mini|Die Südseite des Paderborner Doms mini|Das Paderborner Rathaus mini|Paderborn Markt mit Gaukirche mini|Paderborn: Stadtgliederung mini|Das im Weserrenaissance-Stil erbaute Schloss Neuhaus Die Stadt Paderborn () ist mit Einwohnern (Stand ) eine Großstadt im östlichen Teil des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im gleichnamigen Kreis und ist dessen Kreisstadt, ist Universitätsstadt, Oberzentrum und Mittelpunkt der Region Hochstift Paderborn. Der Name weist auf die Quellen der Pader im heutigen Stadtzentrum hin.

Erstmals wurde Paderborn in einer Urkunde im Jahr 777 erwähnt, als unter Karl dem Großen in Paderborn ein Reichstag und eine Missionssynode stattfanden. In Paderborn wurde 1614 die erste westfälische Universität gegründet, die später zur selbständigen Theologischen Fakultät umgewandelt wurde. Eine neue Universität wurde 1972 gegründet; bereits 1971 entstand die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen. Seit dem neunten Jahrhundert ist die Stadt Sitz eines Bistums; dieses wurde 1930 zum Erzbistum erhoben.

Ihre heutigen Grenzen erhielt die Stadt durch die Eingliederung umliegender Gemeinden im Zuge der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen von 1974, wodurch Paderborn zur Großstadt wurde.

Im Jahr 2025 stand Paderborn auf Platz 54 der größten Städte Deutschlands.

Geographie Geographische Lage

Paderborn liegt im Osten von Nordrhein-Westfalen im westlichen Teil von Ostwestfalen. Die Stadt liegt im südöstlichen Winkel der Westfälischen Tieflandsbucht. Hier steigt die flache Landschaft nach Süden und Osten zur Paderborner Hochfläche an. Östlich der Stadt erhebt sich das Eggegebirge als Teil des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge. Die Stadt entstand im Quellgebiet der Pader, wo einige Teiche aus etwa 200 Karstquellen gespeist werden, die Anziehungspunkt für frühe Siedler und verehrungswürdig als Wunder oder Heiligtum gewesen sein dürften, wovon heute noch der unmittelbar benachbarte Dom zeugt. Die Pader ist mit 4 km Länge kürzester Fluss Deutschlands. Sie mündet im Paderborner Stadtteil Schloß Neuhaus in die Lippe, die dort auch die Alme aufnimmt. Viele stehende Gewässer bereichern Paderborner Ausflugsgebiete, so sind zahlreiche Seen im Stadtgebiet zu finden. Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich im Stadtteil Neuenbeken bei (), der niedrigste in Sande bei (). Die Stadt wird durch den seit dem Mittelalter bekannten Westfälischen Hellweg erschlossen, der von Duisburg über Paderborn zur Weserüberquerung bei Corvey und von dort weiter nach Osten führt, heute ist es die B 1.

Kernstadtgliederung Zu Paderborn gehören die acht Ortsteile rund um Paderborn und die Paderborner Kernstadt als das Stadtzentrum. Die Kernstadt selbst gliedert sich in die nachfolgenden acht Stadtbezirke:

Innenstadt/Mitte Barkhausen Fischteiche Lichtenfelde/Lieth/Kaukenberg Mönkeloh Riemekeviertel Stadtheide Südstadt

Stadtgliederung Nach der Hauptsatzung der Stadt wurden in der Stadt Paderborn sieben Stadtteile gebildet. Zusammen mit der Kernstadt ergeben sich somit acht Verwaltungseinheiten. Diese entsprechen gebietsidentisch den Stadtteilen, nur die zu einem Bezirksstadtteil zusammengefassten Stadtteile Schloß Neuhaus und Sande bilden einen gemeinsamen Bezirksstadtteil.

In den beiden einwohnerstärksten Stadtbezirken Schloß Neuhaus/Sande und Elsen werden vom Rat der Stadt nach jeder Kommunalwahl Bezirksausschüsse eingerichtet. Für die übrigen einwohnerschwächeren Bezirke wählt der Rat der Stadt jeweils einen Ortsvorsteher.

