mini|Logo der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans () in Baku ist die staatliche Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans.
Geschichte Vorläufer Die Nationale Akademie der Wissenschaften sieht ihre Wurzeln in der 1923 in Baku durch die Initiative von Nəriman Nərimanov gegründeten . 1925 wurde die wissenschaftliche Gesellschaft unter staatliche Kontrolle gestellt und 1929 als neuorganisiert. 1932 wurde das Institut zur aserbaidschanischen Filiale der Transkaukasischen Abteilung der Akademie der Wissenschaften der UdSSR und Ruhulla Axundov zum Leiter ernannt. 1935 wurde die Filiale zur eigenständigen Organisation innerhalb der Akademie der Wissenschaften der UdSSR erhoben und die bis dahin bestehenden Sektionen und Kommissionen zu Forschungsinstituten erhoben. Iwan Gubkin wurde zum Vorsitzenden des Präsidiums gewählt, später folgte Sergei Namjotkin auf diese Position.
Gründung und Sowjetzeit Am 23. Januar 1945 wurde per Dekret des Rats der Volkskommissare der Sowjetunion die aserbaidschanische Zweigstelle zur Akademie der Wissenschaften der AsSSR umgewandelt. Die ersten elf wirklichen Mitglieder waren der Komponist und Musikwissenschaftler Üzeyir Hacıbəyov, der Dichter Səməd Vurğun, der Schriftsteller Mirzə İbrahimov, der Chemiker Yusif Məmmədəliyev, die Geologen Mirəli Qaşqay, Şamil Əzizbəyov und Ələşrəf Əlizadə, der Chirurg Mustafa Topçubaşov, der Botaniker Aleksandr Qrossheym, die Architekten Sadıq Dadaşov und Mikayıl Hüseynov, der Physiker İosif Yesman, der Philosoph Heydər Hüseynov und der Pathologe İvan Şirokoqorov. Bei der ersten Hauptversammlung am 31. März 1945 wurde Mirəsədulla Mirqasımov zum Präsidenten der Akademie gewählt. Spätere Präsidenten der Akademie während der Sowjetzeit waren Yusif Məmmədəliyev (1947–1950, 1958–1961), Musa Əliyev (1950–1958), Zahid Xəlilov (1961–1967), Rüstəm İsmayılov (1967–1970), Həsən Abdullayev (1970–1983) und Eldar Salayev (1983–1997).
Republik Aserbaidschan Nach der Unabhängigkeit Aserbaidschans setzte die Akademie ihre Arbeit fort. Am 15. Mai 2001 wurde die Akademie durch den Präsidenten der Republik Aserbaidschan Heydər Əliyev zur Nationalen Akademie der Wissenschaften und somit zur höchsten wissenschaftlichen Organisation des Landes erhoben. 2004 wurde die Akademie mit der Herausgabe der Aserbaidschanischen Nationalen Enzyklopädie () als Nachfolger zur zwischen 1976 und 1987 in 10 Bänden erschienenen Aserbaidschanischen Sowjet Enzyklopädie () beauftragt. Präsidenten der Akademie waren in dieser Zeit Eldar Salayev (1983–1997), Fəraməz Maqsudov (1997–2000), Mahmud Kərimov (2001–2013) Akif Əlizadə (2013–2019) und Ramiz Mehdiyev (2019–2022); seit 2022 ist İsa Həbibbəyli Präsident der Akademie.
Struktur und Organisation
Hauptversammlung Das oberste Organ der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans ist die mindestens einmal jährlich stattfindende Hauptversammlung. Die Hauptversammlung bestimmt die Größe des Präsidiums und wählt die Mitglieder des Präsidiums alle fünf Jahre, einschließlich des Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Weiterhin obliegt ihr die Wahl der wirklichen und korrespondierenden Mitglieder, die Ernennung der Ehrenmitglieder und die Wahl der auswärtigen Mitglieder.
