mini|Régiment du Roi mini|Régiment de Valirault mini|Régiment de Royal Bourgogne In dieser Liste sind die Regimenter der königlich französischen Linien-Infanterie des 17. und 18. Jahrhunderts mit ihren Ordonnanzfahnen und Uniformen (soweit diese eruiert werden konnten) in alphabetischer Reihenfolge bis zum Ende der königlichen Armee 1791 aufgeführt. (Dieser Zeitraum wird in Frankreich allgemein als Ancien Régime bezeichnet.) Die Liste wurde so erstellt, dass die einzelnen Regimenter mit ihren Fahnen komplett aufgeführt sind und ihr Werdegang problemlos verfolgt werden kann. Allerdings konnten nur die Regimenter berücksichtigt werden, die mindestens ein Jahr Bestand hatten, da das Ganze sonst ins Uferlose geführt hätte. Es war damals durchaus üblich, Regimenter nur für die Dauer eines Feldzuges aufzustellen. So schnell wie sie auf der Bildfläche erschienen, verschwanden sie auch wieder – sei es dass sie im Rahmen von Kampfhandlungen aufgerieben oder einfach nur als nicht mehr benötigt aufgelöst wurden.

Fahnen Im frühen 17. Jahrhundert verfügte jede der sechzehn Kompanien des Regiments über eine eigene (jedoch für alle gleiche) sogenannte Ordonnanzfahne, die 1. Kompanie führte zusätzlich die Leibfahne des Oberstinhabers, die in der Regel aus dem weißen Kreuz auf weißem [sic] Grund bestand. (Die Konturen des Kreuzes waren jedoch in dunklerem Farbton abgestickt.) Wegen der Unübersichtlichkeit, bedingt durch die unzähligen Fahnen bei zum Beispiel einer Gefechtsformation, sah man sich gezwungen die Anzahl der Ordonnanzfahnen im Laufe der Zeit auf eine je Bataillon zu reduzieren.

Die Ordonnanzfahnen der allermeisten Regimenter waren, wie die Uniformen, von billigster Ausführung und bestanden als reine Erkennungszeichen lediglich aus farbigen Stoffteilen, die in Form geometrischer Figuren zusammengenäht waren.

Bedingt durch die damals übliche Praxis, die meisten der Regimenter nach dem jeweiligen Inhaber (Colonel)Das bezieht sich nicht zwingend auf den Rang als solchen. zu benennen ergibt sich die Situation, dass zum Beispiel das Régiment d’Aunis (das zweimal hintereinander existierte) insgesamt bis zum Jahre 1791 zehnmal den Namen wechselte. Aus Kostengründen (so z. B. sah der neue Regimentsinhaber keine Notwendigkeit, auf seine Kosten eine neue Fahne anfertigen zu lassen) wurde die Ordonnanzfahne des Regiments nach dem Inhaberwechsel beibehalten, sodass in der Gesamtheit die gleiche Fahne mehreren (nur dem Namen nach) unterschiedlichen Regimentern zugeteilt war. Einige Verbände trugen nicht den Namen des Colonel, sondern von Provinzen oder Flüssen, diese änderten die Namen seltener als die anderen und führten ihn meist bis zum Ende der königlichen Armee im Jahre 1791 (zum Beispiel Régiment de Champagne, Régiment d’Artois.)

Lediglich bei den sogenannten königlichen Regimentern (Royal-Bourgogne, Royal-Comtois, Royal-Infanterie usw.) befanden sich die Lilien auf der Fahne und nur ganz wenige Regimenter führten sehr dekorative Fahnen, wie das Régiment du Dauphin oder das Régiment Colonel-Général – oder auch die ausländischen (Fremden-)Regimenter, die alle über eine ansehnliche Fahne verfügten.

Ab 1690 wurden per königlichem Dekret die weißen Fahnenbänder und die Fahnenspitzen mit der Lilie (letztere in verschiedenen Ausführungen – aus Blech gestanzt oder aufwendig gegossen und versilbert oder vergoldet – je nach Lust und finanziellen Möglichkeiten des Regimentsinhabers) eingeführt. Regimenter, die sich der Feigheit schuldig gemacht hatten, konnten die Fahnenbänder entzogen werden.

Uniformen Da es aus Platzgründen nicht möglich ist, alle Uniformvarianten hier aufzuführen, siehe →

Im Jahre 1762 wurde mit dem sog. „Choiseul-Erlass“ jedem Regiment eine Nummer in der Rangfolge zugeteilt. (Die Rangfolge in der Nummerierung stellte den gesellschaftlichen Rang des Verbandes dar und war heiß umkämpft.) Diese Nummer war auf den Knöpfen der Uniform angebracht. An der Praxis der Namensgebung änderte das jedoch nichts. Erst 1791 schaffte man die bisherige Vorgehensweise ab, die Verbände erhielten nunmehr nur noch eine Nummer zugewiesen. (Zum Beispiel wurde aus dem Regiment mit dem zuletzt geführten Namen Régiment de Chartres nunmehr das 90ème régiment d’infanterie de ligne) Allerdings hielt man sich hier nicht immer an die bereits vergebene Nummer. Das Königs-Infanterie-Regiment (Régiment du Roi) verlor die bisherige Stammnummer 23 und wurde ganz an den Schluss an die 105. Stelle gesetzt.

