Velden am Wörther See (alternative Schreibweise: Velden am Wörthersee [] ()) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Villach-Land im österreichischen Bundesland Kärnten. Außerdem ist Velden am Wörther See ein gesetzlich anerkannter Luftkurort oehkv.at, Österreichischer Heilbäder- und Kurorteverband, abgerufen am 7. Juni 2015. 13. Mai 2022 Seite nicht erreichbar. sowie einer der bekanntesten und beliebtesten Fremdenverkehrsorte Österreichs.

Geographie Velden umgreift die Westbucht des Wörthersees.

Gemeindegliederung Die Marktgemeinde Velden ist in acht Katastralgemeinden (Augsdorf, Duel, Kerschdorf ob Velden, Köstenberg, Latschach an der Drau, Lind ob Velden, St. Egiden, Velden am Wörther See) gegliedert und umfasst 30 Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand ):

Nachbargemeinden

mini|Villa Carinthia, Bahnhofstraße 26 mini|Wörthersee-Architektur: Hotel Kointsch, Franz Baumgartner 1909 mini|Seepromenade mit Schiffanlegestelle mini|Katholische Pfarrkirche Unsere Liebe Frau mini|Schloss Velden, Kern des Schlosshotels mini|Villa Maire in Unterwinklern mini|Casino Velden

Geschichte Die älteste urkundliche Erwähnung Veldens stammt aus dem Jahr 1150. Der Name leitet sich von Velben (Weide) ab.

Seit dem 12. Jahrhundert gehörte das Gebiet des heutigen Velden zur Herrschaft der Burg Hohenwart, die im Lauf der Jahrhunderte im Besitz der Grafen von Ortenburg und Cilli, des Millstätter St. Georgsritterordens und schließlich der Habsburger war. Im Jahr 1545 erwarb die Familie Khevenhüller die Herrschaft über Landskron und damit auch über Velden. Die ab dem Jahr 1603 selbstständige Herrschaft Velden ging im Zuge der Gegenreformation im Jahr 1629 in den Besitz der Grafen von Dietrichstein über.

Bei der Auflösung der Herrschaft durch das Gemeindegesetz vom 17. März 1849 umfasste das Gemeindeterritorium die Katastralgemeinden Velden, Augsdorf, Duel, Lind Emmersdorf, Kerschdorf, Köstenberg und Sand. Am 1. Jänner 1850 wurde aus diesen Gemeinden die selbstständige Großgemeinde Velden, die im 19. und 20. Jahrhundert mehrmals ihre Größe änderte. Bei der Neuordnung der Gemeindestruktur in Kärnten 1972/73 wurde das Gemeindegebiet etwa auf die Größe des Jahres 1850 zurückgeführt.

Im Jahr 1853 nahm die Linienschifffahrt am Wörthersee mit dem Raddampfer „Maria-Wörth“ ihren Betrieb auf. Elf Jahre später wurde die Region Wörthersee durch einen Ausbau der Drautalbahn, heute Südbahn genannt, an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im selben Jahr, und zwar 1864, begann mit der Eröffnung der ersten Badeanstalt in Velden, der bald weitere folgen sollten. Damit ging auch die Entwicklung Veldens zum Kurort einher.

Am 13. März 1881 ereignete sich ein Großbrand, der das alte, ländlich geprägte Ortsbild Veldens vernichtete. Dies trug auch dazu bei, dass Velden noch vor Beginn der Badesaison zu einem sogenannten „Villen-Kurort“ ausgebaut wurde.

Den Namenszusatz „am Wörther See“ führt die Gemeinde seit dem Jahr 1893. Marktgemeinde ist Velden seit dem 2. Mai 1947.

Während des Kärntner Abwehrkampfs im Jahr 1919 drangen Truppen des SHS-Staats bis nach Velden vor und besetzten den Ort zeitweilig, woran heute ein Gedenkstein erinnert.Gedenkstein an der ehemaligen Demarkationslinie vor dem Hotel Carinthia, kleindenkmaeler.at, 2009

Am 18. März 2017 beschloss der Gemeinderat Veldens einstimmig ein Bauverbot für bestimmte geografische Abschnitte des Gemeindegebietes für die Dauer von zwei Jahren, um den weiteren Bau von sogenannten „Klötzen“ in der Nähe oder sogar direkt am Wörthersee zu limitieren. Ziel dieser Maßnahme war es, den freien Seezugang für Gemeindebürger sowie auch für Touristen sicherzustellen und das historische Ortsbild Veldens zu erhalten.Baustopp: Velden will keine „Klötze“ mehr orf.at, 20. März 2017, abgerufen am 20. März 2017.

