Die kubanische Männer-Handballnationalmannschaft repräsentiert den Handballverband Kubas als Auswahlmannschaft auf internationaler Ebene bei Länderspielen im Handball gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände.
Geschichte Die Federación Cubana de Balonmano ist seit 1974 Mitglied in der Internationalen Handballföderation (IHF) und seit 2019 in der Handballkonföderation Nordamerikas und der Karibik (NACHC). mini|rechts|All-Star-Team der Weltmeisterschaft 1999: h.v.l. Guijosa, Jovanović, Moustafa (IHF-Präsident), Kudinow; v.v.l. Uríos, Lawrow, Petersson und Olsson. Die kubanische Auswahl war in den 1980er- und 1990er-Jahren die stärkste Mannschaft in Nord- und Südamerika. In dieser Zeit gewann sie die ersten acht Austragungen der Panamerikameisterschaft sowie dreimal die Panamerikanischen Spiele. Sechsmal nahm Kuba an Weltmeisterschaften teil und zweimal an Olympischen Spielen, wobei sie zusätzlich dreimal auf eine Teilnahme verzichtete. Der größte Erfolg auf globaler Ebene war der achte Platz bei der Weltmeisterschaft 1999 in Ägypten, bei der Rolando Uríos Torschützenkönig und bester Kreisläufer wurde. Bereits bei den Weltmeisterschaften 1995 und 1997 konnte man das Achtelfinale erreichen. Nach dieser recht erfolgreichen Zeit verschwand das Team aus der Weltspitze, da mehrere in Europa spielende Nationalspieler dieser sogenannten „goldenen Generation“ die Staatsbürgerschaft ihres jeweiligen Vereinslandes annahmen und für die entsprechenden Nationalmannschaften antraten, darunter diejenigen Ungarns (Ivo Díaz, Carlos Pérez, Vladimir Rivero Hernández), Islands (Julián Duranona, Jaliesky García) und Spaniens (Uríos, Julio Fis). Danach konnte man sich erst im Jahr 2009 wieder für eine WM qualifizieren.
In der Folge wurden im Ausland aktive Spieler nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert und die Auswahl konnte an die Erfolge der Vergangenheit nicht mehr anknüpfen. Daraufhin nahmen weitere Spieler die Staatsbürgerschaft ihres Arbeitslandes an, so Daymaro Salina und Alfredo Quintana Bravo (Portugal) sowie Rafael Capote und Frankis Carol Marzo (Katar). Erst Ende der 2010er-Jahre wurde diese Praxis aufgehoben. Im Jahr 2018 gewann man die Nordamerikanische und karibische Handballmeisterschaft, im Jahr 2023 die vom Weltverband IHF ausgetragene Meisterschaft für Handballentwicklungsländer. Nach 16 Jahren konnte man sich 2025 erstmals wieder für eine Weltmeisterschaft qualifizieren, bei der man den letzten Platz von 32 Mannschaften belegte.
Spieler Flucht Einige Spieler des kubanischen Verbandes nutzten Auslandsaufenthalte zur Flucht aus dem sozialistisch regierten Staat. Im Jahr 2024 verließen wahrscheinlich sechs Spieler die Auswahl und das Land, so auch mit Omar Toledano ein in die All-Star-Auswahl der Nordamerikanischen und karibischen Meisterschaft 2024 gewählter Spieler.www.cibercuba.com, Balonmanista abandona selección nacional de Cuba durante Pre-Mundial en México, 13. Mai 2024, abgerufen am 23. Januar 2025 Bei der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2025 verließen im November 2024 weitere drei Spieler in Frankreich ihr Team.www.cibercuba.com, Tres integrantes del equipo cubano de balonmano abandonan entrenamiento en Francia, 18. November 2024, abgerufen am 23. Januar 2025
Internationale Großereignisse Olympische Spiele Olympische Spiele 1972: nicht qualifiziert Olympische Spiele 1976: nicht qualifiziert Olympische Spiele 1980: 11. Platz (von 12 Mannschaften) Kader: Juan Prendes (6 Spiele/31 Tore), Sabino Medina (6/16), Roberto Zulueta (6/9), Roberto Casuso (6/21), Jesús Agramonte (6/33), José Nenínger (1/0), Moisés Casales (6/0), Ibrain Crombet McKenzie (6/4), Lázaro Jiménez (6/0), Juan Llanes (6/2), Pablo Pedroso (6/0), Juan Querol (6/17), Miguel Izquierdo (5/1). Trainer: Manuel Quiala. Olympische Spiele 1984: verzichtete trotz Qualifikation als Panamerikameister Olympische Spiele 1988: nicht qualifiziert Olympische Spiele 1992: verzichtete trotz Qualifikation als Panamerikaspielesieger Olympische Spiele 1996: verzichtete