Unklar ist die Situation bezüglich der Uniform der Regimenter die 1762 aufgelöst oder in ein anderes Regiment eingegliedert wurden. Ob die vorgesehene Neuausstattung in diesem Jahr tatsächlich noch stattgefunden hat, lässt sich nicht mehr feststellen. Andererseits waren die Uniformen und Effekten im damaligen Frankreich von allerbilligster Qualität, sodass die Neuuniformierung eines kompletten Regiments finanziell nicht allzu hoch anzusetzen war.

Die Unterscheidungsmerkmale der einzelnen Regimenter ergeben sich in der Hauptsache an den Farbunterschieden der Rabatten und Ärmelaufschläge, sowie der Knöpfe. Weiterhin konnte man die Verbände an der Form der Schoßtaschenpatten und der Anordnung und Anzahl der Knöpfe auf diesen und den Brustrabatten erkennen. Die Farbe der Uniform spielte hierbei eine nur untergeordnete Rolle, da die meisten der (französischstämmigen) Regimenter ohnehin eine weiße (ungefärbter Stoff war am billigsten) Uniform trugen.

Mit dem Erlass von 1775 wich man von der bisherigen Praxis ab und versuchte die bewährten Unterscheidungsmerkmale durch Farbengebung zu ersetzen. (Die Taschenklappen wurden einheitlich ohne Knöpfe ausgeführt, die Rabatten erhielten ebenso einheitlich sieben Knöpfe.) War dieses System schon schwer zu durchschauen, so geriet es mit der Heeresvermehrung und dem Erlass von 1776 völlig außer Kontrolle. Da naturgemäß nur eine beschränkte Anzahl von Farben zur Verfügung stand, begann man fiktive Farben wie Leinengrau, Eisengrau oder Braungelb zu verwenden. Da durch dieses System kein befriedigendes Ergebnis erzielt werden konnte, führte man 1779 eine Radikalkur durch und baute von da an die Regimentskennung nach einem logischen System auf. Hier kehrte man zu den unterschiedlichen Taschenklappen zurück und verwendete zur Unterscheidung erstmals explizit die Ärmelaufschläge.

Die „Decrets d’application“ schrieben erstmals im März 1729 Schnitt und Farbe der Uniformen vor, ohne dass nachhaltig auf die Umsetzung dieser Vorschrift geachtet wurde.

Für die Zeit vor 1720 gibt es keine Übersicht über eine Uniformierung, da jeder Regimentsinhaber in der Regel vom König ein Salär zugewiesen bekam, um sein Regiment auszurüsten und einzukleiden. Für viele war die Verlockung zu groß, sie zweigten einen Teil dieses Geldes für sich selbst ab, weswegen die Truppe bezüglich Qualität und Einheitlichkeit oftmals zu kurz kam.

Es folgten die Erlasse von 1734, vom 20. April 1736, von 1757, 1762, 1767, 1776, 1779 und der letzte der königlichen Armee vom Oktober 1786. Dieser Erlass galt im Großen und Ganzen bis zum Jahre 1815.

Die angegebenen Jahreszahlen auf den Uniformtafeln beziehen sich nur auf das in dem betreffenden Jahr getragene Uniformmuster bzw. auf das Jahr des Trageerlasses (Decret d’application) und hat mit der Existenz des Regiments nichts zu tun. Über eine große Anzahl von Regimentern, insbesondere alle vor 1720 aufgestellten, liegen keine Angaben über eine Uniformierung mehr vor.Die Konturen wurden der besseren Kenntlichmachung im dunkleren Ton nachgezeichnet. Es handelte sich mit ganz wenigen Ausnahmen nicht um eine Paspelierung.

Gardestatus Obwohl zwei Regimentern das Attribut Garde zugewiesen war (Gardes-Lorraines und Gardes de Navarre – bzw. Gardes du Roi de Navarre) handelte es sich lediglich um Linien-Regimenter. Die Garden in Frankreich finden sich unter Königliche Haustruppen (Maison Militaire du Roi). Einen etwas höheren Stellenwert beanspruchten die sog. Königlichen Regimenter, zum Beispiel „du Roi“, „Royal“ oder „de La Couronne“, sowie die prinzlichen Regimenter zum Beispiel „de La Reine“ oder auch „de Monsieur“ („Monsieur“ war der offizielle Titel des ältesten Bruders des Königs) respektive die Regimenter, denen die Bezeichnung „Royal“ vorangesetzt war. Letztere führten die Lilien in der Fahne.

