Richard Woldemar Frege (* 18. September 1811 in Leipzig; † 27. Dezember 1890 ebenda) war ein deutscher Jurist und Hochschullehrer.

Leben Der aus der Leipziger Bankiers-Familie stammende Frege, er war Urenkel des Stammvaters Christian Gottlob Frege. Der Großvater Christian Gottlob Frege II (* 8. September 1747; † 3. Februar 1816) wurde Mitglied des Leipziger Stadtrates und Mitbegründer der Gewandhauskonzerte. Vom damaligen sächsischen König erhielt dieser die Titular „Kurfürstlich Geheimer Sächsischer Kammerrath“ und war auch außerhalb von Leipzig als Finanzberater für die Kulturszene tätig.Vgl. Carl Duncker: Iffland in seinen Schriften als Künstler, Lehrer und Director der Berliner Bühne. Zum Gedächtniss seines 100 jährigen Geburtstages am 19. April 1859. Duncker und Humblot, Berlin 1859, u. a. S. 281. Seine Eltern waren der Stadthauptmann, Kammerrat und Gutsherr Gottlob Frege (* 2. Februar 1778; † 30. August 1855) und Sophie Henriette geb. Stoll (* 29. Mai 1786; † 28. September 1868) aus Leipzig. Mit Abtnaundorf erwarb er für die Familie ein weiteres Gut, welches für zwei Generationen der Stammsitz der Familie wurde.

Er selbst studierte von 1830 bis 1833 Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Nebenher erhielt er Musikunterricht von Heinrich Dorn.Supplement zu No. 36 Neue Berliner Musikzeitung. Gründer: Gustav Bock, Jahrgang XXIII, C. F. Schmidt-Berlin, Verlag Ed. Bose & G. Bock (E. Bock), Berlin 8. September 1869, S. 295.

Am 10. Mai 1836 wurde Frege nach der Verteidigung seiner Dissertation Meditationum de actione Pauliana Spec. I zum Dr. iur. promoviert und gehörte danach zum Lehrkörper, ab dem Sommersemester 1847 als außerordentlicher Professor.Lothar Kreiser: Gottlob Frege. Leben – Werk – Zeit. Verlag Meiner, Hamburg 2001. S. 13.

Seit dem 29. Juni 1836 war er mit der Sängerin Virginia Livia Gerhardt (1818–1891) verheiratet, die Hochzeit fand in Berlin statt.

Im Jahr 1855 kaufte Frege das Areal der Großen Funkenburg. Diesen Gutshof mit Wirtschaftsgebäuden ließ er abreißen, um im Zuge des Gründungsbooms das Grundstück ab 1889 zu parzellieren und zu verkaufen. Aufgrund spezieller Bebauungsvorschriften durch Frege entstand ein relativ einheitliches Bebauungsgebiet – das Kerngebiet des heutigen Waldstraßenviertels.

1886 erhielt die Familie den erblichen Adelstitel. Frege`s Sohn Arnold Woldemar von Frege-Weltzien lebte mit seiner Familie und den fünf Kindern auf dem Rittergut Abtnaundorf, war Mitglied des Deutschen Reichstags und 1898–1901 dessen Vizepräsident.Vgl. u. a. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel) 1937. Jahrgang 29, Justus Perthes, Gotha 1936, S. 181–182.

Literatur Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genenalogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1888. Jahrgang 13, Verlag von Friedrich irrgang, Brünn/ Rudolstadt Dezember 1887, [S. 171.] Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genenalogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1891. Jahrgang 16, Verlag von Friedrich irrgang, Brünn/ Rudolstadt Dezember 1890, S. 203. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser 1909, 3. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1908, S. 211–212.

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Einzelnachweise

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