mini|Constanze Becker fotografiert von Oliver Mark, Berlin 2007 Constanze Becker (* 16. Mai 1978 in Lübeck) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben Constanze Becker ist in einem alten Bauernhaus in der Nähe von Lübeck aufgewachsen. Ihre Mutter führte ein Antiquitätengeschäft, ihr Vater war Werbegrafiker. Mit ihrer Mutter besuchte sie häufig das Thalia-Theater in Hamburg, unter anderem mindestens 40 Mal The Black Rider von Robert Wilson. Mit 15 Jahren erhielt sie ihre erste Rolle für das Jugend-Theaterprojekt Angst vor dem Pogrom. Sie entdeckte dabei ihre Vorliebe für tragische Frauenrollen, für die sie später an den deutschen Theatern bekannt wurde.

Becker machte 1997 ihr Abitur auf der Ernestinenschule.Jutta Kähler: Von Lübeck in die Welt: Constanze Becker. In: Lübeckische Blätter 183 (2018), S. 128f () Sie absolvierte ein Schauspielstudium von 2001 bis 2004 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin.Constanze Becker bei castforward.de, abgerufen am 2. Juni 2024 Der Filmregisseur Andres Veiel dokumentierte ihre Ausbildung wie die von drei weiteren Schauspielschülern in seinem Dokumentarfilm Die Spielwütigen von 2003. Nach ihrem Studienabschluss war Becker zunächst Ensemblemitglied am Schauspiel Leipzig und danach am Düsseldorfer Schauspielhaus. In Düsseldorf arbeitete sie erstmals mit dem Regisseur Jürgen Gosch zusammen.

2006 wechselte sie an das Deutsche Theater Berlin und übernahm dort als erste Rolle die der Klytaimnestra in der Orestie des Aischylos unter der Regie von Michael Thalheimer. 2007 war diese Inszenierung zum Berliner Theatertreffen eingeladen. In der Saison 2007/2008 war Constanze Becker in zwei weiteren preisgekrönten Inszenierungen des Deutschen Theaters zu sehen, in Gerhart Hauptmanns Die Ratten als Frau John erneut in der Regie von Michael Thalheimer und in Onkel Wanja unter der Regie von Jürgen Gosch.

Die Inszenierung Die Ratten wurde 2008 mit dem Nestroy-Theaterpreis und die von Onkel Wanja als „Inszenierung des Jahres“ von Theater heute ausgezeichnet; beide Produktionen waren zum Theatertreffen Berlin 2008 eingeladen. Darüber hinaus war Constanze Becker 2008 für ihre Rolle der Frau John in Die Ratten für den Faust-Theaterpreis nominiert.buehnenverein.de

Zur Spielzeit 2009/10 wechselte sie an das Schauspiel Frankfurt. , abgerufen am 24. Dezember 2012 2013 gab sie dort mit Marieluise Fleißers Fegefeuer in Ingolstadt ihr Debüt als Regisseurin. Seit der Spielzeit 2017/2018 ist sie Teil des Berliner Ensembles.

Auszeichnungen 2005 – Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler in der Sparte Theater 2008 – Schauspielerin des Jahres bei Theater heute für ihre Rolle der Jelena Andrejewna in Onkel Wanja (vom Ensemble der Onkel-Wanja-Inszenierung wurden außerdem Jens Harzer und Ulrich Matthes als Schauspieler des Jahres ausgezeichnet.) 2012 – Gertrud-Eysoldt-Ring für die Rolle der Medea in Michael Thalheimers Inszenierung 2013 – Deutscher Theaterpreis Der Faust in der Kategorie Darsteller Schauspiel für ihre Titelrolle der Medea in der Inszenierung von Michael Thalheimer