Ferner gibt es in den Stadtbezirken Schloß Neuhaus/Sande und Elsen jeweils eine Bezirksverwaltungsstelle. Die Bezirksausschüsse und die Ortsvorsteher sollen die Belange des Stadtteiles gegenüber dem Rat wahrnehmen und können auch bestimmte Aufgaben der laufenden Verwaltung übertragen bekommen. Kein Bezirk im Sinne der Hauptsatzung ist die „Kernstadt“ Paderborns, die das nicht zu den Bezirken gehörende Gebiet umfasst; sie entspricht der Stadt in den Grenzen vor 1969. Marienloh und Wewer waren vor 1969 eigenständige Gemeinden; die restlichen Stadtteile waren bis 1974 selbständige Gemeinden. Paderborn ist damit durch die Gebietsreform von 1975 auf seine heutige Größe gewachsen.

+Tabelle Kernstadt und Stadtteile Stadtteil Fläche(km²) EinwohnerBevölkerungs-dichte (Einwohner je km²) Einge-meindung Kernstadt 45,93 89.485 1.948 – Schloß Neuhaus 24,04 27.511 1.144 1. Januar 1975 Elsen 20,19 16.259 805 1. Januar 1975 Wewer 16,88 7.147 423 1. Juli 1969 Sande 23,39 5.751 246 1. Januar 1975 Marienloh 7,37 3.270 444 1. Januar 1969 Dahl 17,14 2.853 166 1. Januar 1975 Benhausen 9,80 2.450 250 1. Januar 1975 Neuenbeken 14,85 2.366 152 1. Januar 1975 Paderborn 179,59 157.092 875 Stand 3. April 2023 (ohne 2. Wohnsitz)Ortsteile Paderborns. Stadt Paderborn.

Im Februar 2026 wohnten in Paderborn 157.008 Personen mit Hauptwohnsitz. 2017 lag der Mietpreis durchschnittlich bei 6,45 Euro je QuadratmeterMietpreis in Paderborn. wohnpreis.de, im Januar 2020 wurde ein durchschnittlicher Mietpreis von 8,34 € pro m² gemessen.Mietpreis in Paderborn 2020 mietpreise.info

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets Paderborn bedeckt eine Fläche von 179,59 km². Den größten Flächenanteil nehmen Wald- und Landwirtschaftsfläche mit zusammen etwa 62,1 % ein, Siedlungs- und Verkehrsfläche bedecken weitere rund 30 %.Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Paderborn

Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung ist etwa 16,4 km, in Ost-West-Richtung etwa 17,7 km.

Flächenach Nutzungsart Fläche in km² Anteil an Gesamtfläche Landwirtschaftsfläche 82,89 46,21 % Waldfläche 28,53 15,90 % Gebäude-, Frei- und Betriebsfläche 36,52 20,36 % Verkehrsfläche 17,24 9,61 % Wasserfläche 4,86 2,71 % Sport- und Grünfläche 6,93 3,86 % sonstige Nutzung 2,43 1,35 %

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Paderborn (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Hövelhof, Bad Lippspringe, Altenbeken, Lichtenau, Borchen, Salzkotten und Delbrück (alle Kreis Paderborn). Die nächstgelegenen Großstädte sind im Nordwesten Bielefeld, Gütersloh und Münster, im Osten Göttingen, im Südosten Kassel und im Westen Hamm.

Geologie Der Untergrund des Gemeindegebiets besteht vorrangig aus Mergelkalkstein der Oberkreide. Er ist tektonisch wenig gestört, schwach nach Westen zum Inneren der Münsterländer Bucht geneigt und wird dort von jüngerem Tonmergelstein des Emscher-Mergels überdeckt. Die Gesteine liegen über einem Sockel aus gefalteten Gesteinen aus Devon und Karbon. Das Flachland westlich von Paderborn wird von meist sandigem Lockergestein des Quartärs über Kreide bedeckt. Es besteht aus eiszeitlichen Ablagerungen wie Grundmoräne und Schmelzwassersanden sowie den Flusssedimenten der Flüsse Lippe, Alme und Pader.

