mini|Tokutomi Roka Tokutomi Roka (; * 25. Oktober 1868 in Minamata; † 18. September 1927), eigentlich Tokutomi Kenjirō (), war ein japanischer Schriftsteller der Meiji- und Taishō-Zeit.
Leben Tokutomi Roka wurde am 25. Oktober 1868 als zweiter Sohn des Gelehrten und Landsamurai Tokutomi Kazutaka, eines Schülers von Yokoi Shōnan, in Minamata, Präfektur Kumamoto geboren. Sein älterer Bruder war der Denker, Historiker und Journalist Tokutomi Sohō.
Als Jugendlicher besuchte er die Kyōtoer Dōshisha-Schule (den Vorläufer der heutigen Dōshisha-Universität) und ließ sich während einer vorübergehenden Rückkehr nach Kumamoto taufen. Später setzte er den Besuch der Dōshisha-Schule fort, ging dann aber, wegen Zugetanheit zur Nichte von Niijima Jō getadelt, nach Tōkyō. Dort beteiligte er sich an dem von seinem Bruder geleiteten Verlag Min'yūsha und schrieb Beiträge für die Vereinszeitungen Kokumin no Tomo und Kokumin Shimbun. Mit seinem Roman Hototogisu (, dt. „Gackelkuckuck“) wurde er über Nacht bekannt.
Als sein Bruder Sohō anlässlich des Japanisch-Chinesischen Krieges seinen ideologischen Standpunkt vom liberal-demokratischen zum nationalistischen Flügel hin verlagerte, beendete Roka 1903 seine Tätigkeit beim Min'yūsha-Verlag. Er veröffentlichte auf eigene Kosten Kuroshio (), das er mit dem Abschnitt Kokubetsu no ji (, „Abschiedsrede“), worin er seine Trennung von seinem Bruder verkündete, begann.
Später erlitt er während einer Besteigung des Fujisan eine Ohnmacht und erlebte im Zuge des Genesungsprozesses, wie er schrieb, eine „Wiedergeburt“. Er unternahm eine Pilgerreise nach Palästina und besuchte Tolstoi. Danach betätigte er sich im Nebenerwerb als Bauer und kam immer mehr zu eigenwilligen religiösen Überzeugungen.
Werke Hototogisu (, dt. „Gackelkuckuck“). Kaijin (, dt. „Schutt und Asche“). Kuroi me to chairo no me (, dt. „Schwarze Augen und braune Augen“). Omoide no ki (, dt. „Memoiren“). Shizen to jinsei (, dt. „Natur und Leben“). Kuroshio (, dt. „Schwarze Strömung“, „Kuroshio“). Yadorigi (, dt. „Mistel“). Mimizu no tawakoto (, dt. „Dummes Regenwurmgerede“).
Literatur Laurence Kominz: Pilgrimage to Tolstoy: Tokutomi Roka's Junrei Kikō. In: Monumenta Nipponica, Jg. 41, Nr. 1, 1986, S. 51–101. S. Noma (Hrsg.): Tokutomi Ryoka. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1582. Ken K. Ito: The Family and the Nation in Tokutomi Roka's Hototogisu. In: Harvard Journal of Asiatic Studies, Jg. 60, Nr. 2, 2000, S. 489–536. Gromkovskaja, Lidija L.; Raff, Peter [Übs.]; Tokutomi Roka: der Einsiedler von Kasuya; München 2019 (iudicium); ISBN 978-3-86205-128-1 Eine detaillierte Kurzbiographie enthält das Vorwort des Übersetzers in: Tokutomi Kenjirō: Footprints in the Snow. (engl. Übers. von Omoide no ki durch Kenneth Strong), London, George Allen and Unwin 1970, S. 9–46. Ekkehard May: Natur und Menschenleben. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Mainz 2008. Tokutomi Roka & Ekkehard May (Übers.): Natur und Menschenleben. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Mainz 2008. Lisette Gebhardt: Wie er fühlte was er las: eine russische Annäherung an den japanischen Schriftsteller Tokutomi Roka. In: Literaturkritik, Nr. 1, 2020.
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Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (Japanisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1868 Kategorie:Gestorben 1927 Kategorie:Mann