Die La Fayette war ein leichter Flugzeugträger und wurde als sechstes Schiff der US-amerikanischen Independence-Klasse, die durch Umbauten von vorhandenen Kreuzerrümpfen der Cleveland-Klasse entstand, gebaut. Unter dem Namen Langley versah es seinen Dienst in der United States Navy auf dem pazifischen Kriegsschauplatz des Zweiten Weltkrieges und wurde nach Kriegsende der Reserveflotte überstellt. Von 1951 bis 1963 diente sie dann als La Fayette in der französischen Marine und nahm am Indochina- und Algerienkrieg sowie an der Sueskrise teil.

Technik Mehr zur Technik findet sich im Artikel zur Klasse unter Independence-Klasse

Die Langley war circa 190 Meter lang und über 33 Meter breit und hatte mit einer Einsatzverdrängung von 13.000 ts einen Tiefgang von knapp acht Meter. Ihr Schiffsrumpf basierte auf den der Cleveland-Klasse-Kreuzer und musste aufgrund der massiveren Aufbauten verbreitert werden, wodurch man hoffte, die Topplastigkeit erheblich zu vermindern. Trotz aller konstruktiven Maßnahmen konnte diese nie völlig kompensiert werden.

Obwohl sie als Independence-Klasse-Träger nur ein wenig größer als die Geleitflugzeugträger war, unterschied sie sich hauptsächlich durch ihren starken Antrieb von diesen, wodurch ihr Einsatzspektrum dem der großen Flottenflugzeugträger glich. Die von den Kreuzern übernommene 100.000 hp (75 MW) starke Maschinenanlage trieb vier Propeller an und brachte das Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 31,6 Knoten (59 km/h).

Das zur damaligen Zeit übliche rechteckförmige Flugdeck war circa 174 Meter lang und 22,3 Meter breit und hatte zwei Decksaufzüge sowie ein Katapult. Die Insel musste aus Stabilitätsgründen klein gehalten werden, weshalb auf einen einzelnen, integrierten Schornstein verzichtet und stattdessen vier kleinere separat angebracht wurden. So beherbergte dieser markante Aufbau lediglich die Kommandobrücke, während sich die Operationszentrale unterhalb des Flugdecks befand. Das Bordgeschwader bestand während ihrer aktiven Dienstzeit hauptsächlich aus zwei Dutzend F6F Hellcat-Jagdflugzeugen und aus neun Torpedobombern vom Typ Grumman Avenger.

Im Laufe des Krieges wurden die Langwellen-Radare SK und SC-2 sowie das SG-Mikrowellen-Radar auf dem Schiff installiert. Montiert auf der Insel und auf einem zusätzlichen Mast zwischen zwei der Schornsteine, ermöglichten diese Geräte Frühwarnungen auf bis zu 180 km Entfernung. Die Defensivbewaffnung der Langley bestand aus 40-mm-L/60- und 20-mm-L/70-Flugabwehrgeschützen, deren Anzahl während des Krieges ständig variierte. Im Jahr 1944 wurden die an Rumpf und Heck installierte 40-mm-Vierlingsflak mit der Feuerleitanlage Mk 51 nachgerüstet, die anfliegende Flugzeuge bis auf über 3,5 km Entfernung anvisieren und somit effektiver bekämpfen konnte.

Im Dienst der französischen Marine bestand die Luftgruppe neben Avengers hauptsächlich aus Chance Vought Corsair-Jagdbombern. Neben moderneren Versionen der besagten US-Radarsysteme wurde die Langley später mit dem französischen DRBV 22 nachgerüstet.

Dienstzeit in der US-Marine Bau und Indienststellung Ursprünglich wurde das Schiff als Leichter Kreuzer USS Fargo (CL-85) in Auftrag gegeben. Nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor und dem dadurch folgenden Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg bestand ein Mangel an Flugzeugträgern in der US-Marine. Dadurch wurde im Januar 1942 ein schon vor dem Krieg ausgearbeiteter Plan in die Tat umgesetzt, nach dem vorhandene Kreuzerrümpfe zu Flugzeugträgern umgebaut werden sollten. Am 18. März 1942 wurde der noch nicht im Bau befindliche Rumpf der Fargo für den Umbau zum Flugzeugträger ausgewählt, der am 11. April 1942 bei der New York Shipbuilding Corporation in Camden, US-Bundesstaat New Jersey, auf Kiel gelegt wurde.

Nach Monaten der intensiven Fertigung konnte das Schiff am 22. Mai 1943 durch Mrs. Louise Macy, der Ehefrau von Harry Hopkins, einem engen Vertrauten des damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, als USS Langley (Registrierungsnummer CVL-27) getauft und vom Stapel gelassen werden. Der ursprünglich vorgesehene Schiffsname USS Crown Point (CV-27) wurde zuvor am 13. November 1942 zu Ehren des US-amerikanischen Astrophysikers und Flugpioniers Samuel Pierpont Langley (1834–1906) geändert. Mit Abschluss der letzten Baumaßnahmen wurde das Schiff zum Philadelphia Naval Shipyard überstellt und dort nach weiteren Umrüstungen am 31. August 1943 als sechster Träger der Independence-Klasse in den aktiven Dienst gestellt.

Marshall-Inseln mini|Langley beim Kap Henry vor Virginia (), 6. Oktober 1943. Auf dem Flugdeck stehen zwei SNJ-Trainer. Nach Abschluss der letzten Erprobungs- und Trainingsfahrten in der Karibik verließ die Langley am 6. Dezember 1943 Philadelphia und verlegte via Panamakanal in den Pazifischen Ozean, wo sie am 29. Dezember in Pearl Harbor eintraf. Dort wurde sie Rear Admiral Ginders Task Group 58.4 zugeteilt, der auch ihr Schwesterschiff Princeton (CVL-23), der Flottenträger Saratoga (CV-3), die Kreuzer Baltimore (CA-68), Boston (CA-69) und San Juan (CL-54) sowie acht Zerstörer unterstanden. Der Verband verließ am 19. Januar 1944 Hawaii und griff zwischen dem 29. und 31. Januar die Marshall-Atolle Wotje und Taroa an, um die amphibischen Landungsoperationen auf den Atollen Kwajalein und Majuro zu unterstützen. Anfang Februar flogen ihre Flugzeuge hauptsächlich Aufklärungseinsätze zum Eniwetok-Atoll und zerstörten das japanische Flugfeld auf dessen Insel Engebi während eines dreitägigen Luftschlags. Nach einer kurzen Erholungsphase auf Kwajalein kehrte der Trägerverband wieder nach Eniwetok zurück, um die unter dem Decknamen Operation Catchpole stattfindende Invasion des Atolls erneut vorzubereiten und zu unterstützen. Nach Beendigung dieser Aufgabe nahm TG 58.4 am 8. März Kurs auf die Inselgruppe der Neuen Hebriden, wo sie schließlich fünf Tage später eintraf.

Nach der Auffrischung von Treibstoff, Munition und Proviant auf der Insel Espiritu Santo wurde die Langley der TG 58.3 unter Rear Admiral Joseph Reeves zugeteilt. Der Verband mit den weiteren großen Kriegsschiffen Yorktown (CV-10), Lexington (CV-16), Princeton (CVL-23), Alabama (BB-60), Canberra (CA-70) und San Juan (CL-54) griff Ende März japanische Stützpunkte auf den Karolinen und den Palau-Inseln an. Nach einem Zwischenstopp auf dem vorgeschobenen Marinestützpunkt im Majuro-Atoll lief die neu aufgestellte TG 58.3 (Enterprise (CV-6), Lexington, Langley und Princeton, sowie Vice Admiral Willis Lees aus Schlachtschiffen und Kreuzern bestehende Support Unit) nach Hollandia, Niederländisch-Neuguinea. Dort unterstützte sie zwischen dem 21. und 24. April die im Rahmen der Operation Reckless stattfindende Anlandung US-amerikanischer Truppen unter General Robert Eichelberger. Auf dem Weg zurück nach Pearl Harbor, wo die Langley mit ihrer TG am 11. Mai eintraf, flogen ihre Trägerflugzeuge noch Angriffe auf den japanischen Marine- und Luftwaffenstützpunkt auf dem Truk-Atoll (29. und 30. April). Dabei konnten die Trägerflugzeuge der Langley 35 feindliche Flugzeuge beschädigen und zerstören bei einem Eigenverlust von nur einem Flugzeug.

