Die Klinikverbund Südwest gGmbH mit Sitz im baden-württembergischen Böblingen ist einer der größten kommunaler Gesundheitskonzerne im Südwesten. Träger sind die beiden Landkreise Böblingen und Calw.

Geschichte Der Klinikverbund Südwest entstand 2006 durch Zusammenlegung der Kreiskrankenhäuser Böblingen, Herrenberg und Leonberg und der Geriatrischen Reha-Klinik des Kreises Böblingen, der beiden Kreiskrankenhäuser Calw und Nagold des Kreises Calw, des Städtischen Krankenhauses Sindelfingen und dem zum Städtischen Krankenhaus gehörenden ambulanten Therapiezentrum in Sindelfingen. Der Impuls zu der Zusammenlegung ging hierbei vom Klinikum Sindelfingen aus, Anlass war verstärkter Wettbewerbsdruck sowie der bundesweite Trend zur Zusammenlegung von Krankenhäusern. Zum Zeitpunkt der Gründung verfügten die Häuser des Klinikverbundes über insgesamt 2.000 Betten.Sindelfingen, Böblingen und Calw gründen Klinikverbund Südwest, Bericht vom 21. April 2006 auf medizin-edv.de, aufgerufen am 20. November 2020

Der Verbund erwirtschaftete 2010 einen Gewinn in Höhe von mehr als 2 Millionen Euro, im Folgejahr stieg der Betrag auf mehr als zehn Millionen. In den Jahren 2012, 2013, 2015 und 2016 war die Bilanz negativ. Im Jahr 2018 betrug der Gewinn knapp 200.000 Euro.Daten Klinikverbund Südwest auf northdata.de, aufgerufen am 21. November 2020 Die langfristige Erhaltung aller Klinikstandorte ist politisch vorgegebenes Ziel.Leonberg – Mediziner kämpfen für das Krankenhaus, Artikel vom 11. Januar 2014 in den Stuttgarter Nachrichten-online, abgerufen am 20. November 2020 Dies ermöglicht rund 540.000 Menschen eine wohnortnahe medizinische Versorgung. Alle Häuser sind medizinisch und personell so ausgestattet, dass sie zumindest Notfallmaßnahmen und Maßnahmen in den wichtigsten Behandlungsgebieten leisten können. Überall gibt es eine Notaufnahme mit 24-Stunden-Dienst und Abteilungen für innere Medizin, Chirurgie, Intensivmedizin, Radiologie, Anästhesie und Labormedizin.

Ab 2016 wurde der Verbund von einer Doppelspitze in der Geschäftsführung geleitet. Im Oktober 2016 hatte der Arzt und langjährige Klinikmanager (vorher Alb Fils Kliniken) Jörg Noetzel die Position des medizinischen Geschäftsführers und Vorsitzenden der Geschäftsführung übernommen. In diese Zeit fielen zahlreiche Projekte, wie die Neufirmierung der verbundweiten Medizinstrategie, diverse intersektorale Campusprojekte, die Weiterentwicklung der Klinikbauprojekte mit ~900 Mio. € Bauvolumen, die Fortsetzung der wirtschaftlichen Konsolidierung und wegweisende Personalentwicklungsprojekte wie die überregional beachtete Akademisierung der Pflege.

Seit 1. Dezember 2022 hat Alexander Schmidtke, zuvor tätig als Hauptgeschäftsführer bei den Regiomed-Kliniken, die Geschäftsführung des Klinikverbund Südwest übernommen. Damit folgt er auf Martin Loydl, der als kaufmännischer Geschäftsführer seit 2016 den Verbund, zwischenzeitlich gemeinsam mit dem ehemals medizinischen Geschäftsführer Jörg Noetzel, leitete.

Innerhalb des Klinikverbunds wurden über die Standorte hinweg individuelle medizinische Schwerpunktzentren für besondere Erkrankungen gebildet.Übersicht der Schwerpunktzentren auf der Website des Klinikverbundes Südwest, aufgerufen am 20. November 2020 In diesen wird von Ärzten verschiedener Bereiche von der Diagnose über die Fallbesprechungen bis hin zur Festlegung des Behandlungskonzeptes interdisziplinär zusammengearbeitet. Beispiele hierfür sind die zertifizierten Darmzentren in Böblingen und Nagold, das Gefäßzentrum in Leonberg, die Wundzentren in Herrenberg und Leonberg, die Herzzentren in Calw und Sindelfingen oder das Krebszentrum am Klinikum Sindelfingen-Böblingen. Patienten können grundsätzlich zunächst aber jedes Krankenhaus aufsuchen und werden von dort aus bei Bedarf in das jeweils geeignete Zentrum im Klinikverbund verlegt.

