mini|David Fincher (2023) David Andrew Leo Fincher (* 28. August 1962 in Denver, Colorado) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Alien 3 (1992), Sieben (1995), Fight Club (1999), The Social Network (2010) und Gone Girl (2014).

Biografie David Fincher wurde am 28. August 1962 (anderen Angaben zufolge am 10. Mai 1962) als Sohn des Reporters Jack Fincher geboren. Sein Vater arbeitete unter anderem für das Magazin Life und seine Mutter Claire war in einer Klinik zur Rehabilitation von Drogenabhängigen beschäftigt. Als Kind zog er mit seiner Familie ins kalifornische Marin County. Früh hegte er den Wunsch, später als Filmregisseur zu arbeiten. Inspiriert durch George Roy Hills Western-Komödie Zwei Banditen (1969) begann er bereits als Achtjähriger eigene Filme mit einer 8-mm-Filmkamera im heimischen Garten aufzunehmen.Walker, Tim: All the best connections. In: The Independent, 9. Oktober 2010, S. 38 Ebenfalls wurde er durch George Lucas’ Science-Fiction-Film Das Imperium schlägt zurück (1980) beeinflusst. Er besuchte auch die Dreharbeiten zu Lucas’ American Graffiti (1973), der in Marin County gedreht wurde. Als Schüler besuchte er die Ashland High School in Ashland (Oregon).vgl. David Fincher. In: Internationales Biographisches Archiv 26/2009 vom 23. Juni 2009, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 39/2010 (aufgerufen via Munzinger Online) Dort arbeitete er nebenbei als Filmvorführer und sah so die gesamte Filmproduktion dieser Jahre bis zu 180-mal. Samstags arbeitete er bei einem lokalen Fernsehsender als Produktionsassistent.Playboy: , 16. September 2014

Der Autodidakt Fincher, der nie eine Filmhochschule besuchte, erlernte das Handwerk ab dem achtzehnten Lebensjahr bei der Trickfilm-Firma Korty Films in Mill Valley, Kalifornien. Er profitierte davon, dass George Lucas ein direkter Nachbar seines Elternhauses war, so dass er von 1981 bis 1983 bei George Lucas’ Spezialeffekte-Firma Industrial Light & Magic (ILM) arbeiten konnte, wo er als Trickfilmzeichner begann. Nach der Mitarbeit an Projekten wie Lucas’ Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) oder Steven Spielbergs Abenteuerfilm Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) gründete Fincher 1986 – zusammen mit späteren Hollywood-Regisseuren wie Mark Romanek, Michel Gondry, Neil LaBute und Michael Bay – die Produktionsfirma Propaganda Films. Der Amerikaner drehte in dieser Zeit unter anderem Musikvideos für Künstler wie Michael Jackson, Madonna, George Michael, Aerosmith oder die Rolling Stones. Zusätzlich produzierte Fincher beginnend mit seinem „rauchenden Fötus“ (1984, American Cancer Society) Werbefilme. Zu seinen Kunden zählten unter anderem Adidas, AT&T, Budweiser, Chanel, Coca-Cola, Heineken, Levi’s, Nike und Pepsi.

1992 gab Fincher mit Alien 3 sein Debüt als Spielfilmregisseur. Der Film erhielt jedoch keine guten Kritiken, und er blieb kommerziell etwas unter den hohen Erwartungen (1,5 Mio. Besucher in Deutschland und inflationsbereinigt 86 Mio. US-Dollar in den Vereinigten Staaten). Verständlich wurde dieser Fehlschlag jedoch einige Jahre später, als die katastrophalen Produktionsbedingungen des Films bekannt gemacht wurden: Während Fincher den Film bereits drehte, wurde gleichzeitig noch am Drehbuch gearbeitet.

Sein Thriller Sieben (1995) konnte drei Jahre später jedoch die Kritiker überzeugen und wurde zudem ein großer Erfolg an den Kinokassen. Das Werk, in dem Morgan Freeman und Brad Pitt einen Psychopathen (gespielt von Kevin Spacey) jagen, der eine Serie krankhafter Morde nach der Reihenfolge der sieben Todsünden begeht, war prägend für die Definition des modernen Thrillers (Neo-Thriller). An den vorangegangenen Erfolg konnte Fincher mit dem Thriller The Game (1997) anknüpfen, in dem ein egoistischer Wirtschaftsboss (Michael Douglas) durch seinen Bruder (Sean Penn) zum unfreiwilligen Teilnehmer in einem lebensbedrohlichen Spiel wird.

