Die Gambia Armed Forces (GAF, ), die in der heutigen Form seit Änderung der Verfassung 1996 bestehen, sind das rund 4100 Soldaten starke Militär des westafrikanischen Staates Gambia. Sie gehören zum gambischen Verteidigungsministerium (Ministry of Defence), welches dem Office of the President untersteht, der damit Oberbefehlshaber der Streitkräfte (Commander-In-Chief of the Armed Forces) ist.Republic of the Gambia: . auf www.qanet.gm (englisch), Zugriff 17. April 2017 Eine Wehrpflicht besteht nicht.
Unterstützung Die gambischen Streitkräfte wurden betreffend Ausbildung und technischer Hilfe zunächst bis zu dem Putsch von 1994 durch britische, später durch nigerianische Militärs unterstützt. Aber auch die Vereinigten Staaten, China und die Türkei arbeiteten mit den gambischen Streitkräften zusammen.
Nach 1994 arbeitete die GAF mit den Militärs der Türkei und Libyen zusammen.
Gliederung und Ausstattung
Gambia Armed Forces ist unterteilt in:
Die Landstreitkräfte (Gambia National Army, GNA): Zwei Infanterie-Bataillone (infantry battalion)Arnold Hughes, Harry A. Gailey: Historical dictionary of the Gambia (= African historical dictionaries. Bd. 79). 3rd edition. Scarecrow Press, Lanham MD u. a. 1999, ISBN 0-8108-3660-2 Eine Pionier-Kompanie (engineers’ squadron) Republican National Guard (RNG) Die Gambia National Guard beinhaltet auch das State Guard Battalion (Leibgarde des Präsidenten). Die Marine (Gambia Navy, GN): Diese Einheit besteht aus 300 Mann und operiert mit acht Patrouillenbooten in küstennahen Gewässern der 80 Kilometer langen Küste. Die Luftstreitkräfte (Gambia Air Wing, GAW): Diese Einheit betreibt eine sowjetische Suchoi Su-25 „Frogfoot“, welche ursprünglich aus Georgien stammt.Ein Foto der gambischen Suchoi Su-25 Zugriff 2. September 2021 Zugriff 30. September 2007 Laut dem IISS stehen den Luftstreitkräften außerdem zwei leichte Transportflugzeuge des Typs AT-802A und zwei Geschäftsreiseflugzeuge des Typs Boeing 727 und Challenger 601 zur Verfügung. Die frühere Regierungsmaschine der Bauart Iljuschin Il-62M wurde 2021 nach Belarus verkauft.
Die Dienstgrade in der National Army
Die Dienstgrade in der Armee:
Mannschaftsdienstgrade: Lance Corporal – Corporal – Sergeant – Staff Sergeant Unteroffiziersdienstgrade: Warrant Officer II – Warrant Officer I Offizierkorps: 2nd Lieutenant – Lieutenant – Captain – Major – Lieutenant Colonel – Colonel Generalität: Brigadier General – Major General – Lieutenant General – General
Budget Jahr Ausgabenin US-Dollar Ausgaben in %bz. auf BIP 1997 3,1 Millionen0,4 % 2000 2,9 Millionen0,3 % 2003 2,9 Millionen0,2 % 2006 3,3 Millionen0,3 % 2009 6,9 Millionen0,5 % 2012 11,3 Millionen0,8 % 2015 15,6 Millionen1,0 % 2018 11,8 Millionen0,7 % 2020 14,8 Millionen0,8 %
Der Anteil der Staatsausgaben für Verteidigung liegt mit 14,8 Millionen US-Dollar ungefähr bei 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Damit gehört Gambia zu den Staaten mit den geringsten Militärausgaben weltweit.
Geschichte Man verzichtete zunächst bei Erhalt der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich auf eine kostspielige Berufsarmee, denn aufgrund des gambisch-senegalesischen Verteidigungsabkommen von 1965 konnten senegalesische Truppen Hilfe leisten.Ilona Hupe: Gambia. Kleines Urlaubsparadies in Westafrika. Mit Ausflügen in den Senegal. Der anspruchsvolle Begleiter für Ihre Reise nach Gambia. Reiseführer mit aktuellen Tips und Informationen. 2., aktualisierte Auflage. Hupe, München 1999, ISBN 3-932084-19-5 Man hatte lediglich eine 750 Mann starke Polizeieinheit und eine halb so viele Köpfe zählende Field Force.Rosel Jahn: Gambia. Reiseführer mit Landeskunde. Mit einem Reiseatlas (= Mai’s Weltführer. Bd. 29). Mai, Dreieich 1997, ISBN 3-87936-239-4
mini|links|Mitglieder der Presidential Guard beim abendlichen Ausritt der Pferde
Das Verteidigungsabkommen wurde auch beim abgewendeten Putsch vom 30. Juli 1981 genutzt. Im Anschluss wurde die paramilitärische Field Force, die teils mit in den Putsch verwickelt war, aufgelöst und Gambia und Senegal unterzeichneten einen Vertrag, der unter anderem die Vereinigung der Streitkräfte in der Konföderation Senegambia vorsah. Gambia baute dazu eine kleine Armee von zunächst 200 Mann auf, die Heer, Marine und Luftwaffe umfasst. Weiter gab es eine 700 Mann starke Militärpolizei.