Bevölkerung

Laut Volkszählung im Jahr 2001 hatte die Marktgemeinde Velden eine Wohnbevölkerung von 8.545, davon besaßen 93,1 % die österreichische, 3,6 % die deutsche und 1,8 % die bosnische Staatsbürgerschaft. Der Anteil der Kärntner Slowenen an der Gesamtbevölkerung betrug 2,8 %.

78,7 % der Veldener bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, 7,2 % zur evangelischen und 1,2 % zum Islam, 8,6 % der Bevölkerung war ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Das Logo von Velden

Velden ist aufgrund seiner günstigen geografischen Lage am Ufer des Wörthersees ein beliebter Kur- und Wohnort. Daher gibt es in Velden, ähnlich wie in anderen Orten rund um den Wörthersee, eine Vielzahl von architektonisch bedeutenden Bauwerken, insbesondere Villen: Schloss Velden Katholische Pfarrkirche Augsdorf Maria Rosenkranzkönigin Katholische Pfarrkirche Köstenberg Hll. Philipp und Jakob Katholische Pfarrkirche Kranzlhofen hl. Johannes der Täufer Katholische Pfarrkirche Lind ob Velden hl. Martin Katholische Alte Pfarrkirche St. Egyden an der Drau und Neue Pfarrkirche St. Egyden an der Drau hl. Ägidius Katholische Pfarrkirche Velden am Wörther See Unsere Liebe Frau Das Casino Velden wurde im Jahr 1922 eröffnet und im Jahr 1934 durch die staatliche Österreichische Casino AG (heute Casinos Austria) übernommen. Ein im Jahr 1987 begonnener Neubau wurde im Jahr 1989 seiner Bestimmung übergeben.

Villa Helene (ehemals Villa Schick), Ende 19. Jahrhundert als Landhaus errichtet Wohn- und Geschäftshaus Kuzmany, Georg Wünschmann, 1897/98 Mösslacherhaus, früher Bau von Franz Baumgartner Hotel Kointsch, Franz Baumgartner, 1909 Hotel Mösslacher, Franz Baumgartner, 1912 Hotel Carinthia, Franz Baumgartner, 1924/26 Villa Stelzer, Franz Baumgartner, 1925 Feuerwehrhaus, Franz Baumgartner, 1925 Haus Klützke, Franz Baumgartner, 1925/30 Haus Hilde Gessenharter, Franz Baumgartner, 1930 Haus Seeblick, Franz Baumgartner, 1933 Villa Carinthia, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts Zur Erinnerung an das 60. Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. (1848–1916) wurde der Kaiserbrunnen unweit des Veldener Bahnhofes errichtet. Er spendet Hochquellen-Trinkwasser. Renoviert wurde der Brunnen, der vom Wasserwerk Velden-Schiefling versorgt wird, im Jahr 1969.

Erholungsgebiete Neben dem Ort Velden selbst und dem Wörthersee gibt es in Velden noch einige weitere Örtlichkeiten, die den Bürgern und den Kurgästen Veldens als Erholungsgebiete dienen. In diesem Kontext hervorzuheben sind vor allem der Jeserzer See, der sich zur Gänze im Ortsgebiet Veldens befindet, der sogenannte Bäckerteich sowie der Forstsee, der sich jedoch im Gebiet der Gemeinde Techelsberg am Wörther See befindet.

Regelmäßig stattfindende Veranstaltungen Internationale Sportwagenwochen und Sportwagenfestival Velden, jährlich im Juni, Veranstalter: Heribert Kasper Internationales Humorfestival Velden, seit dem Jahr 2009 jährlich im September, Leitung: Christian Hölbling Flaniermeile Velden, jährlich im Juli und August, täglich am Abend – Straßenkunst am Seecorso Velden-Village, jährlich im September – Velden feiert mit den Fans der European Bike Week Veldener Advent, jährlich an den Adventwochenendenwww.veldener-advent.at

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft Die wirtschaftliche Struktur des Ortes ist vor allem durch den Fremdenverkehr geprägt. Von über 2500 Arbeitsplätzen im Ort entfallen 100 auf die Landwirtschaft und knapp 400 auf die Wirtschaftszweige Produktion und Gewerbe. Über 2000 Menschen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt. Diesbezüglich sind vor allem die sozialen, öffentlichen Dienste mit 600 Arbeitnehmern und der Bereich Beherbergung und Gastronomie mit 500 Arbeitnehmern zu nennen. Außerdem ist der Handel mit 400 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber im Ort (Stand 2011). Von den jährlich ca. 500.000 Übernachtungen in Velden entfallen jeweils über 100.000 auf die Monate Juli und August. Ungefähr die Hälfte der Gäste sind Österreicher (Stand 2019).