Ausländische Regimenter Ebenfalls nicht hier aufgeführt sind die im Ausland angeworbenen und im französischen Dienst stehenden Regimenter, die sog. Fremdenregimenter (l'Infanterie Etrangère de Ligne); hauptsächlich aus der Schweiz, Deutschland, Irland und Wallonien sowie anderweitigen Ländern, aus denen aber nur kleiner Kontingente verpflichtet waren. Die Regimenter aus Schweden und Polen wurden allgemein als deutsche Regimenter bezeichnet, während die schottischen Verbände unter Irland eingereiht waren.

Sie finden sich unter: Liste der königlich französischen Fremdenregimenter

A

I. II. III.Régiment d'Agenois 112e RI In Dienst: 1692 – Eingegliedert 1749 in: Rég de BerryRégiment d'Agénois 14e RI In Dienst: 1776 aus Teilen des 2. und 4. Bataillons des Rég de Béarn – wurde 1791 zu: 16ème régiment d’infanterie de ligneRégiment d'Aunis In Dienst: 1684 – Eingegliedert 1749 in: Rég de Languedoc

I. II. III.Régiment d'Albigeois In Dienst: 1692 – Aufgelöst: 1704Régiment d'Angoulême In Dienst: 1689 – Aufgelöst 1699Régiment d'Angoumois In Dienst: 1684 – wurde 1791 zu: 80ème régiment d’infanterie de ligne

I. II. III.Régiment d'Albaret In Dienst: 1702 – Aufgelöst: 1704Régiment d'Auxerrois In Dienst: 1692 – Eingegliedert 1749 in: Rég de FlandreRégiment d'Auxerrois In Dienst: 1776 – aufgestellt aus dem 2. und 4. Bataillon des Rég de La Marine – wurde 1791 zu: 12ème régiment d’infanterie de ligne

I. II. III.Régiment d'Albret In Dienst: 1674 – wurde 1679 zu: Rég de Clérambaut Régiment de Clérambaut – wurde 1697 zu: Rég de Mirambeau Régiment de Mirambeau – wurde 1711 zu? Régiment de? – wurde 1734 zu: Rég de Durfort-Duras Régiment de Durfort-Duras – wurde 1743 zu: Rég de Brissac Régiment de Brissac – wurde 1749 zu Rég de Cossé-Brissac Régiment de Cossé-Brissac – wurde 1759 zu: Rég de Lemps Régiment de Lemps – wurde 1761 zu: Rég de Puységur Régiment de Puységur – wurde 1762 zu: Rég de Vivarais Régiment de Vivarais – wurde 1791 zu: 71ème régiment d’infanterie de ligneRégiment d'Armagnac In Dienst: 1776 – Aufgestellt aus Rég de Navarre – wurde 1791 zu: 6ème régiment d’infanterie de ligneRégiment d'Anjou In Dienst: 1776 aus 2. und 4. Bataillon des Rég d'Aquitaine – wurde 1791 zu: 36ème régiment d’infanterie de ligne

I. II. III.Régiment d'Aumont-Mazarin In Dienst: 1758 – Aufgelöst: 1763Régiment d'Arpajon In Dienst 1621- wurde 1659 zu Régiment Royal Régiment Royal wurde 1791 zu 23ème régiment d’infanterie de ligne

B

I. II. III.Régiment de Balagny de Montluc In Dienst: 1597 – wurde 1661 zu: Rég de Rambures Régiment de Rambures – wurde 1676 zu: Rég de Feuquières Régiment de Feuquières – wurde 1700 zu: Rég de Leuville Régiment de Leuville – wurde 1718 zu: Rég de Richelieu Régiment de Richelieu – wurde 1738 zu: Rég de Rohan Régiment de Rohan – wurde 1746 zu: Rég de La Tour du Pin Régiment de La Tour du Pin – wurde 1761 zu: Rég de Boisgelin Régiment de Boisgelin – wurde 1763 zu: Rég de Béarn Régiment de Béarn – wurde 1791 zu: 15ème régiment d’infanterie de ligneRégiment de Brissac In Dienst: 1569 – wurde 1585 zu: Rég de Piémont Régiment de Piémont – wurde 1791 zu: 3ème régiment d’infanterie de ligneRégiment de Barrois In Dienst: 1692 – wurde 1713 zu: Rég de Conti Régiment de Conti – wurde 1776 zu: Rég de Barrois Régiment de Barrois – wurde 1791 zu: 91ème régiment d’infanterie de ligne

I. II. III.Régiment de Bassigny In Dienst: 1684 – Eingegliedert 1749 in: Rég de Royal-ComtoisRégiment de Bassigny In Dienst: 1776 – Aufgestellt aus: Rég d'Aunis wurde 1791 zu: 32ème régiment d’infanterie de ligneRégiment de Béarn In Dienst: 1684 – Eingegliedert 1762 in Rég de Bourbonnais

I. II. III.Régiment de Beauce