Die Konföderation bestand bis zum 30. September 1989, als Gambia aus dem Bund austrat. Senegalesische Truppen wurden zuvor aus Gambia abgezogen.
In Liberia engagiert sich Gambia an einer von der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) geführten ECOWAS Friedenstruppe. Mitikishe Maxwell Khobe Als die gambischen Soldaten vom liberianischen Bürgerkrieg zurückkehrten, gab es heftige Proteste wegen ausstehender Frontzulagen. Der Kommandeur der Armee trat wegen der Proteste zurück und ein Nigerianer wurde zum Nachfolger bestimmt. Mit Nigeria wurde Anfang 1992 ein bilaterales Verteidigungsabkommen geschlossen.
Am 22. Juli 1994 verlangten erneut vom Dienst in Nigeria zurückkehrende Soldaten ihre Frontzulagen. Sie wurden am Flughafen von ihren nigerianischen Offizieren, die zum Empfang Präsident Dawda Jawaras bereit waren, entwaffnet. In Banjul folgten Protestaktionen der Soldaten, sie besetzten das Telekommunikationszentrum, den Flughafen und andere strategisch wichtige Punkte. Der 29-jährige Leutnant Yahya Jammeh als Anführer der Armed Forces Provisional Ruling Council (AFPRC) enthob Jawara seines Amtes und die Rebellen legten alle politischen Aktivitäten lahm. Jammeh erklärte sich zum Präsidenten der Republik.Jojo Cobbinah: Senegal, Gambia. Praktischer Reiseführer an die Westspitze Afrikas. 3., aktualisierte, neu bearbeitete Auflage. Meyer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-89859-103-4
Die abgesonderte Einheit Gambia National Gendarmerie (GNG), die zeitweise Tactical Support Unit genannt wurde, wurde im Anschluss an den Putsch von 1994 mit den anderen Einheiten zusammengeführt.
Einsätze Teile der Streitkräfte haben sich an zahlreichen Friedenseinsätzen beteiligt. So beispielsweise an der ECOWAS Monitoring Group und an der AU geführten Mission African Union Mission in Sudan (AMIS) waren sie beteiligt.
Weitere Beteiligungen an Auslandseinsätzen:
United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea (UNMEE) United Nations Mission in Sierra Leone (UNAMSIL) United Nations Mission in Liberia (UNMIL) United Nations Operation in Côte d’Ivoire (UNOCI)
Persönlichkeiten Chef des Verteidigungsstabes (Chief of Defence Staff of the Gambia Armed Forces, CDS) + Chief of Defence Staff of the Gambia Armed Forces Amtszeit Amtsinhaber Streitkräfte Anmerkung 1999 bis 2004 Colonel Baboucarr Jatta Gambia Armed Forces ab November 2004 bis Dezember 2004 Lieutenant Colonel Vincent Jatta Gambia Armed Forces ab 2004 bis 2005 Lieutenant Colonel Assan Sarr Gambia Armed Forces ab 2005 bis 2006 Lieutenant Colonel Ndure Cham Gambia Armed Forces ab 2006 bis 2009 Major General Lang Tombong Tamba Gambia Armed Forces ab 2009 bis 2012 Lieutenant General Masaneh Kinteh Gambia Armed Forces ab Juli 2012 bis 2017 Lieutenant General Ousman Badjie Gambia Armed Forces ab Februar 2017 bis März 2020 Lieutenant General Masaneh Kinteh Gambia Armed Forces ab März 2020 Major General Yankuba Drammeh Gambia Armed Forces
Weitere Persönlichkeiten der gambischen Streitkräfte Yankuba Drammeh, Deputy Chief of Defence Staff of the Gambia Armed Forces (2017) Ramatoulie D. K. Sanneh, erster weiblicher Offizier im Generalsrang. Am 11. Mai 2011 wurde sie vom Rang eines Obersts in den eines Brigadegenerals erhoben. The Daily Observer (online) vom 12. Mai 2011
Sport Der Armed Forces Football Club ist auch in der höchsten gambischen Fußball-Klasse, der GFA League First Division vertreten. Sie haben in der Saison 2002/03 die Meisterschaft gewonnen.
Literatur Arnold Hughes, Harry A. Gailey: Historical dictionary of the Gambia (= African historical dictionaries. Bd. 79). Scarecrow Press, Lanham MD u. a. 1999, ISBN 0-8108-3660-2
Weblinks
https://gaf.gm/
Einzelnachweise
Kategorie:Streitkräfte Kategorie:Gegründet 1996