Verkehr mini|Der Bahnhof mit dem Aufnahmsgebäude – eines von dreien am Wörther See, die mit Marmor verkleidet sind Eisenbahn: Velden liegt an der Drautalbahn mit Zug- und S-Bahn-Verbindungen nach Villach und nach Klagenfurt. Außerdem bestehen durch die Koralmbahn Zugverbindungen nach Graz und Wien. Im Ortsteil Lind befindet die Haltestelle Lind/Rosegg. Straßen: Durch das Gemeindegebiet Veldens verläuft die Süd Autobahn A2. Velden ist mit zwei Zubringern (Velden Ost und Velden West) an diese angeschlossen. Außerdem liegt Velden an der Kärntner Bundesstraße B 83.

Schulen Im Gebiet der Gemeinde Velden am Wörther See befinden sich 3 öffentlichen Volksschulen (Velden, Köstenberg und Lind ob Velden) sowie eine Musikschule und eine öffentliche Mittelschule. Die Volksschule St.Egyden wurde im Jahr 2024 geschlossen. Außerdem ist Velden Standort einer sogenannten internationalen Schule, und zwar der ISC Carinthia.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 27 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2021 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen: 16 SPÖ 7 ÖVP 3 FPÖ 1 Grüne

Bürgermeister Mit Margit Heissenberger stellt die SPÖ in Velden am Wörther See die Bürgermeisterin. Wappen links|120px Seit etwa dem Jahr 1900 wurde von der Gemeinde ein Wappen mit dem Schlossportal auf einem mit Seerosen belegten Wellenschildfuß verwendet. Die heutige Form des Ortswappens geht auf einen Entwurf des lokalen Grafikers, ehemaligen Bürgermeisters und Ehrenbürgers Veldens Heinrich Ebner (1911–1998) zurück.

Wellenschildfuß und Seerose charakterisieren die Lage des Ortes am Wörthersee. Das manieristische Schlossportal von 1603 erinnert an die Familie Khevenhüller und deren Lustschloss in Velden. Das Wappen wurde der Marktgemeinde am 4. September 1965 offiziell verliehen.

Die amtliche Blasonierung lautet:

Die Fahne ist Rot-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften Gemona del Friuli, Italien, seit 1958 Bled, Slowenien, seit 2000Partnergemeinde der Marktgemeinde Velden am Wörther See

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde 1983: Leo Wallner (1935–2015), Manager und Sportfunktionär 1996: Karl Spiehs (1931–2022), Filmproduzent 1916?: Alexander Spitzmüller (1862–1953), Minister und Bankdirektor

Söhne und Töchter der Gemeinde

Bartholomäus Wrann (1813–1885), Notar und Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus Josef Humar (1865–1940), deutscher Verleger, Politiker und Verbandsfunktionär Anton Falle (1886–1945), Politiker der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SdP), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Artur Pipan (1919–2009), Brigadier des österreichischen Bundesheeres Steffi Stroux (* 1934), Filmschauspielerin Andrej Kokot (1936–2012), Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer der slowenischsprachigen Volksgruppe in Kärnten Robert Rogner (* 1941), Baumeister Elmar Schuberth (* 1969), Triathlet Sabrina Müller (* 1993), Volleyballspielerin

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Franco Andolfo (1938–2012), Entertainer, Schlagersänger und Komponist Anton Bulfon (1885–1961), Baumeister Wolfgang Bulfon (* 1946), Politiker (SPÖ) Moritz Czeitschner (1880–1972), Angestellter und Politiker Anton Karl Gebauer (1872–1942), Lehrer, Asienforscher, Reisender, Ethnograph und Schriftsteller Kathrin Glock (* 1980), Unternehmerin Ernst Graef (1909–1985), Maler, Grafiker, Kunsthandwerker und Entwurfszeichner Marianne Scheel (1902–2002), Kinderbuchillustratorin und -autorin Grete Seidl (1921–2006), Mundartdichterin

Siehe auch Liste der Straßennamen und Ortschaften der Marktgemeinde Velden

Literatur Anton Kreuzer: Augsdorf am Wörther See – Eine Urlaubsgemeinde stellt sich vor. Velden 1971, Herausgeber, Verleger und Eigentümer: Touristen-Informationsamt der Gemeinde Augsdorf am Wörther See, Velden am Wörther See, Kärnten. Raimund Kiennast: Sommerfrische – am Fluss oder am See? Ein Vergleich der Sommerfrische-Orte Gars am Kamp und Velden am Wörther See um 1900. (Gars am Kamp) 2020, ISBN 978-3-85028-933-7. Peter Günzl (Hrsg.) Die Veldner Chronik 1850–1939, Velden 1983, ISBN 3-900472-01-7.