mini|hochkant|Kirche St. Quentin mini|Protestantische Kirche mini|Longeville, alter Ortskern westlich der Stadt Metz auf der linken Seite der Mosel, auf einem Plan der Umgebung von Metz um 1900
Longeville-lès-Metz [] ( Longeville bei Metz) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).
Geographie Die Gemeinde liegt in Lothringen, beiderseits der Mosel und grenzt unmittelbar südwestlich an Metz. Der alte Ortskern befindet sich links der Mosel, neuere Wohngebiete auf der rechten Moselseite, die zusammen mit anderen umliegenden Gemeinden und der Stadt Metz ein geschlossenes Siedlungsgebiet bilden. Der Haltepunkt Longeville-lès-Metz lag an der Bahnstrecke Conflans-Jarny–Metz.
Geschichte Der Ort wird schon 715 genannt; damals war Gorze hier begütert.Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 268 (google.books.de). Spätere Ortsbezeichnungen sind Longevilla (910), Longeiville (930), Lagneivilla (936), Longavilla (955), Lungeville devant Mets (15. Jh.) und Longueville (17. Jh.).Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 271–273 (books.google.de). Der Ortsname rührt von der ursprünglichen Siedlungsform des Dorfs her, das als Straßendorf von einem Kilometer Länge angelegt worden war. Die Ortschaft gehörte früher zum Bistum Metz.
1552 wurde der Ort zusammen mit der Metzer Region von Frankreich besetzt und annektiert, das sich den Besitz im Westfälischen Frieden bestätigen ließ.
Während des Deutsch-Französischen Kriegs übernachtete hier Kaiser Napoleon III. vom 14. bis 15. August 1870 vor seiner Abreise von Metz beim Obersten Henaque. Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Landkreis Metz im Bezirk Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben starken Weinbau (2300 Hektoliter jährlich) sowie Obst- und Gemüsebau.
Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Ort im November 1918 von französischen Streitkräften eingenommen. Nach Kriegsende musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.
Von 1915 bis 1919 und noch einmal von 1940 bis 1944 trug der Ort den deutschen Namen Langenheim bei Metz.
Demographie Nach dem Frankfurter Frieden stieg die Bevölkerungszahl von 774 (1890) auf 1921 (1900) und 2518 Einwohner (1910); etwa 40 Prozent davon waren Soldaten und Angestellte der deutschen Armee.
+ Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019Einwohner 4058 4379 4136 4078 4134 4012 3840 3955
Sehenswürdigkeiten Kirche St. Quentin Protestantische Kirche Napoleon-Haus Bismarckturm
Persönlichkeiten Karl Joseph August Migette (1802–1884), deutsch-französischer Maler, Kunstsammler und Hochschullehrer, verstarb hier Frédéric Coubillier (1869–1953), deutsch-französischer Bildhauer Jean-François Clervoy (* 1958), französischer ESA-Astronaut Olivier Krumbholz (* 1958), Handballspieler und -trainer Aldo Berardi (* 1963), römisch-katholischer Ordensgeistlicher, Apostolischer Vikar des Nördlichen Arabien Ludovic Obraniak (* 1984), polnischer Fußballspieler
Literatur Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 82 (books.google.de).
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Einzelnachweise
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