Wismar ist ein Ortsteil der amtsfreien Gemeinde Uckerland im Landkreis Uckermark in Brandenburg. Zum Ortsteil gehört der nördlich gelegene Gemeindeteil und die gleichnamige Gemarkung Hansfelde. Auf der Gemarkung von Hansfelde liegt der nördlichste Punkt Brandenburgs.
Geografie Der Ort liegt vier Kilometer nordöstlich von Strasburg. Er wird in fast allen Himmelsrichtungen vom Land Mecklenburg-Vorpommern umgeben. Nordöstlich des Dorfes befindet sich der zu Strasburg gehörende Demenzsee. Im Südosten liegt zwar der geografische Zugang zum Bundesland Brandenburg, aber an dieser Stelle sorgt ein Bach für eine Abgrenzung vom restlichen Teil der Gemeinde Uckerland. Auch die Ostseeautobahn A 20 verläuft unmittelbar südlich des Ortes und „schneidet“ Wismar und Hansfelde vom Land Brandenburg ab. Sämtliche Straßen führen nur über die vorpommerschen Orte Strasburg und Groß Luckow nach Brandenburg.
Geschichte Namensgeschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1316.Wismarowe, Krabbu Nr. 2482 Der Ortsname Wismar leitet sich von Wismaria Ort des Vysěmêr oder Visemêr ab, dem slawischen Lokator des Ortes.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, , S. 3–168, hier S. 159.
Seit 1950: Wechselnde Landeszugehörigkeit Wismar gehörte bis zum 30. Juni 1950 zum brandenburgischen Landkreis Prenzlau. Am 1. Juli 1950 wechselte die Gemeinde in den mecklenburgischen Kreis Pasewalk. Am 25. Juli 1952 wurden die Länder der DDR durch Gesetz aufgelöst, 14 Bezirke geschaffen und die alten Kreise in neue aufgeteilt. Die Uckermark war damit auf die beiden Bezirke Neubrandenburg und Frankfurt (Oder) aufgeteilt. Wismar lag fortan im Kreis Strasburg des Bezirks Neubrandenburg. Ab 1990 gehörte die Gemeinde dann zum Landkreis Strasburg im neu gegründeten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
Nach einem Bürgerentscheid im Jahr 1992 wurden die Gemeinden Fahrenholz, Güterberg, Jagow, Lemmersdorf, Lübbenow, Milow, Trebenow, Wilsickow, Wismar und Wolfshagen aus dem Landkreis durch den Staatsvertrag zwischen den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern über die Änderung der gemeinsamen Landesgrenze vom 9. Mai 1992 mit Wirkung zum 1. August 1992 dem Kreis Strasburg ausgegliedert und fielen an das Land Brandenburg zum Kreis Prenzlau, während die Stadt Strasburg, Blumenhagen, Groß Luckow und Klein Luckow im Land Mecklenburg-Vorpommern verblieben. Seit dem 6. Dezember 1993 gehört Wismar zum neu gegründeten Landkreis Uckermark in Brandenburg. Die Evangelische Kirchengemeinde Wismar gehört dagegen zum Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Nordkirche (vormals Pommersche Evangelische Kirche).Anlage 2 zur Kirchenkreissatzung (PDF; 80 kB)
Am 31. Dezember 2001 wurde Wismar ein Teil der Gemeinde Uckerland.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
Seit mehreren Jahren kämpfen die Einwohner von Wismar und Hansfelde für eine Rückkehr nach Mecklenburg-Vorpommern und eine Eingliederung in die Stadt Strasburg. Sowohl die Stadt Strasburg als auch der Landkreis Uecker-Randow haben im Jahr 2009 einer Aufnahme der beiden Orte zugestimmt. Eine Rückkehr nach MV ist jedoch nur per Staatsvertrag zwischen den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern möglich.Tagesspiegel: Sehnsucht nach Mecklenburg, 4. April 2007
Einwohnerentwicklung Datum Einwohner 01.12.1875* 464 01.12.1890* 464 01.12.1910* 404 16.06.1925* 471 16.06.1933* 387 17.05.1939* 394 Datum Einwohner 29.10.1946* 591 31.08.1950* 620 31.12.1964* 438 01.01.1971* 338 31.12.1981* 289 31.12.1989 275 Datum Einwohner 03.10.1990 258 31.12.1991 229 31.12.1992 217 31.12.1993 206 31.12.1994 200 31.12.1995 191 Datum Einwohner 03.10.1996 187 31.12.1997 184 31.12.1998 178 31.12.1999 167 31.12.2000 212 März 2003 209
* Volkszählungsergebnisse
Der Kernort Wismar hat 155 Einwohner, der Gemeindeteil Hansfelde 54 (Stand: März 2003).
Quelle: Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 – Landkreis UckermarkHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 - Landkreis Uckermark (PDF-Datei; 377 kB)
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche von Wismar Die Dorfkirche Wismar ist eine Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im Innenraum steht unter anderem ein barocker Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der ursprünglich in der Kirche Schwarzensee aufgestellt war. Die massiven Häuser und Scheunen aus rotem Ziegelstein zeugen davon, dass Wismar ein Bauerndorf war. Im Ort sind auch eine Freiwillige Feuerwehr und ein Dorfgemeinschaftshaus zu finden.
Literatur
Weblinks
Quellen
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Uckermark) Kategorie:Ersterwähnung 1316 Kategorie:Gemeindeauflösung 2001 Kategorie:Ort im Landkreis Uckermark Kategorie:Ortsteil von Uckerland