rechts|150px rechts|150px Die deutsche Fußballolympiamannschaft der Männer ist eine Auswahlvertretung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Teilnahme an den Fußballturnieren der Olympischen Spiele. Sie wird für diesen Zweck in Jahren, in denen sich Deutschland (durch die Leistung der U21-Nationalmannschaft) für das Turnier qualifiziert, zusammengestellt. Bis 1990 existierte eine separate Fußball-Olympiaauswahl der DDR.
Vor 1984 wurde die Bundesrepublik Deutschland durch die deutsche Fußballnationalmannschaft der Amateure bei Olympischen Spielen vertreten. 1984 und 1988 waren alle Spieler, die noch nie bei einer Weltmeisterschaft spielten, spielberechtigt. Danach ersetzte die U-21-Europameisterschaft die Qualifikation. Seit 1992 dürfen bis zu drei Spieler der Olympiamannschaft über 23 Jahre alt sein.
Da die deutsche U-21-Nationalmannschaft der Männer bei der U-21-Europameisterschaft 2015 das Halbfinale erreicht hatte, qualifizierte sich die männliche deutsche Fußballolympiamannschaft für die Olympischen Spiele 2016, bei denen sie im Finale Brasilien unterlag und somit die Silbermedaille gewann. Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio schied die deutsche Fußballolympiamannschaft der Männer bereits in der Gruppenphase aus. Nach einer deutlichen Niederlage gegen Brasilien (2:4), einem knappen Sieg gegen Saudi-Arabien (3:2) und einem Unentschieden gegen die Elfenbeinküste (1:1) verpasste das Team den Einzug ins Viertelfinale.
Die A-Nationalmannschaft bei Olympischen Spielen Übersicht Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart mit Vereinsmannschaften, 1908 als offizielle olympische Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen aber in diesen Jahren noch nicht teil. Insgesamt war man nur bei drei von sieben Turnieren für A-Nationalmannschaften dabei. mini|Die deutsche Mannschaft bei den Spielen 1912 Jahr Austragungsort Teilnahme bis… Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten 1908 London keine Teilnahme --- --- 1912 Stockholm Achtelfinale Österreich 11. Höchster Sieg der deutschen Länderspielgeschichte (16:0 gegen Russland) 1920 Antwerpen keine Teilnahme --- --- Deutschland war von den Spielen ausgeschlossen. 1924 Paris keine Teilnahme --- --- Deutschland nahm an den Spielen erneut nicht teil. 1928 Amsterdam Zwischenrunde Uruguay 8. --- 1936 Berlin Viertelfinale Norwegen 6. --- 1948 London keine Teilnahme --- --- Deutschland war von den Spielen ausgeschlossen. Quelle:fifa.com: TECHNICAL REPORT AND STATISTICS
1912 mini|Spielszene aus dem Spiel gegen Österreich Bei den Spielen von 1912 in Stockholm trat Deutschland gegen Österreich, Russland und Ungarn an. Während gegen Russland in der Trostrunde mit 16:0 der höchste Sieg der Länderspielgeschichte gelang, Gottfried Fuchs schoss allein zehn Tore, gab es gegen die beiden k.-u.-k.-Länder Niederlagen. Mit 1:5 wurde das Spiel gegen den Nachbarn Österreich im Achtelfinale und mit 1:3 das Spiel gegen Ungarn im Halbfinale der Trostrunde verloren.
1928 1916 fanden kriegsbedingt keine Olympischen Spiele statt. Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland erst wieder 1928 zugelassen. In Amsterdam konnte zunächst der Nachbar aus der Schweiz mit 4:0 besiegt werden, ehe gegen den späteren Olympiasieger aus Uruguay mit einem 1:4 für die deutsche Mannschaft die Spiele beendet waren. Es war das erste Länderspiel gegen eine außereuropäische Mannschaft und mit Hans Kalb und Richard Hofmann wurden die ersten deutschen Nationalspieler in einem Länderspiel vom Platz gestellt.
1936 Nachdem Fußball 1932 nicht im Programm stand, startete der WM-Dritte 1936 mit einem 9:0 gegen Luxemburg in das Turnier, musste dann aber nach einem 0:2 gegen Norwegen die Hoffnungen auf den Olympiasieg begraben. Nach diesem Spiel wurde Reichstrainer Otto Nerz von Sepp Herberger abgelöst.