trotz Qualifikation als Panamerikaspielesieger Olympische Spiele 2000: 11. Platz (von 12 Mannschaften) Kader: Luis Alexis Silveira Corbo (6 Spiele/8 Tore), Freddy Suárez (2/11), Rolando Uríos (6/42), Amauris Cárdenas (6/13), Raúl Hardy (5/21), Félix Romero Conill (6/8), Diego Wong (4/0), Miguel Montes (6/8), Juan González (4/13), José Hernández (6/14), Damián Cuesta (6/0), Misael Iglesias (6/0), Odael Marcos (5/11), Yunier Noris (4/5). Trainer: José Ángel Cruz Morera. Olympische Spiele 2004: nicht qualifiziert Olympische Spiele 2008: nicht qualifiziert Olympische Spiele 2012: nicht qualifiziert Olympische Spiele 2016: nicht qualifiziert Olympische Spiele 2020: nicht qualifiziert Olympische Spiele 2024: nicht qualifiziert
Weltmeisterschaften Weltmeisterschaft 1938: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1954: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1958: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1961: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1964: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1967: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1970: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1974: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1978: nicht teilgenommen Weltmeisterschaft 1982: 13. Platz (von 16 Mannschaften) Weltmeisterschaft 1986: 15. Platz (von 16 Mannschaften) Weltmeisterschaft 1990: 14. Platz (von 16 Mannschaften) Kader: Vladimir Rivero Hernández, Andre Hurtado Marcel, Julián Duranona (Torschützenkönig), José Neninger, Daniel Robert Suárez, Jesús Agramonte, Osvaldo Povea Dominguez, Luis Delisle Sese, Emilio Sanchez Armand, Modesto Quintana Monroy, Rolando Uríos, Juan Cruz Guerra, Andrés Robles. Trainer: Manuel Quiala. Weltmeisterschaft 1993: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 1995: 13. Platz (von 24 Mannschaften) Kader: Alberto Chambert Montalvo, José Rodney Savon, Luis Martinez Cuesta, Luis Alexis Silveira Corbo, Rolando Uríos, Ivo Díaz, Osvaldo Povea Dominguez, Raúl Hardy, Freddy Suárez, Daniel Robert Suárez, Iran Danger Aguirre, Felix Romero Conill, Carlos Pérez, Vladimir Rivero Hernández, José Camilo Martinez. Trainer: Pedro Olivares Acosta. Weltmeisterschaft 1997: 14. Platz (von 24 Mannschaften) Kader (unvollständig): Carlos Pérez (48 Tore). Trainer: ?. Weltmeisterschaft 1999: 8. Platz (von 24 Mannschaften) Kader: Alberto Chambert Montalvo, Vladimir Rivero Hernández, Misael Iglesias, Julio Fis, Amauris Cárdenas, Rolando Uríos (Torschützenkönig und All-Star), Ivo Díaz, Raúl Hardy, Luis Enrique Yant Sanchez, Freddy Suárez, Luis Alexis Silveira Corbo, Felix Romero Conill, Ivan González, José Rodney Savon, Odael Marcos. Trainer: José Cruz/Jorge Gerardo. Weltmeisterschaft 2001: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2003: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2005: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2007: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2009: 20. Platz (von 24 Mannschaften) Kader: Alfredo Quintana Bravo (6 Spiele/0 Tore), Raifer Turiño Noa (9/28), Darián Rodríguez Chappottin (9/2), Edgar Martí Díaz (9/8), Randy Díaz de Armas (9/28), Denis Fernández Lescaylli (9/5), Yoel Cuni Morales (9/27), Yailan Hechavarria del Sol (9/19), Misael Iglesias (9/0), Frankis Carol Marzo (9/42), Jankelly Tomasen Carmona (9/14), Daymaro Salina (9/23), Noelvis Robles Reve (9/9), Yosdany Rios Ballard (9/6), Yusnier González Girón (3/0). Trainer: Carlos Carrete Galindo. Weltmeisterschaft 2011: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2013: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2015: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2017: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2019: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2021: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2023: nicht qualifiziert Weltmeisterschaft 2025: 32. Platz (von 32 Mannschaften)