Zertifizierung und Auszeichnungen Der Klinikverbund Südwest beteiligt sich an zahlreichen nationalen und internationalen Qualitätssicherungsprojekten. Alle Kliniken des Verbundes partizipieren beispielsweise an der Aktion Saubere Hände und wurden mehrfach für Konzipierung und Realisierung von Konzepten der Händehygiene ausgezeichnet. Die Krankenhäuser in Herrenberg. Calw, Leonberg, in Sindelfingen und in Nagold wurden hierbei in den Jahren 2015, 2016, 2018 und 2019 mit der Wertung „Bronze“ ausgezeichnet.Bewertung der teilnehmenden Kliniken auf der Homepage der Aktion Saubere Hände, aufgerufen am 21. November 2020 Die Darmzentren in Böblingen und Nagold sind durch den TÜV und Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert. Ein jährliches Audit des durch die Deutsche Krebsgesellschaft beauftragten Instituts OnkoZert gewährleistet hierbei bleibende Qualität. Zuvor gab es in Baden-Württemberg nur vier solcher Zentren. Die Brustzentrum der Klinik für Frauenheilkunde in Böblingen und das Kreiskrankenhaus Calw sind ebenfalls zertifiziert.

Das Krankenhaus Leonberg in Leonberg ist durch die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin als eine der wenigen Kliniken in Baden-Württemberg als Gefäßzentrum zertifiziert.Liste der Gefäßzentren nach DGG auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin, aufgerufen am 21. November 2020 In solchen zertifizierten Zentren arbeitet nicht mehr ein Arzt alleine das Behandlungskonzept aus; es muss stattdessen in interdisziplinären Sitzungen darüber entschieden werden. Dabei werden auch niedergelassene Ärzte eingebunden. Die Brustzentrum der Klinik für Frauenheilkunde in Böblingen und das Kreiskrankenhaus Calw sind ebenfalls zertifiziert. Das Kreiskrankenhaus Calw ist mit dem Zertifikat „Babyfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet wurden. Ebenfalls als „babyfreundlich“ zertifiziert sind die Klinik in Leonberg und die geburtshilfliche Abteilung in Herrenberg.Werdende Eltern können sich beraten lassen, Artikel vom 15. Juli 2020 in der Leonberger Kreiszeitung online, aufgerufen am 21. November 2020, Artikel vom 29. Juni 2020 in der Kreiszeitung Böblinger Bote, aufgerufen am 21. November 2020 Mit diesem Zertifikat, das in Deutschland von der Initiative Babyfreundlich im Auftrag der WHO und der UNICEF vergeben wird, sind inzwischen bundesweit über 100 Häuser ausgezeichnet worden. Kriterien sind die der Schutz und die Förderung des Verhältnisses zwischen Mutter und Kind unter den Aspekten „Bindung“, „Entwicklung“ und „Stillen“ (B.E.St.-Konzept). auf der Website der Initiative, aufgerufen am 21. November 2020

Einzelne Krankenhäuser Der Klinikverbund Südwest ist einer der größten kommunalen Versorger deutschlandweit. Der Verbund sichert die medizinische Versorgung von 550.000 Einwohnern. An den fünf Standorten sind insgesamt 5.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die beteiligten Kliniken verstehen sich als Netzwerk.

Klinikum Sindelfingen-Böblingen Das Klinikum Sindelfingen-Böblingen ist seit 2006 ein Plankrankenhaus mit zwei Standorten. Es entstand aus der Fusion des Städtischen Krankenhauses Sindelfingen mit dem Kreiskrankenhaus Böblingen. Gemeinsam bilden sie ein Klinikum mit interdisziplinären Schwerpunkten. In beiden Häusern werden die Standardeinrichtungen wie die Notfallmedizin, Anästhesie- und Intensivmedizin, Labor und Radiologie parallel vorgehalten. Hinzu kommen standortbezogen Kompetenzzentren, in denen verschiedene medizinische Bereiche interdisziplinär zusammenarbeiten. Das Klinikum unterhält ab 1. Januar 2009 710 Betten. Das Klinikum Sindelfingen-Böblingen ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen.