Das darauf folgende Werk Fight Club (1999) mit Edward Norton und Brad Pitt in den Hauptrollen konnte zwar die Kritiker, aber nicht an den Kinokassen überzeugen und avancierte erst nach seiner Video- und DVD-Auswertung zum Kultfilm. Mit Pitt arbeitete Fincher auch 2008 beim Drama Der seltsame Fall des Benjamin Button zusammen, der auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald basiert und ihm seine ersten Nominierungen als Regisseur für den Golden Globe Award und Oscar einbrachten. Dazwischen entstanden die Thriller Panic Room (2002) und Zodiac – Die Spur des Killers (2007), bei denen Fincher mit so bekannten Akteuren wie Robert Downey Jr., Jodie Foster, Jake Gyllenhaal und Forest Whitaker zusammenarbeitete. Letztgenannter Film erzählt die Geschichte des gleichnamigen Serienmörders, der Ende der 1960er Jahre in der San Francisco Bay Area für Angst und Schrecken sorgte.

Mit dem Projekt The Social Network, das im Februar 2010 abgedreht wurde und im Oktober 2010 in die Kinos kam, nahm sich Fincher der Entstehungsgeschichte des sozialen Netzwerkes Facebook an. Die Hauptrolle des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg übernahm Jesse Eisenberg. Das „komplexe Geflecht aus Rückblenden, Perspektivwechseln, Anekdoten und Abschweifungen, dessen gewagtes Tempo eine sogartige Wirkung entfaltet“ stand trotz Kritik am Wahrheitsgehalt der Geschichtevgl. Rohrer, Finlo: Is the Facebook movie the truth about Mark Zuckerberg? bei bbc.co.uk, 30. September 2010 (aufgerufen am 10. Januar 2011) in der Gunst von Publikum und Kritikern. „Hollywoods Parforce-Kunsthandwerker“ wurden daraufhin zahlreiche Auszeichnungen zuteil,vgl. Kritik von Ulrich Kriest im film-dienst 20/2010 (aufgerufen via Munzinger Online) darunter die Regiepreise der Filmkritikervereinigungen von Los Angeles und New York, der National Board of Review Award, der National Society of Film Critics Award, der Golden Globe Award sowie eine Oscar-Nominierung.

Die Veröffentlichung des ersten Teils der Millennium-Trilogie Verblendung erfolgte im Dezember 2011.vgl. The Girl with the Dragon Tattoo bei imdb.com (aufgerufen am 15. Dezember 2011) Fincher öffnete sich neuen Medien und schuf als Executive Producer für Netflix die Online-Serie House of Cards von 2013. Neben der Produktion führte er in zwei Episoden Regie und war für das Marketing der Serie verantwortlich. Im Jahr 2014 kam Finchers Verfilmung des Romans Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn ins Kino. Er thematisiert die Beziehungsebene einer Ehe anhand des plötzlichen Verschwindens einer Frau (gespielt von Rosamund Pike) und des aufkommenden Verdachts gegenüber ihrem Ehemann (Ben Affleck).

2020 ist auf Netflix sein Film Mank erschienen. Das Filmdrama handelt von der wahren Geschichte des alkoholkranken Drehbuchautors Herman J. Mankiewicz, welcher zusammen mit Orson Welles das Drehbuch zu Citizen Kane geschrieben hat. Das Drehbuch zu Mank schrieb Finchers Vater Howard, die Hauptrolle übernimmt der Oscar-Preisträger Gary Oldman. In weiteren Rollen sind u. a. Amanda Seyfried, Lily Collins, Charles Dance und Tom Burke zu sehen. 2021 wurde Mank für sechs Golden Globes nominiert, darunter für die Beste Regie sowie eine posthume Nominierung seines Vaters für das Beste Drehbuch. Bei der Oscarverleihung 2021 führte Mank das Favoritenfeld mit zehn Nominierungen an, darunter für den Besten Film und die Beste Regie, gewann jedoch nur in den Kategorien Beste Kamera und Bestes Szenenbild.

Am 10. November 2023 erschien auf Netflix seine Comicverfilmung Der Killer mit Michael Fassbender in der Titelrolle.Anne Cohen: New Movies Coming to Netflix in 2023. In: netflix.com, 18. Januar 2023.

Fincher dreht seit Zodiac (2007) seine Filme mit digitalen Kinokameras. In der Filmbranche gilt das „Wunderkind“ als Perfektionist. So ließ Fincher unter anderem den achtminütigen Anfangsdialog zu The Social Network mit Jesse Eisenberg und Rooney Mara 99 Mal drehen.

David Fincher war von 1990 bis 1995 mit Donya Fiorentino verheiratet. Er ist Vater einer Tochter.

