mini|Schild an einem Schlagbaum auf dem TrÜbPl Bergen, Deutschland

Truppenübungsplätze (TrÜbPl (D); TÜPl (A)) sind, im Gegensatz zu Standortübungsplätzen, größere staatseigene Landflächen zur militärischen Nutzung mit Unterkünften für die übende Truppe („Truppenlager“) und mit Anlagen, die es Soldaten aller Teilstreitkräfte und Truppengattungen ermöglichen, eine wirklichkeitsnahe Gefechtsausbildung mit Übungs- und Gefechtsmunition gegebenenfalls von Außenfeuerstellungen durchzuführen.

Truppenübungsplätze in Belgien Truppenübungsplatz Elsenborn, 28 km², Gemeinde Bütgenbach Truppenübungsplatz Bervelo bei Leopoldsburg (ca. 55 km²) Truppenübungsplatz Lagland bei Arlon (ca. 26 km²) Truppenübungsplatz Marche-en-Famenne

Truppenübungsplätze in Deutschland Die Truppenübungsplätze in Deutschland bieten Übungsmöglichkeiten für die einsatzorientierte Ausbildung der Truppe. Zudem stehen sie im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung für den Aufwuchs von gekaderten Truppenteilen bereit.

Für die militärische Ordnung auf dem Truppenübungsplatz, die Verteilung der einzelnen Schießbahnen, Übungsräume und Ausbildungseinrichtungen sorgt die ständig eingesetzte Truppenübungsplatzkommandantur oder kurz Kommandantur. Die Grenzen der Truppenübungsplätze sind durch Schilder gekennzeichnet; der Zutritt ist wegen der Gefahr durch Blindgänger-Munition grundsätzlich untersagt. Die größten Truppenübungsplätze in Deutschland sind Bergen, Altmark (Colbitz-Letzlinger Heide), Grafenwöhr, Munster Nord/Süd und Oberlausitz.

Truppenübungsplätze sind grundsätzlich militärische Sicherheitsbereiche. Einzelne Geländeteile, meistens Außenfeuerstellungen, können auch nur militärische Bereiche sein.

20x20px Bereiche Truppenübungsplatzkommandanturen Seit dem 1. Januar 2015 sind die Bereiche der Truppenübungsplatzkommandanturen NORD, OST und SÜD aufgestellt. Sie wurden von 2013 bis 2022 durch das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr und von Oktober 2022 bis März 2025 durch das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr in Berlin geführt. Seit dem 1. April 2025 unterstehen sie dem neu aufgestellten Unterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn. Die Kommandeure der Bereiche führen die unterstellten Truppenübungsplätze und stellen die regionale Koordinierung sicher. Sie steuern die Auslastung der Truppenübungsplätze des jeweiligen Bereichs im Hinblick auf Belegungsplanung und Ressourcensteuerung.

Die unterstellten Truppenübungsplätze werden durch Kommandanten geführt. Diese tragen die Betreiberpflichten, stellen den Betrieb des Truppenübungsplatzes sicher und schaffen die Rahmenbedingungen zur Durchführung von Schieß- und Übungsvorhaben der Nutzer.

20x20px Bereich NORD Der Bereich NORD mit Standort in Lohheide ist zuständig für die Plätze in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Ihm sind die Truppenübungsplatzkommandanturen Bergen, Munster, Putlos mit Außenstelle Todendorf, die Luft-/Bodenschießplatzkommandantur Nordhorn und der Deutsche Militärische Vertreter (DMV) Senne unterstellt.

20x20px Bereich OST Der Bereich OST mit Standort in Klietz ist zuständig für die Plätze in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ihm sind die Truppenübungsplatzkommandanturen Jägerbrück, Klietz, Lehnin, Altengrabow und Oberlausitz unterstellt.

20x20px Bereich SÜD Der Bereich SÜD mit Standort in Wildflecken ist zuständig für die Plätze in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Ihm sind die Truppenübungsplatzkommandanturen Wildflecken, Hammelburg, Heuberg, Baumholder und der Deutsche Militärische Vertreter (DMV) Grafenwöhr unterstellt.

Unter Verwaltung von NATO-Partnern

Truppenübungsplatz Haltern (britisch) bis 31. Mai 2015 Truppenübungsplatz Hohenfels (amerikanisch)