B- und C-Weltmeisterschaften Bei den B- und C-Weltmeisterschaften, die zwischen 1976 und 1992 zur Qualifikation für Weltmeisterschaften und Olympische Sommerspiele dienten, nahm Kuba zweimal teil, verpasste aber jeweils die Qualifikation als neuntplatzierte Mannschaft. mini|Die kubanische Auswahl vor der B-Weltmeisterschaft 1989. B-Weltmeisterschaft 1989: 9. Platz (von 16 Mannschaften) B-Weltmeisterschaft 1992: 9. Platz (von 16 Mannschaften)
Panamerikameisterschaften An der Handball-Panamerikameisterschaft der Männer nahm Kuba elfmal teil. Sie diente als Qualifikation zur Handball-Weltmeisterschaft der Männer. Die Panamerikameisterschaften wurden 2020 abgelöst von den Nordamerikanischen und karibischen Handballmeisterschaften und den Süd- und zentralamerikanischen Handballmeisterschaften. Mit acht Titeln ist die Auswahl Rekordhalter. Panamerikameisterschaft 1980: 1. Platz (von 6 Mannschaften) Kader: unbekannt Panamerikameisterschaft 1981: 1. Platz (von 7 Mannschaften) Kader: Moisés Casales, Roberto Casuso, José Neninger, Juan Llanes, Juan Querol, Osvaldo Povea Dominguez, Juan Prendes, Ramón Medina, Roberto Zulueta, Alberto Márquez, Ibrain Crombet McKenzie, René Pedroso, David Stevenson, Ricardo Miranda, Octavio Mantrana. Trainer: unbekannt. Panamerikameisterschaft 1983: 1. Platz (von 6 Mannschaften) Kader (unvollständig): Moisés Casales, Roberto Casuso, José Neninger, Juan Querol, Juan Llanes, Osvaldo Povea Dominguez, Jesús Agramonte, Juan Prendes, Ramón Medina, Roberto Zulueta, Alberto Márquez, Ibrain Crombet McKenzie, René Pedroso, David Stevenson, Ricardo Miranda, Octavio Mantrana. Trainer: unbekannt. Panamerikameisterschaft 1985: 1. Platz (von 6 Mannschaften) Kader: Alberto Márquez, Luis Aguilar, Roberto Casuso, Jesús Terry, José Rodríguez, Juan Morales, Osvaldo Povea Dominguez, Modesto Quintana Monroy, Luis Martínez Cuesta, Daniel Roberto Suárez, Ibrain Crombet McKenzie, Julián Duranona, Juan Querol. Trainer: Manuel Quiala. Panamerikameisterschaft 1989: 1. Platz (von 6 Mannschaften) Kader: Andres Hurtado, Reinaldo Cruz, Jesús Agramonte, Lucas Juan, Rolando Uríos, Juan Querol, Osvaldo Povea Dominguez, Modesto Quintana Monroy, Enrique Delisle Sese, Daniel Robert Suaréz, Arsenio Martínez, Julián Duranona, Marcos Aguirre, Vladimir Rivero Hernández, Emilio Sánchez Armand. Trainer: unbekannt. Panamerikameisterschaft 1994: 1. Platz (von 7 Mannschaften) Kader (unvollständig): Vladimir Rivero Hernández, José Rodney Savon, Luis Alexis Silveira Corbo, Rolando Uríos, Osvaldo Povea Dominguez, Carlos Pérez, Freddy Suárez, Luis Martínez Cuesta, Felix Romero Conill, Andrés Robles, Rey Gutérrez. Trainer: Pedro Olivares Acosta. Panamerikameisterschaft 1996: 1. Platz (von 8 Mannschaften) Kader: Alberto Chambert Montalvo, Vladimir Rivero Hernández, Julio Fis, Luis Martínez Cuesta, Rolando Uríos, Ivo Díaz, Osvaldo Povea Dominguez, Luis Enrique Yant Sanchez, Freddy Suárez, Felix Romero Conill, Carlos Pérez, Juan González. Trainer: Pedro Olivares Acosta. Panamerikameisterschaft 1998: 1. Platz (von 9 Mannschaften) Kader: Alberto Chambert Montalvo, Leonel Palmer, Julio Fis, Yunier Noris, Luis Alexis Silveira Corbo, Rolando Uríos, Ivo Díaz, Diego Wong, Luis Enrique Yant Sanchez, Freddy Suárez, Odael Marcos, Misael Iglesias, Felix Romero Conill, Carlos Pérez, Vladimir Rivero Hernández, Juan González. Trainer: unbekannt. Panamerikameisterschaft 2000: 2. Platz (von 8 Mannschaften) Kader: unbekannt. Panamerikameisterschaft 2002: nicht qualifiziert Panamerikameisterschaft 2004: nicht qualifiziert Panamerikameisterschaft 2006: nicht qualifiziert Panamerikameisterschaft 2008: 3. Platz (von 7 Mannschaften) Kader: unbekannt. Panamerikameisterschaft 2010: 4. Platz (von 8 Mannschaften) Kader: Alfredo Quintana Bravo, Raifer Turiño Noa, Edgar Martí Díaz, Randy Díaz, Denis Fernández Lescaylli, Yoel Cuni Morales, Leandro Cobas, Yailan Hechavarria del Sol, Frankis Carol Marzo, Eurelvis Valdéz, Noelvis Robles Reve, Yordanis Río, Yusnier González Girón. Trainer: unbekannt. Panamerikameisterschaft 2012: nicht qualifiziert Panamerikameisterschaft 2014: nicht qualifiziert Panamerikameisterschaft 2016: nicht qualifiziert