort kirchlich von den Nachbargemeinden, zuletzt von Kirchheim, betreut. Seit 1484 bestand eine Pfarrverweserei, die der Kirchheimer Pfarrer in der Filialkapelle zu versehen hatte. 1551 wurde eine eigene Pfarrei errichtet. Seit 2013 liegt die Geschäftsführung beim Pfarramt Holzmaden. Die heutige Dorfkirche S. Cosmas und Damian wurde 1681/83 erbaut. Sie besitzt eine Holzkassettendecke und Rundbogenfenster. Der Turm wurde erst 1871 erbaut und 1900 erneuert.
Gesamtkirchengemeinde Kirchheim unter Teck Die Gesamtkirchengemeinde Kirchheim unter Teck umfasst die Stadt Kirchheim unter Teck ohne die Stadtteile Jesingen und Nabern, wo es jeweils eine eigene Kirchengemeinde gibt, die nicht zur Gesamtkirchengemeinde Kirchheim unter Teck gehören. Die Gesamtkirchengemeinde Kirchheim unter Teck wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 11. Januar 1960 gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Kirchheim unter Teck in zunächst drei Teilkirchengemeinden, nämlich die Martinskirchengemeinde, die Christuskirchengemeinde und die Kreuzkirchengemeinde aufgeteilt und diese in der gleichzeitig neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Kirchheim unter Teck zusammengeschlossen wurden. Das Kultusministerium die Gesamtkirchengemeinde Kirchheim unter Teck und deren Teilkirchengemeinden mit Schreiben vom 16. Oktober 1959 als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.