Filmografie Kinofilme Regie 1992: Alien 3 (Alien³) 1995: Sieben (Se7en) 1997: The Game 1999: Fight Club 2002: Panic Room 2007: Zodiac – Die Spur des Killers (Zodiac) 2008: Der seltsame Fall des Benjamin Button (The Curious Case of Benjamin Button) 2010: The Social Network 2011: Verblendung (The Girl With The Dragon Tattoo) 2014: Gone Girl – Das perfekte Opfer (Gone Girl) 2020: Mank 2023: Der Killer (The Killer)

Darsteller 1999: Being John Malkovich (als Christopher Bing) 2001: Alien Evolution (als David Fincher) 2002: Voll Frontal (Full Frontal; als Regisseur) 2004: Murder by Numbers (als David Fincher)

Spezialeffekte 1983: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi) 1983: Twice upon the Time 1984: Die unendliche Geschichte (The NeverEnding Story) 1984: Indiana Jones und der Tempel des Todes (Indiana Jones and the Temple of Doom)

Produzent und andere Funktionen 2000: Glauben ist alles! (Keeping the Faith; in Dankesliste genannt) 2001: The Hire (Ausführender Produzent) 2001: Driving Techniques (Regie) 2001: Making of The Hire (Regie) 2004: Dogtown Boys 2013–2018: House of Cards (Fernsehserie) 2017–2019: Mindhunter (Fernsehserie) seit 2019: Love, Death & Robots (Fernsehserie) 2021: Voir: Die Filmkunst in der Moderne (Voir, Dokumentationsserie, Ausführender Produzent)

Regie in Serien 2013: House of Cards (Fernsehserie, 2 Episoden) 2017–2019: Mindhunter (Fernsehserie, 7 Episoden)

Musikvideos 1984: Rick Springfield – Bop Til You Drop 1985: Rick Springfield – Celebrate Youth 1985: Rick Springfield – Dance This World Away 1985: The Motels – Shame 1986: Jermaine Stewart – We Don’t Have to Take Our Clothes Off 1986: The Outfield – All the Love in the World 1986: The Outfield – Everytime You Cry 1986: Stabilizers – One Simple Thing 1987: Wire Train – She Comes On 1987: Eddie Money – Endless Nights 1987: Patty Smyth – Downtown Train 1987: The Hooters – Johnny B 1987: Mark Knopfler – Storybook Story 1987: The Outfield – No Surrender 1987: Martha Davis – Don’t Tell Me The Time 1987: Foreigner – Say You Will 1988: Johnny Hates Jazz – Heart of Gold 1988: Sting – Englishman in New York 1988: Johnny Hates Jazz – Shattered Dreams (US version) 1988: Ry Cooder – Get Rhythm 1988: Steve Winwood – Roll with It 1988: Steve Winwood – Holding On 1988: Paula Abdul – The Way That You Love Me (first version) 1989: Paula Abdul – Straight Up 1989: Paula Abdul – Forever Your Girl 1989: Paula Abdul – Cold Hearted 1989: Gipsy Kings – Bamboleo (second version) 1989: Gipsy Kings – Bamboleo (third version) 1989: Jody Watley – Real Love 1989: Roy Orbison – She’s a Mystery to Me 1989: Don Henley – The End of the Innocence 1989: Aerosmith – Janie’s Got a Gun 1989: Madonna – Express Yourself 1989: Madonna – Oh Father 1990: Madonna – Vogue 1990: Billy Idol – Cradle of Love 1990: Billy Idol – L.A. Woman 1990: George Michael – Freedom! ’90 1992: Michael Jackson – Who Is It 1993: Madonna – Bad Girl 1994: The Rolling Stones – Love Is Strong 1996: The Wallflowers – 6th Avenue Heartache 2000: A Perfect Circle – Judith 2005: Nine Inch Nails – Only 2013: Justin Timberlake & Jay-Z – Suit & Tie

Werbespots „Smoking fetus“ (The American Cancer Society) „You-will“-Serie (AT&T) „Ginger or marianne“ / „Pool hall“ (Budweiser) „The director“ (Chanel) „Blade roller“ (Coca-Cola) „Converse“ „Del sol“ (Honda) Levi’s: „Reason no. 259“ / „Rivet“ „Restaurant“ Nike: „Agassi-live“-Serie „Barkley on broadway“ „Children“ „Find something“ „Instant karma“ „Magazine wars“ „The-ref“-Serie „… of flight“ „Gamebreakers“ „Speed Chain“ „Bullet the blue sky“ (Pepsi) „Demolition“ (YM Magazine) „Constant Change“ (Hewlett-Packard) „Beer Run“ (Heineken) „Pollen“ (Lexus) „Pebl“ (Motorola) „Mechanical Legs“ (Adidas) „Smart Pops“ (Orville Redenbacher)

Auszeichnungen (Auswahl) + Filme in den Top 250 der IMDbDie Top 250 der IMDb (Stand: 25. Juli 2026) Platz Film 13 Fight Club 20 Sieben 202 Gone Girl – Das perfekte Opfer