Das oberste Grundwasserstockwerk im Stadtgebiet wird gebildet aus Sanden der Senne und Flusssanden und -kiesen der Lippe, Pader und Alme. Örtlich wird dieses Grundwasser für Einzelversorgungen genutzt. Die unter den Sanden liegenden Festgesteine des Erdmittelalters sind gut durchlässige, aber verschmutzungsgefährdete Karstgrundwasserleiter. Im Norden des Stadtgebiets sind sie von Emscher-Mergel überlagert, der nur gering durchlässig ist. Unterhalb dieses Mergels wird das Karstgrundwasser gestaut, das aus Süden heranfließt. Es tritt in einer Vielzahl von Quellen auf einer Linie zwischen dem innerstädtischen Riemeke-Viertel und Marienloh an die Oberfläche; die hier entspringende Pader beispielsweise tritt in mehr als 200 Einzelquellen aus. Dieses Karstgrundwasser hat Trinkwasserqualität und wird in Verbindung mit dem Porengrundwasser aus der Boker Heide und dem Wasserwerk Diebesweg zur Versorgung der Kernstadt und der östlichen Stadtteile genutzt. Die südlichen Stadtteile werden aus der Aabach-Talsperre mit Trinkwasser versorgt und Benhausen und Neuenbeken erhalten das Trinkwasser über das Wasserwerk Altenbeken-Hossengrund aus Gesteinen der Unterkreide und des Unteren Muschelkalks.

Paderborn verfügt über eine bedeutende Zementindustrie, die Mergelkalksteine der Oberkreide abbaut. Sand und in geringerem Umfang Kies des Quartärs wird als Schüttgut, Bausand und zur Kalksandsteinherstellung genutzt. Als Ziegelrohstoff findet ebenfalls aus dem Quartär stammender Ton und Schluff des Quartärs Verwendung.

Die Paderborner Hochfläche macht den östlichen Teil des Stadtgebiets aus. Dort sind die Mergelkalksteine der Oberkreide an der Oberfläche zu einer rund 50 cm mächtigen, nährstoffreichen Braunerde aus tonigem Lehm verwittert. Örtliche Ablagerungen von Löss des Eiszeitalters sind infolge von Rodungen im Mittelalter erodiert und bilden in Trockentälern Kolluvien. Im Westen des Stadtgebiets herrschen saure, nährstoffarme Podsole vor, die im Unterboden zum Teil mit Ortstein durchsetzt sind. In den Rinnen, Tälern und Niederungen sind die Ablagerungen der Fließgewässer bis dicht an die Bodenoberfläche mit Grundwasser gefüllt. Die dabei entstandenen Gleye werden als Grünland genutzt. Die breiten Talauen von Alme und Lippe sind vorrangig von Auenböden bedeckt.Geologischer Dienst NRW:

mini|Geothermische Ergiebigkeit des Stadtgebiets

Die Eignung von Paderborn für die Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und für die Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen ist örtlich sehr unterschiedlich ausgeprägt. Weite Teile des Stadtgebiets eignen sich mittelmäßig für die Nutzung, einzelne Standorte auf einer Linie von Schloß Neuhaus/Marienloh nach Elsen/Wewer eignen sich nicht. Mit dem beginnenden Anstieg Richtung Eggegebirge im östlichen Stadtgebiet verbessert sich die Nutzbarkeit (vgl. dazu die nebenstehende Karte). (PDF; 369 kB).

Klima mini

Das Klima in Paderborn wird durch die Lage der Stadt im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas im Allgemeinen und die Lage im Rückstau des östlich gelegenen Riegels Teutoburger Wald im Speziellen beschrieben. Das Gebiet liegt überwiegend im Bereich des subatlantischen Seeklimas mit teils temporären kontinentalen Einflüssen. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild, der kontinentale Einfluss wird durch den Teutoburger Wald abgeschirmt. Die Sommer sind mäßig warm. Die Temperaturen betragen in den niedrig gelegenen Stadtteilen der in der Westfälischen Bucht liegenden Stadt im Durchschnitt bei 9 bis 10 °C, in den ansteigenden Gebieten zum Teutoburger Wald sind sie niedriger und liegen bei etwa 8 °C.

Die Niederschläge sind maßgeblich durch die Lage am Teutoburger Wald beeinflusst. Insgesamt ist Paderborn neben den Städten im Bergischen und Siegerland eine der niederschlagsreichsten Großstädte Nordrhein-Westfalens. Die Jahresniederschläge liegen in allen Monaten deutlich über dem Landesschnitt. Die Niederschlagsmengen schwanken jedoch je nach Lage jährlich meist zwischen etwa 750 und 1000 Millimeter. Da die vorherrschenden Winde meist aus Richtung Südwesten wehen und dabei feuchte Luft vom Atlantik mitbringen, kommt es an der Luvseite des Teutoburger Waldes, der die erste Barriere am Rand des Weserberglandes darstellt, zu ausgeprägtem Steigungsregen., abgerufen am 4. Januar 2018.

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte