Rudolph Freiherr von Procházka (* 23. Februar 1864 in Prag; † 24. März 1936 ebenda; Pseudonym Leon Elms) war ein böhmischer Jurist, Komponist und Musikschriftsteller.

Biografie Rudolph Freiherr von Procházka entstammte einem alten Herren- und Landgeschlecht aus Böhmen, Mähren und Schlesien. Bereits als Kind zeigte er dichterisches und musikalisches Talent. Procházka studierte in Prag Jura sowie Violine und Komposition. Nachdem er ab 1888 erst in Eger und Asch tätig war, bekleidete er in seiner Heimatstadt vielfältige Amtsstellungen. Er war Mitbegründer und erster Präsident der Deutschen Musikakademie. Des Weiteren war er seit 1922 Ministerialrat, kaiserlich-königlicher Bezirkshauptmann, Offizier mit Statthalterdekret und Kommissar der Bezirkssparkasse Cheb. Daneben wurde er 1910 zum Landes-Musikreferenten ernannt, war Vizepräses der k.k. Prüfungskommission für das Lehramt der Musik an Mittelschulen, Regierungsvertreter beim Arbeitsausschuss für das deutsche Volkslied in Böhmen, Mitglied des Sachverständigen-Kollegiums für den Bereich der Tonkunst in Prag und wirkendes Mitglied des Vereines zur Förderung der Tonkunst.Viktor Joß, Der Merker 1 (1909) S. 605/606

Procházka galt als Fachmann in Sachen Urheberrecht und wirkte unter anderem im Arbeitsausschuss für das deutsche Volkslied in Böhmen mit. Procházka war seit 1893 mit Tonia Baronin Procházka geborene Gundling verheiratet, die ihm den Sohn Roman von Procházka gebar. Seine musikalischen Werke zeigen einen stark mystischen, fast schon esoterischen Bezug. Anfangs orientierte er sich noch an Robert Schumann und Robert Franz, löste sich dann aber inhaltlich und formell völlig von seinen Vorbildern.

Werke (Auswahl) als Komponist Oper Agamemnon Oper Das Glück (op. 15), 1897 Oratorium Christus, 1901 op. 13 Kantaten Die Psalmen für Sopran, Männerchor und Orchester op. 14 Kantate Die Palmen für Männerchor, Soli und Orchester op. 18 Harfner-Variationen für Orchester über ein ungedrucktes Thema von Mozart op. 20 Kantate Seerosen für Männerchor, Soli und Orchester op. 24 Sinfonische Lieder ohne Worte op. 26 Deutschböhmische Reigen für Klavier vierhändig

als Literat Asteroiden, Gedichtband, 1887 Versuch einer Reform der deutschen Lyrik, 1888 Die böhmischen Musikschulen, 1890 Mozart in Prag, Prag 1892 Robert Franz (Biographie), Leipzig 1894 Arpeggien: Musikalisches aus alten und neuen Tagen, Dresden 1897 J. Strauß, Berlin 1900 Aus fünf Jahrhunderten, Prag 1911 Das romantische Musik-Prag, Prag 1914 Der Kammermusikverein in Prag, Prag 1926 Abriß der allgemeinen Musikgeschichte, begründet von Bernhard Kothe, weitergeführt von Rudolph Procházka, 12. Aufl., besorgt von Max Chop, Leipzig 1929.

Literatur

Roman Freiherr von Procházka: Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise. Verlag Degener. Leipzig 1928

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Informationen zum Komponisten und seiner Familie

Einzelnachweise

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