Baden-Württemberg mini|Einfahrt auf die Ringstraße des TrÜbPl Heuberg bei Meßstetten20px TrÜbPl Heuberg, 47,9 km², Baden-Württemberg Auf einem Hochplateau Großer Heuberg auf der Schwäbischen Alb gelegen, wird das Areal von den Ortschaften Albstadt im Norden, Stetten am kalten Markt mit Lager Heuberg und Alb-Kaserne im Südosten und Meßstetten mit der ehemaligen Zollernalb-Kaserne (bis 2013: Luftwaffe mit Luftraumüberwachung im Bunker Martin innerhalb des TrÜbPl) im Nordwesten eingerahmt. Der Übungsplatz wurde zeitgleich mit dem Lager Heuberg zwischen 1910 und 1916 für das XIV. (Badische) Armee-Korps errichtet und bis auf eine Demilitarisierung zwischen Ende des Ersten Weltkrieges und 1933 durchgehend militärisch genutzt. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war auf dem Übungsplatz auch jeweils ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet worden sowie Anfang 1933 vom NS-Regime ein sogenanntes Schutzhaftlager. Von 1945 bis 1959 war der Platz unter französischer Verwaltung. Die letzte französische Armeeeinheit rückte 1997 aus dem Lager Heuberg ab. Bis um die Jahrtausendwende hauptsächlich für die Panzertruppe, wird der TrÜbPl heute vielfältig genutzt. Neben übender Truppe aus allen Teilen der Bundeswehr bietet der TrÜbPl Übungsmöglichkeiten für Bundeswehrfeuerwehr und zivilen Feuerwehren (freiwillige und Berufsfeuerwehren sowie Flughafenfeuerwehr), die Bundes- und Landespolizei, den Kampfmittelräumdienst und das Technische Hilfswerk.

Bayern mini|Neubau von städtischen Einrichtungen in Grafenwöhr

20px TrÜbPl Grafenwöhr, 233 km², Oberpfalz Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr liegt in der nördlichen Oberpfalz (Nordbayern); 226 km². Geschichte: Gründung des Platzes 1908 (für das III. Armee-Korps der Kgl. Bayer. Armee). Ausgelegt für 4800 Mann und 1200 Pferde. Kriegsgefangenenlager für 23.600 Gefangene im Ersten Weltkrieg. Von 1919 bis 1935 Nutzung durch die Reichswehr, bis 1945 durch die Wehrmacht. Ende der 1930er Jahre Erweiterung von 90 auf 234 km². Schwere Bombardierungen im April 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg Nutzung durch die US Army sowie Streitkräfte anderer NATO-Staaten. Verwaltet wird der Platz von der Dienststelle Deutscher Militärischer Vertreter (DMV). Auf dem Übungsplatz werden hauptsächlich Schießübungen durchgeführt, von Kleinkaliberwaffen bis zu Artillerieraketen existieren alle möglichen geeigneten Schießbahnen und Außenfeuerstellungen. Über der zentralen Impact Area A werden auch regelmäßig Bombenabwürfe geübt. Bis auf wenige Tage im Jahr herrscht ständiger Übungsbetrieb. Auch nachts ist der Geschützdonner weithin zu hören. 20px TrÜbPl Hammelburg, 40 km², Unterfranken Eine Besonderheit hier ist das Übungsdorf Bonnland. Es handelt sich hierbei um ein abgesiedeltes Dorf, welches als Ortskampfanlage, aber auch als Übungsgelände für benachbarte Einheiten der Feuerwehr und des THW Verwendung findet. Die Kirche des Dorfes ist nicht profaniert, auf Wunsch finden dort z. B. Trauungen statt.

mini|Baracken in Hohenfels 20px TrÜbPl Hohenfels, 160 km², Oberpfalz Der Truppenübungsplatz Hohenfels ist einer der größten Truppenübungsplätze Deutschlands. Der Truppenübungsplatz steht unter amerikanischer Verwaltung. Der Hauptstützpunkt befindet sich in dem ehemaligen Weiler Albertshof. Auch in Hohenfels gibt es Übungsdörfer, die noch die ursprünglichen Namen wie Raversdorf und Kittensee tragen. Sie werden sowohl von der US-Armee, der Bundeswehr und anderen NATO-Einheiten, der Truppenübungsplatz-Feuerwehr (welche ausschließlich aus deutschen Feuerwehrleuten besteht, aber mit US-amerikanischer Ausrüstung arbeitet), sowie der Freiwilligen Feuerwehr Hohenfels zu Übungszwecken benutzt. Als Besonderheit gibt es Sonderübungsbereiche, in denen die Reaktion auf Überfälle auf Konvois in engen Gassen und auf Autobahnabschnitten ausgebildet wird sowie künstliche Tunnelsysteme, in denen Spezialkräfte üben können. Seit August 2015 ist es außerdem Transportflugzeugen möglich, taktische Landungen auf einer Schotterpiste zu üben. 20px TrÜbPl Wildflecken, 72 km², Unterfranken Im Länderdreieck Bayern, Thüringen, Hessen gelegen. Angrenzende Gemeinden sind Gersfeld, Motten, Wildflecken. Dieser TrÜbPl liegt ebenso wie Hammelburg im Landkreis Bad Kissingen. Ca. 18 km² des Platzes liegen im Bundesland Hessen. Die Grenze zwischen Bayern und Hessen zieht sich direkt über das Hauptzielgebiet Dammersfeldkuppe.