Amateurmannschaften bei Olympischen Spielen Jahr Austragungsort Teilnahme bis… Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten 1948 London keine Teilnahme --- --- Deutschland war von den Spielen ausgeschlossen. 1952 Helsinki Spiel um Platz 3 Schweden 4. Erster Vorstoß bis ins Halbfinale 1956 Melbourne Achtelfinale UdSSR 9. 1960 Rom nicht qualifiziert --- --- 1964 Tokio nicht qualifiziert --- --- In der Qualifikation an der DDR-Olympiaauswahl gescheitert, die in Tokio Dritter wurde. 1968 Mexiko nicht qualifiziert --- --- 1972 München Zwischenrunde DDR, Mexiko, Ungarn 6. BR Deutschland als Gastgeber automatisch qualifiziert. 1976 Montreal nicht qualifiziert --- --- 1980 Moskau nicht qualifiziert --- --- 1948 war Deutschland zunächst nicht zugelassen, und ab 1952 nahmen nicht mehr die A-Nationalmannschaften der westlichen Länder teil, sondern die Nationalmannschaft der Amateure.
1952 Die Bundesrepublik Deutschland gewann zunächst im Achtelfinale gegen Ägypten (3:1) und im Viertelfinale gegen Brasilien (4:2, einziger Sieg gegen Brasilien bei einem bedeutenden Turnier bis 2014), verlor dann im Halbfinale gegen Jugoslawien (1:3) und auch das Spiel um Platz 3 gegen Schweden (0:2). Trainer der Amateurnationalmannschaft war der Bundestrainer Sepp Herberger.
1956 Die Amateurnationalmannschaft der Bundesrepublik verlor in Melbourne am 24. November im Achtelfinale gegen den späteren Olympiasieger UdSSR mit 1:2.
1960 In zwei 1959 durchgeführten Spielen (2:0 und 2:1) vor leeren Rängen gegen die Auswahl der DDR qualifizierte sich die Amateurnationalmannschaft der Bundesrepublik für die Qualifikationsspiele gegen Finnland (2:1 am 11. November 1969; in Siegen und 2:3 am 18. Mai 1960; in Helsinki) und Polen (0:3 am 24. November 1959; in Essen und 1:3 am 18. April 1960; in Warschau), schied aber gegen diese aus.
1964 Durch eine 0:3-Niederlage am 15. September 1963 in Karl-Marx-Stadt und einem 2:1-Sieg am 22. September 1963 in Hannover gegen die DDR-Olympiaauswahl verpasste die bundesdeutsche Amateurnationalmannschaft die Qualifikation für die Spiele in Tokio. Dort erreichte die DDR-Olympiaauswahl den 3. Platz.
1968 Durch eine 0:2-Niederlage (am 25. Oktober 1967; in Augsburg) und einem 1:0-Sieg (am 8. November 1967; in Herdon) gegen die Auswahl des Vereinigten Königreiches verpasste die westdeutsche Mannschaft die Qualifikation für die Endrunde in Mexiko.
1972 Für die Spiele in München war die Mannschaft der Bundesrepublik als Veranstalter automatisch qualifiziert. Neben der zwei Jahre später stattfindenden WM in der Bundesrepublik Deutschland war es das einzige Turnier, an dem zwei deutsche Mannschaften teilnehmen. Mit einer mit jungen Bundesligaspielern besetzten Mannschaft, in der der spätere Weltmeister Uli Hoeneß und der spätere Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld standen, gewann die Amateurnationalmannschaft zunächst durch Siege gegen Malaysia und Marokko (jeweils 3:0) und die USA (7:0) die Gruppenphase. In der Zwischenrunde gelang aber nur ein 1:1 gegen Mexiko. Nach einem 1:4 gegen Ungarn und einem 2:3 gegen die DDR schied die westdeutsche Mannschaft aus. Die DDR-Auswahl belegte gemeinsam mit der UdSSR nach einem 2:2 n. V. den 3. Platz. Trainiert wurde die Mannschaft von Jupp Derwall, dem Assistenten des Bundestrainers.
1976 Die Mannschaft der Bundesrepublik traf in der Qualifikation auf Spanien und verlor nach einem 0:0 im Heimspiel das Rückspiel mit 2:3, wodurch die Qualifikation verpasst wurde.
1980 Die Mannschaft der Bundesrepublik traf in der Qualifikation auf Norwegen (0:2 und 0:1) und Finnland (2:0 und 0:0) und belegte den zweiten Platz in der Gruppe hinter Norwegen, wodurch die Qualifikation verpasst wurde. Da die Bundesrepublik Deutschland nach dem Einmarsch der UdSSR in Afghanistan die Spiele boykottierte, hätte die Mannschaft auch bei erfolgreicher Qualifikation nicht teilgenommen.
