mini|Seite aus der Oeconomischen Encyclopädie: Papilloteisen oben Mitte, rechts daneben eine Brennschere. Die Papillote bezeichnet im Französischen eigentlich eine in herz- oder schmetterlingsförmig geschnitteneAltfranzösisch papillot, Verkleinerungsform von papillon „Schmetterling“. Papierwickel einzeln verpackte Praline oder Bonbon. Übertragen wurde das auf Haarwickel aus Papier. Dabei wird eine zur Sechserlocke gedrehte Haarsträhne in Papier eingeschlagen und gepresst. „Papillotierte“ Locken wurden von Männern ab Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts getragen.
Ab dem 18. Jahrhundert wurde zum Pressen ein erwärmtes Papilloteisen (auch Frisiereisen oder Quetscheisen) verwendet. Das Eisen musste dabei über einem Stövchen immer wieder erhitzt werden. Die Prozedur des Einwickelns und Pressens konnte sich über mehrere Stunden hinziehen. Die Oeconomische Encyclopädie des Johann Georg Krünitz beschreibt das Verfahren ausführlich:
Die traditionellen Pejes, die von orthodoxen Juden getragenen gedrehten Schläfenlocken, heißen im Französischen Papillotes.
mini|Papillote aus Schaumstoff Im modernen Gebrauch ist die Papillote ein zylindrischer Schaumstoffstab, mit dem aufgewickelte nasse Haare in ihrer Lage fixiert werden, bis sie getrocknet sind. Sie ist mit dem Lockenwickler vergleichbar, jedoch flexibel und wesentlich länger. Mit diesen speziellen Wicklern können unregelmäßige, natürlich fallende Wellen und Locken (im Gegensatz zu den klassischen Wicklern) gestaltet werden. Dünne Papilloten eignen sich für dünnes Haar, dicke für dickere Haare.duden.de abgerufen am 20. August 2011 abgerufen am 20. August 2011
Siehe auch En papillote
Literatur Ingrid Loschek: Reclams Mode- und Kostümlexikon. 5. Auflage. Reclam, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-010577-3, S. 389.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Haarpflegegerät