Ginette Neveu (* 11. August 1919 in Paris; † 28. Oktober 1949 auf den Azoren bei einem Flugzeugabsturz (Mit letztem Foto von Ginette Neveu.)) war eine französische Geigerin.

Leben Den ersten Violinunterricht erhielt sie als Fünfjährige von ihrer Mutter, 1930 trat sie in die Violinklasse von Jules Boucherit am Pariser Konservatorium ein, wurde auch bei Nadia Boulanger und George Enescu ausgebildetSternstunden: Ginette Neveu spielt Brahms. Sendung vom 8. April 2021 in der Reihe Historische Aufnahmen des Deutschlandfunks, gehört in der Ansage am 12. April 2021 und bekam bereits acht Monate später das Abschlussdiplom mit einem ersten Preis verliehen. Von 1931 bis 1935 war sie Schülerin von Carl Flesch in Baden-Baden:

1935 gewann sie den ersten Preis im Henryk-Wieniawski-Wettbewerb in Warschau (vor David Oistrach). Von da an entwickelte sich ihre Karriere stetig weiter, spätestens seit dem Ende der 1930er Jahre befand sie sich endgültig auf dem Weg in die Weltspitze.

Sie war auf dem Weg zu einer Konzertreise in die USA, als sie beim Flugzeugabsturz am Monte Redondo zusammen mit ihrem Bruder, dem Pianisten Jean-Paul Neveu, umkam.THE AZORES: These Are the Paths. In: TIME, 7. November 1949, Seite 1 Als ihre Leiche gefunden wurde, hielt sie ihre Stradivari in den Armen. Das Instrument war zerbrochen, jedoch nicht verbrannt.Donald Brook: Violinists of To-Day. Read Books, 2007, ISBN 1-4067-7480-4, Zitat: „When her body was found it was observed that her Stradivarius—her most precious possession—was clutched tightly in her arms. The violin, though broken, had not been burned.“

mini|hochkant|Grabmal auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris

Diskografie Beethoven: Violinkonzert op. 61. Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden-Baden, Hans Rosbaud (25. Sep. 1949) Brahms: Violinkonzert op. 77. Sinfonieorchester des NWDR, Hans Schmidt-Isserstedt (3. Mai 1948) Chausson: Poème op. 25. Philharmonia Orchestra, Charles Münch (2. Jan. 1949) Ravel: Tzigane (für Violine & Orchester). Philharmonia Orchestra, Charles Münch (2. Jan. 1949) Die obigen vier Werke erschienen auf Platten, deren Urheberrechte nicht geklärt sind. Es handelt sich hier um ein Doppelalbum aus den USA.

Über den EMI-Auslands-Sonderdienst erschien 1980 eine 4-LP-Box (His Master’s Voice RLS 739),wiederveröffentlicht 2019 als 4-CD-Box bei Warner Classics die alle Studio-Aufnahmen von ihr enthält; auch ihr Bruder ist als Klavierpartner dabei. Diese Zusammenstellung wurde durch deren Eltern ermöglicht. Darin sind auch Sibelius: Violinkonzert op. 47. Philharmonia Orchestra, Walter Susskind (Nov. 1945) und Brahms: Violinkonzert op. 77. Philharmonia Orchestra, Issay Dobrowen, (Aug. 1946)

Am 25. April 1948 entstand im Kurhaus Baden-Baden eine Aufnahme des Violinkonzertes von Brahms mit dem Orchestre National de la Radiodiffusion Télévision Française unter der Leitung von Roger Désormière.

Literatur Volker Timmermann: Ginette Neveu (1919–1949). Ginette Neveu – Karriere zwischen Wettbewerbssiegen und Unfalltod. In: Carolin Stahrenberg, Susanne Rode-Breymann (Hrsg.): „… mein Wunsch ist es, Spuren zu hinterlassen …“. Rezeptions- und Berufsgeschichte von Geigerinnen. Hannover 2011, ISBN 978-3-86525-193-0, S. 94–117.

Weblinks

Jürgen Speckmann, Luise F. Pusch: 31. März 2012

Einzelnachweise

Kategorie:Klassischer Geiger Kategorie:Unfallopfer (Flugverkehr) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1949 Kategorie:Frau