Auswahlmannschaften bei Olympischen Spielen Jahr Austragungsort Teilnahme bis… Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten 1984 Los Angeles Viertelfinale Jugoslawien 5. 1988 Seoul Spiel um Platz 3 Italien 3. Erster Medaillengewinn 1992 Barcelona nicht qualifiziert --- --- 1996 Atlanta nicht qualifiziert --- --- 2000 Sydney nicht qualifiziert --- --- 2004 Athen nicht qualifiziert --- --- 2008 Peking nicht qualifiziert --- --- 2012 London nicht qualifiziert --- --- 2016 Rio de Janeiro Finale Brasilien 2. Erste Finalteilnahme 2021 Tokio Gruppenphase Brasilien, Saudi-Arabien, Elfenbeinküste 9. Erstes Olympiaturnier in einem ungeraden Jahr; erstes Gruppenaus 2024 Paris nicht qualifiziert --- --- 2028 Los Angeles 2032 Brisbane
1984 Nach dem Boykott der Ostblockländer wurde die zunächst nicht qualifizierte Olympiamannschaft der Bundesrepublik, bei der es sich um eine mit Profispielern besetzte Mannschaft handelt, nachnominiert und erreichte nach Siegen gegen Marokko (2:0) und Saudi-Arabien (6:0), sowie einer Niederlage gegen Brasilien (0:1) das Viertelfinale, das mit 2:5 gegen Jugoslawien verloren ging. In der Mannschaft standen unter anderem die späteren Weltmeister Andreas Brehme und Guido Buchwald. Trainer der Mannschaft war Erich Ribbeck, der von 1998 bis 2000 auch Bundestrainer war. Spieler, die vor den Olympischen Spielen bereits an Weltmeisterschaften teilgenommen hatten, durften nicht am olympischen Turnier teilnehmen.
Vorbereitungs- und Qualifikationsspiele 16. November 1982 Emmen BR Deutschland – Niederlande 0:0 – 29. März 1983 Wuppertal BR Deutschland – Polen 1:1 Schatzschneider 24. April 1983 Lissabon Portugal – BR Deutschland 3:1 Schatzschneider 8. Juni 1983 Wuppertal BR Deutschland – Israel 2:0 Hartwig, Waas 20. September 1983 Hof BR Deutschland – Tschechoslowakei 0:1 – 4. Oktober 1983 Osnabrück BR Deutschland – Portugal 3:0 Schatzschneider (2), Bommer 25. Oktober 1983 Maribor Jugoslawien – BR Deutschland 3:2 Buchwald, Klotz 20. November 1983 Tel Aviv-Jaffa Israel – BR Deutschland 0:1 Schatzschneider 23. März 1984 Paris Frankreich – BR Deutschland 1:1 Schatzschneider 17. April 1984 Bochum BR Deutschland– Frankreich 0:1 – 17. Juni 1984 Koblenz BR Deutschland– China 6:2 Schatzschneider (2), Bommer, Brehme, Mill, Rahn
Turnierspiele 30. Juli 1984 Palo Alto BR Deutschland – Marokko 2:0 Brehme, Rahn 1. August 1984 Palo Alto Brasilien – BR Deutschland 1:0 – 3. August 1984 Palo Alto BR Deutschland – Saudi-Arabien 6:0 Bommer (2), Schreier (2), Mill, Rahn 6. August 1984 Pasadena Jugoslawien – BR Deutschland 5:2 Bommer, Rahn
Eingesetzte Spieler Nachfolgende 37 Spieler wurden von Trainer Erich Ribbeck in 15 Länderspielen zwischen November 1982 und August 1984 eingesetzt:
Tor: Bernd Franke (12/4 Einsätze/davon Endrunde), Walter Junghans (2), Ralf Zumdick (2) Abwehr: Dieter Bast (14/4), Bernd Wehmeyer (13/4), Manfred Bockenfeld (11/4), Roland Dickgießer (6/1), Karl-Heinz Geils (6), Dirk Hupe (4), Thomas Allofs (1), Lothar Huber (1), Dieter Schlindwein (1) Mittelfeld: Jürgen Groh (14/4), Rudi Bommer (11/4), Andreas Brehme (10/4), Guido Buchwald (9/4), Jimmy Hartwig (8), Peter Lux (5/3), Uwe Rahn (5/4), Jürgen Mohr (4), Uwe Bein (2), Werner Heck (2), Frank Pagelsdorf (2), Alfred Schön (2/1), Ulrich Bittcher (1), Ralf Falkenmayer (1), Meinolf Koch (1), Benno Möhlmann (1), Jonny Otten (1) Angriff: Dieter Schatzschneider (11/3), Christian Schreier (10/3), Frank Mill (8/4), Bernd Klotz (5), Werner Dreßel (4), Karl Del’Haye (3), Wolfgang Patzke (3), Herbert Waas (1)
Torschützen Schatzschneider (8/- Tore/davon Endrunde), Bommer (5/3), Rahn (4/3), Brehme (2/1), Mill (2/1), Schreier (2/2), Buchwald (1), Hartwig (1), Klotz (1), Waas (1)
1988