Brandenburg 20px TrÜbPl Lehnin, knapp 75 km², West-Brandenburg. Der Truppenübungsplatz wird von der Truppenübungsplatzkommandantur Ost in Klietz geführt.

Mecklenburg-Vorpommern 20px TrÜbPl Jägerbrück,http://www.kommando.streitkraeftebasis.de/portal/a/kdoskb/start/service/archiv/2017/dezember/ Jägerbrück ist wieder Truppenübungsplatz, vom 1. Dezember 2017 87 km², Vorpommern (bei Torgelow) Der Truppenübungsplatz Jägerbrück wurde im Jahr 1952 durch das Ministerium des Inneren der DDR eingerichtet. 1956 ging der Platz an die NVA, welche ihn bis zur Übergabe an die Bundeswehr 1991 nutzte. Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr war der Platz zeitweise geschlossen.

Niedersachsen mini|Schießbahn TrÜbPl Munster Süd

20pxTrÜbPl Bergen, 284 km², in der Lüneburger Heide Dies ist der größte Truppenübungsplatz in Deutschland; er wird von vielen NATO-Truppen genutzt. 20px Luft-/Bodenschießplatz Nordhorn 20px TrÜbPl Munster, 176 km², unterteilt in Munster Nord (102 km²) und Süd (74 km²) (Ausbildungszentrum Munster) Die erste Belegung des Platzes (Lagers) erfolgte im Juni 1893 durch das Infanterieregiment 91 aus Oldenburg unter seinem Kommandeur Oberst Paul von Hindenburg, dem späteren Reichspräsidenten. Die Wehrtechnische Dienststelle 91 bei Meppen ist trotz ihrer Größe kein Truppenübungsplatz, sondern eine Erprobungsstelle.

Nordrhein-Westfalen 20px TrÜbPl Senne, 116 km² (unter britischer Kommandantur) Der Truppenübungsplatz Senne befindet sich nördlich von Paderborn, wo sich weiterhin 2 Standorte der Britischen Streitkräfte in Deutschland befinden.

Rheinland-Pfalz 20px TrÜbPl Baumholder, ca. 118 km², Westrich Angrenzende Städte sind Baumholder und Idar-Oberstein. Der Truppenübungsplatz wird von der Bundeswehr verwaltet; es finden aber auch Übungen von anderen NATO-Staaten auf dem Gelände statt. Zum Truppenübungsplatz gehören auch zwei Außenfeuerstellungen für die Artillerie in der Nähe von Eckersweiler und Reichenbach (bei Baumholder).

Sachsen 20px TrÜbPl Oberlausitz, 163,5 km², südlich von Weißkeißel Der heutige Übungsplatz ist einer der modernsten TrÜbPl der Bundeswehr. Auf dem Platz können 2.350 Soldaten untergebracht werden. Das Gebiet wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg, von der Sowjetarmee, zum Übungsplatz umfunktioniert. Nach einer Nutzung durch Kasernierte Volkspolizei und NVA übernahm die Bundeswehr 1990 den Platz.

Sachsen-Anhalt 20px TrÜbPl Altengrabow, 90 km², im Jerichower Land Der TrÜbPl bei Altengrabow wurde bis 1994 von der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (10. Garde-Panzerdivision) genutzt. Heute ist er ein Übungsplatz der Bundeswehr. Ein Teil des Geländes befindet sich auf dem Gebiet des Landes Brandenburg. Der Truppenübungsplatz wird von der Truppenübungsplatzkommandantur Ost in Klietz geführt. 20px TrÜbPl Altmark, 232 km², in der Colbitz-Letzlinger Heide Der TrÜbPl Altmark zählt zu den großen Übungsplätzen in Deutschland. Er steht mit einer Ausdehnung von 23.220 ha nach Bergen und Grafenwöhr an dritter Stelle. Der Platz wird grundsätzlich durch das Gefechtsübungszentrum Heer kurz GÜZ der Bundeswehr genutzt und verwaltet. 20px TrÜbPl Klietz, 90 km², im Schollener Land Der Übungsplatz liegt in der Nähe der Ortschaft Klietz und befindet sich zu etwa zwei Dritteln auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts sowie zu etwa einem Drittel auf dem Gebiet Brandenburgs. Die örtliche Truppenübungsplatzkommandantur Ost führt die Truppenübungsplätze Klietz, Lehnin, Altengrabow und Oberlausitz.

Schleswig-Holstein 20px TrÜbPl Putlos, 12,5 km², Kreis Ostholstein Der Truppenübungsplatz Putlos mit einer Außenstelle Todendorf in Panker (2,7 km²) liegt direkt am Meer. Hier ist Schießen auf Luftziele sowie Schießen mit Rohr- und Raketenartillerie auf Seeziele möglich.

Truppenübungsplätze in Frankreich mini|Warnschild am Rande des Camp militaire de Bitche