Präsidium mini|İsmailiyyə-Palast in Baku, Sitz des Präsidiums Das Präsidium der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans ist für die Verwaltung der Akademie zuständig. Bei der letzten Wahl im Juni 2018 wurde Akif Əlizadə als Präsident der Akademie bestätigt. Weiterhin wurden die Vizepräsidenten İsa Həbibbəyli, Tofiq Nağıyev, İbrahim Quliyev und Dilqəm Tağıyev wieder- und die Akademiemitglieder Bilal Bilalov, Nərgiz Paşayeva und İradə Hüseynova als Vizepräsidenten für fünf Jahre neugewählt. Zum akademischen Sekretär der Akademie wurde Rasim Əliquliyev gewählt.
Mitglieder
Die Akademie besteht aus in geheimer Wahl gewählten wirklichen und korrespondierenden Mitgliedern sowie aus Ehrenmitgliedern und auswärtigen Mitgliedern. Die wirklichen Mitglieder der Akademie werden aus den Reihen der korrespondierenden Mitglieder gewählt.
Institute und Organisationen Die Nationale Akademie der Wissenschaften gliedert sich in sechs Abteilungen mit insgesamt 40 Forschungsinstituten.
Abteilung für Physikalische, Mathematische und Technische Wissenschaften Institut für Physik (, Fİ) Institut für Regelungssysteme (, İSİ) Institut für Mathematik und Mechanik (, IMM) Institut für Strahlenprobleme (, RPİ) Astrophysikalisches Observatorium Şamaxı (, ŞAR) Institut für Informationstechnik (, İTİ) Institut für Biophysik ()
Abteilung für Chemische Wissenschaften Institut für Petrochemische Prozesse (, NKPİ) Institut für Katalyse und Anorganische Chemie (, KQKİ) Institut für Additivchemie (, AKİ) Institut für Polymermaterialien (, IPM)
Abteilung für Geowissenschaften Institut für Öl und Gas (, NKPİ) Institut für Geographie (, GEO) Institut für Geologie und Geophysik (, GİA) Nationale Erdbebenwarte ()
Abteilung für Biologische und Medizinische Wissenschaften Institut für Molekularbiologie und Biotechnologie (, IMBB) Institut für Botanik () Institut für Zoologie () Institut für Physiologie () Institut für Mikrobiologie () Zentraler Botanischer Garten () Institut für Dendrologie () Institut für Bodenkunde und Agrochemie () Institut für Genetische Ressourcen (, AGRI)
Abteilung für Geisteswissenschaften mini|Institut für Handschriften in Baku Institut für Handschriften () Institut für Architektur und Kunst (, Mİİ) Institut für Folklore () Nationalmuseum für Aserbaidschanische Literatur () Institut für Literatur () Institut für Linguistik () Hüseyn-Cavid-Museum ()
Abteilung für Sozialwissenschaften mini|Nationalmuseum für Aserbaidschanische Geschichte in Baku Institut für Archäologie und Ethnographie () Institut für Philosophie () Institut für Wirtschaft () Institut für Rechtswissenschaften und Menschenrechte () Institut für Wissenschaftsgeschichte () Institut für Kaukasistik () Nationalmuseum für Aserbaidschanische Geschichte () Institut für Geschichte () Institut für Orientalistik ()
Angeschlossene Organisationen Weiterhin gehören zur Nationalen Akademie der Wissenschaften das Forschungszentrum , die Wissenschaftliche Zentralbibliothek, das Museum für Naturkunde, das spezielle Designbüro , der Elm-Verlag und der Koordinierungsrat für wissenschaftliche Forschung der Republik Aserbaidschan.
Zweigstellen Seit 2002 besteht eine Zweigstelle in Naxçıvan und seit 2012 eine Zweigstelle in Gəncə.
Quellen Literatur
Einzelnachweise
Weblinks
Website der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans (aserbaidschanisch, englisch, russisch)
Aserbaidschan Kategorie:Wissenschaftliche Organisation (Aserbaidschan) Kategorie:Wissenschaft (Sowjetunion) Kategorie:Organisation (Baku) Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 1945