Marianen und Palau-Inseln Für die bevorstehende Invasion der Marianen-Inseln wurde die Langley Rear Admiral William Harrills TG 58.4 zugeteilt, der auch die Essex (CV-9), das Schwesterschiff Cowpens (CVL-25), die Kreuzer Vincennes (CL-64), Houston (CL-81), Miami (CL-89), San Diego (CL-53) und elf Zerstörer angehörten. Am 6. Juni 1944 lichtete die Flotte im Majuro-Atoll ihre Anker und nahm Kurs auf die Marianen-Inseln. TG-58.4-Trägerflugzeuge versenkten am 11. und 12. Juni je 14 im Konvoi fahrende japanische Schiffe, unterstützten die Landungen auf Saipan und attackierten wenige Tage später die Bonin-Inseln Chichijima und Iwojima. Nach der Sichtung einer japanischen Flotte unter Admiral Ozawa, die von Nordwesten auf die Marianen zusteuerte, beorderte der US-Befehlshaber Admiral Spruance seine Flotte von ihren eigentlichen Aufträgen zurück und trat den Japanern in der Seeschlacht in der Philippinensee (19. und 20. Juni) entgegen, welche die Alliierten für sich entscheiden konnten. Die Langley verblieb mit ihrem Verband in der Gegend und flog hauptsächlich Angriffe gegen feindliche Stellungen auf den Inseln Rota, Pagan und Guam, bevor sie am 4. Juli zur Auffrischung von Proviant, Treibstoff und kleineren Reparaturen sowie Überholung nach Eniwetok beordert wurde. Zehn Tage später nahm TG 58.4 wieder Kurs auf die Marianen, wo sie die nächsten Wochen in die Schlachten um Guam und Tinian eingriffen.

mini|links|Jubel nach dem Abschuss eines japanischen Kampfflugzeuges vor Formosa, 14. Oktober 1944. Nach Abschluss der Operation Forager traf der Flottenverband der Langley am 13. August wieder im Eniwetok-Atoll ein und wurde dort Admiral William Halseys Task Force 38 unterstellt. In Rear Admiral Frederick Shermans TG 38.3 mit u. a. den weiteren Kriegsschiffen Lexington (CV-16), Essex (CV-9), Princeton (CVL-23), Alabama (BB-60), Massachusetts (BB-59), Indiana (BB-58), South Dakota (BB-57), Washington (BB-56), Reno (CL-96), Santa Fe (CL-60), Birmingham (CL-62), Mobile (CL-63) sowie 15 weitere Zerstörer, verließ der Kampfverband der Langley gegen Ende August die Marshallinseln. Es folgten vorbereitende Attacken auf dem Palau-Archipel (9. und 10. September) und auf feindliche Flugfelder der Philippinen-Inseln Mindanao und Visayas. Wenige Tage später wendete sich der Flottenverband wieder den Palau-Inseln zu, um die Mitte September begonnenen Landungen auf Peleliu und Angaur zu unterstützen. Danach attackierte der Verband ab dem 20. September Ziele auf Luzon und japanische Schiffe in der Bucht von Manila sowie die ehemaligen US-Army-Flugplätze Nichols Field und Clark Field. Am 6. Oktober verließ der Flottenverband der Langley den erst wenige Wochen zuvor errichteten Flottenstützpunkt im Ulithi-Atoll und attackierte die folgenden Tage strategische Ziele auf den Ryūkyū-Inseln und Formosa (heutiges Taiwan), um die von General Douglas MacArthur versprochene Rückkehr auf die Philippinen abzusichern, die kurz bevorstand.

Philippinen und Taifun Cobra mini|USS Langley als Führungsschiff von USS Ticonderoga (CV-14), USS Washington (BB-56), USS North Carolina (BB-55), USS South Dakota (BB-57), USS Santa Fe (CL-60), USS Biloxi (CL-80), USS Mobile (CL-63) und USS Oakland (CL-95), 2. Dezember 1944. mini|Langley in durch Taifun Cobra aufgepeitschter See, 18. Dezember 1944.