Unter Farbigen versteht man nicht-weiße Menschen. Der Begriff entstammt rassistischen AnsichtenAníbal Quijano: Kolonialität der Macht, Eurozentrismus und Lateinamerika. Turia + Kant, Wien / Berlin 2016, S. 27. und historischen Rassentheorien. Er wird heute als problematisch angesehen. Besondere Bedeutung hatte und hat er in allen kolonialen Systemen, besonders der Rassentrennung. Als Selbstbezeichnung war „farbig“ im Deutschen (anders als das englische „colored“) nie verbreitet.
Zum einen bezeichnet der Ausdruck speziell Personengruppen mit erkennbar dunkler Hautfarbe, als Synonym für den Ausdruck Schwarze, diverse Gruppen Indiens oder Aborigines. In weiterem Sinne bezeichnet er Personen, die nicht hellhäutig („weiß“) sind, also alle Nichteuropäer (und deren Nachfahren weltweit), in noch weiterem Sinne auch Südeuropäer dunkleren Einschlags, womit der Begriff in den Kontext der Arier-Rassentheorie gerät. Dazu kommen dann Aspekte der „Mischlingsfrage“, sodass man auf Definitionen wie oder erweitert kamvergl. farbig, Duden Rechtschreibung online, abgerufen am 6. Oktober 2013, wo sich neben der „schwarzen Rasse“ auch die „gelbe“ der „Asiaten“ und „rote“ der „Indianer“ findet, allesamt ebenfalls überkommene Konzepte des 18. und 19. Jahrhunderts.
Verwandte Ausdrücke: Person of colour (Plural: people of colour) heute im deutschsprachigen Raum im politischen Diskurs eine gängige SelbstbezeichnungTupoka Ogette: exit RACISM. rassismuskritisch denken lernen. Unrast, Münster 2017, ISBN 978-3-89771-230-0, S. 15–18. Colored in den USA, anfangs speziell Afroamerikaner und „Mischlinge“, auch „Indianer“ (Native Americans), später auch dunklere Latinos (Lateinamerikaner), worunter neben den dort „Mulatten“ genannten europäisch-afrikanischen auch die „Zambo“ genannten afrikanisch-indianischen „Mischlinge“ zählen Coloured, Kleurlinge, Cape Coloured, Bruinmense, Bruin Afrikaners im Südafrika speziell für Menschen mit indigenen oder anderen Vorfahren differenzierter ethnischer, familiärer Wurzeln (in Unterscheidung zu Blacks/Black Africans, Whites und Indians/Asians, siehe Demografie SüdafrikasStatistics South Africa: Education. auf www.statssa.gov.za (englisch)).South African Government: South Africa's people. auf www.gov.za (englisch), abgerufen am 14. März 2021.Henry Sonnabend: Population. In: Ellen Hellmann, Leah Abrahams (Hrsg.): Handbook on Race Relations in South Africa. Cape Town / London / New York, Oxford University Press, 1949, S. 5–7.Christoph Marx: Südafrika. Geschichte und Gegenwart. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2012, S. 225 In Südwestafrika/Namibia hatte sich durch Einwanderung aus der Kapprovinz und von Walvis Bay diese Gruppenbezeichnung verbreitet.Ruth First: South West Africa. Penguin Books, Middlesex 1963, S. 48. Sichtbare Minderheiten in Kanada als „Personen, die weder Ureinwohner noch von europider Abstammung oder weißer Hautfarbe sind“. Erwähnt unter anderem im Gesetz zur Gleichbehandlung am Arbeitsplatz (Employment Equity Act) von 1996.Ethnische Zugehörigkeit von Jennifer Elrick auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 7. November 2020
Siehe auch Kritische Weißseinsforschung
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Personenbezeichnung (Rassismus und Kolonialismus) Kategorie:Ethnophaulismus