Sindelfingen  ist ein Haus der Zentralversorgung. Hier ist das Herzzentrum mit zwei Linksherzkathetermessplätzen konzentriert, die Klinik für Blutkrebserkrankungen, das Zentrum für Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen, die Neurologie mit Schlaganfall-Einheit, die Urologie sowie die Unfallchirurgie und die Orthopädie.

Böblingen  ist ebenfalls ein Haus der Zentralversorgung. Schwerpunktzentren sind das Bauch- und das Zertifizierte Darmzentrum sowie das Zertifizierte Interdisziplinäre Brustzentrum. Es gehört zu der Klinik für Frauenheilkunde, die einen besonderen Schwerpunkt auf minimalinvasive Operationsverfahren legt. Ebenso gehört die Geburtshilfe dazu. Sie ist zusammen mit der Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin als Perinatalzentrum ausgewiesen, das drittgrößte in Baden-Württemberg. Die Praxis für Strahlentherapie auf dem Krankenhausgelände ist ein wichtiger Baustein in der interdisziplinären Versorgung der Krebspatienten. In das Klinikgebäude wurden in den letzten acht Jahren 50 Millionen Euro investiert.

Auf dem Flugfeld Böblingen-Sindelfingen entsteht seit 2020 ein neuer zentraler Standort, der ungefähr 2025 eröffnet werden soll und die beiden bisherigen Standorte in Sindelfingen und Böblingen ersetzen soll. Die bisherigen Standorte sollen danach neu entwickelt werden.

Kliniken Calw Gemeinsam mit dem Schwesternhaus in Nagold deckt Calw  die klinische Versorgung des Landkreises ab. Calw ist ein Haus der Regelversorgung. Das Leistungsspektrum mit den Kliniken für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Innere Medizin und Kardiologie, Anästhesie und Intensivmedizin, Radiologie und den Belegabteilungen Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenheilkunde wird 2008 um die Abteilung für Neurologie erweitert. Das Calwer Herzzentrum besitzt einen Linksherzkatheter-Messplatz.

Kliniken Nagold Das Krankenhaus  wurde am 1. Oktober 1977 in Betrieb genommen. Gemeinsam mit dem Krankenhaus Calw deckt es die klinische Versorgung der Bewohner des Landkreises ab. Nagold ist ein Krankenhaus der Regelversorgung. Mit den Kliniken für Innere Medizin mit Gastroenterologie und Kardiologie, Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie sowie der Anästhesie, Urologie und Intensivmedizin ist das Nagolder Krankenhaus breit aufgestellt. Kliniken für Radiologie und Nuklearmedizin sowie die Belegabteilung für Frauenheilkunde mit Geburtshilfe ergänzen das Leistungsspektrum. Seit Mitte November 2010 steht der Bevölkerung im Krankenhaus Nagold ein Linksherzkatheter zur Verfügung. Damit hält das Kreisklinikum Calw-Nagold an jedem Standort eine 24h-Notfallversorgung für Herzinfarktpatienten vor.Nagold Neue Kardiologie Bericht vom 30. September 2010, in Der Schwarzwälder Bote-online, aufgerufen am 20. November 2020

Krankenhaus Leonberg Das Krankenhaus Leonberg  wurde im Sommer 1968 als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung in Y-Bauform fertiggestellt. In seiner 40-jährigen Geschichte wurde es immer wieder modernisiert und erweitert. Das Einzugsgebiet erstreckt sich bis in die Landkreise Ludwigsburg und Enzkreis sowie in die westlichen Stadtteile von Stuttgart. Das Zentrum für Gefäßchirurgie hat einen Einzugsbereich weit über die Altkreisgrenzen hinaus. Die Ärzte des Krankenhauses Leonberg beteiligen sich sowohl beim bodengebundenen Rettungsdienst (1.800 Notarzt-Einsätze), als auch in der Luftrettung (1.000 Einsätze/Jahr, Christoph 41).

Es ist als regionales Traumazentrum für die Behandlung Unfallverletzter zertifiziert. Der Rettungshubschrauber Christoph 41 der DRF Luftrettung ist am Klinikum stationiert. Parallel sind Landungen des Intensivtransporthubschraubers möglich. 1 Schockraum mit direkter radiologischer Diagnostik steht zur Verfügung. Ein Computertomograph (CT) und Magnetresonanztomograph (MRT) erlauben zu jeder Zeit eine sehr rasche Bildgebung in der Notfallsituation.

In direkter räumlicher Nähe zur ZNA befindet sich die Intensivstation und IMC mit engmaschigem Monitoring der Kreislaufparameter und zur weiteren Therapie wie z. B. der nicht invasiven Beatmung.