Bühnenstücke (Auswahl) Als Schauspielerin 2001: Dämonen – Lars Norén, Regie: Markus Dietz. Schauspielhaus Leipzig 2001: Schade, daß sie eine Hure war – John Ford (Annabella), Regie: Markus Dietz. Schauspielhaus Leipzig 2002: Maria Stuart – Friedrich Schiller (Elisabeth), Regie: Karin Henkel. Schauspielhaus Leipzig 2002: Haus und Garten – Alan Ayckbourn (Lucille Cadeau), Regie: Wolfgang Engel. Schauspielhaus Leipzig 2002: Krach in Chiozza – Carlo Goldoni (Lucietta), Regie: Wolfgang Engel. Schauspielhaus Leipzig 2003: Shockheaded Peter (Struwwelpeter) – Phelim McDermott und Julian Crouch, Regie: Ulrich Hüni. Schauspielhaus Leipzig 2004: Sommergäste – Maxim Gorki (Warwara), Regie: Jürgen Gosch. Schauspielhaus Düsseldorf 2005: Der Kirschgarten – Anton Tschechow (Warja), Regie: Anna Badora. Schauspielhaus Düsseldorf 2005: Die Katze auf dem heißen Blechdach – Tennessee Williams (Maggie), Regie: Burkhard C. Kosminski. Schauspielhaus Düsseldorf 2005: Solaris – Stanislaw Lem (Harey), Regie: Krystian Lupa. Schauspielhaus Düsseldorf 2005: Orpheus Illegal – Jurij Andruchowytsch, Regie: Anna Badora. Schauspielhaus Düsseldorf 2006: Die Orestie – Aischylos (Klytaimestra), Regie: Michael Thalheimer. Deutsches Theater Berlin 2006: Die Reise nach Bugulma – Jáchym Topol (Karla), Regie: Gustav Rueb. Schauspielhaus Düsseldorf 2007: Don Karlos – Friedrich Schiller (Prinzessin von Eboli), Regie: Nicolas Stemann. Deutsches Theater Berlin 2007: Die Ratten – Gerhart Hauptmann (Frau John); Regie: Michael Thalheimer. Deutsches Theater Berlin 2007: Der Mann ohne Eigenschaften – Robert Musil (Clarisse); Regie: Oliver Reese. Deutsches Theater Berlin 2008: Onkel Wanja – Anton Tschechow (Jelena Andrejewna), Regie: Jürgen Gosch. Deutsches Theater Berlin 2008: Mirandolina – Carlo Goldoni (Mirandolina), Regie: Ernst Stötzner. Deutsches Theater Berlin 2008: Pornographie – Simon Stephens, Regie: Christoph Mehler. Deutsches Theater Berlin 2008: Ritter, Dene, Voss – Thomas Bernhard (Ritter), Regie: Oliver Reese. Deutsches Theater Berlin 2009: Gefährliche Liebschaften – Christopher Hampton (Marquise de Merteuil), Regie: Karin Henkel. Deutsches Theater Berlin 2009: Hedda Gabler – Henrik Ibsen (Hedda), Regie: Alice Buddeberg, Schauspiel Frankfurt 2009: Ödipus/Antigone – Sophokles, Regie: Michael Thalheimer, Schauspiel Frankfurt 2009: Geschichten aus dem Wienerwald – Ödön von Horváth (Valerie), Regie: Günter Krämer, Schauspiel Frankfurt 2010: Lulu – Frank Wedekind (Gräfin von Geschwitz), Regie: Stephan Kimmig, Schauspiel Frankfurt 2010: König Lear – William Shakespeare (Cordelia / Narr), Regie: Günter Krämer, Schauspiel Frankfurt 2011: Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen, Regie: René Pollesch, Schauspiel Frankfurt 2012: Liebesspiel – Lars Norén, Regie: Alexander Frank, Schauspiel Frankfurt 2012: Medea – Euripides, Regie: Michael Thalheimer, Schauspiel Frankfurt 2012: Faust II – Johann Wolfgang von Goethe (Mephisto), Regie: Günter Krämer, Schauspiel Frankfurt 2012: Wir lieben und wissen nichts – Moritz Rinke (Magdalena Hansen), Regie: Oliver Reese, Schauspiel Frankfurt 2013: Die Nibelungen – Friedrich Hebbel (Brunhilde), Regie: Jorinde Dröse, Schauspiel Frankfurt 2013: Die Geierwally – nach Wilhelmine von Hillern (Geierwally), Regie: Johanna Wehner, Schauspiel Frankfurt 2014: Angst – nach Stefan Zweig, Regie: Johanna Wehner, Schauspiel Frankfurt 2014: Silent Noise – Ein Projekt über Sylvia Plath von Laura Linnenbaum, Regie: Laura Linnenbaum, Schauspiel Frankfurt 2015: ZWEI UHR NACHTS – Falk Richter, Regie: Falk Richter, Schauspiel Frankfurt 2015: Macbeth – William Shakespeare, Regie: Dave St-Pierre, Schauspiel Frankfurt 2016: Safe Places, Regie: Falk Richter, Schauspiel Frankfurt

Als Regisseurin 2013: Fegefeuer in Ingolstadt – Marieluise Fleißer, Schauspiel Frankfurt

Film und Fernsehen 2004: Die Spielwütigen (Dokumentarfilm), Regie: Andres Veiel 2007: Ein spätes Mädchen (Fernsehfilm), Regie: Hendrik Handloegten 2009: Same Same But Different, Regie: Detlev Buck 2011: Lisas Fluch (TV-Thriller), Regie: Petra K. Wagner 2021: Tatort: Wunder gibt es immer wieder

Hörspiele und Hörbücher 2012: Urs Widmer: Das Ende vom Geld – Regie: Ulrich Lampen (Hörspiel – HR) 2022: Albrecht Selge: Luyánta – Das Jahr in der Unselben Welt (Roman, ungekürzte Lesung)

Weblinks Profil bei ihrer Schauspielagentur Constanze Becker ist von der Spielwut befallen. Interview mit RP Online, 28. Mai 2004 Zwischen Alltag und Abgrund. Porträt auf Deutschlandradio Kultur, 15. Mai 2007 Die Eiskönigin. Stuttgarter Nachrichten vom 29. August 2008 Mutterliebe schockgefroren. Der Spiegel, 11. April 2012, zu Medea und Constanze Becker

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau