Das Micky Maus-Magazin ist eine Comic-Zeitschrift, die seit 1951 im Ehapa-Verlag erscheint und Comics aus der Disney-Produktion enthält, vor allem mit den Figuren Donald Duck, Micky Maus und anderen Bewohnern von Entenhausen. Seit Ausgabe 18/1993 trägt das Heft den Untertitel Magazin.
Trotz des Titels nahmen die Geschichten um Donald Duck von Anfang an mehr Seiten ein als die der titelgebenden Maus. Übersetzt wurden die Geschichten von Erika Fuchs, die bis 1988 Chefredakteurin der Micky Maus war. Fuchs prägte Aussprüche wie „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ und machte den sogenannten Inflektiv („schepper“, „klirr“, „ächz“) populär.
Erscheinungsweise
Die Reihe erschien anfangs monatlich. Bis 1955 wurden die Reihen unregelmäßig um Micky Maus Sonderhefte ergänzt, bis diese später ebenfalls monatlich erschienen. 1956 wurde die Erscheinungsweise auf zweiwöchentlich erhöht; die Sonderhefte wurden eingestellt. Längere Geschichten, die bisher für die Sonderhefte vorgesehen waren, erscheinen seitdem als Fortsetzungsgeschichten über mehrere Ausgaben verteilt. Mit der Ausgabe 26 im Jahr 1957 wurde auf eine wöchentliche Erscheinungsweise umgestellt. Im Laufe der Jahrzehnte wurde jedoch der Wochentag, an dem die Zeitschrift herausgegeben wird, mehrfach geändert. Seit dem 11. September 2009 ist der Erscheinungstag ein Freitag. Am 4. Januar 2013 erschien zum ersten Mal ein Heft erst nach zwei Wochen, was seither mehrmals im Jahr der Fall war. Am 1. April 2016 (mit der Nummer 14/2016) begann eine regelmäßige Erscheinungsweise von dreimal in vier Wochen, das heißt, jede vierte Woche wird ausgelassen, die davor erscheinende Nummer jedoch als Doppelnummer gezählt. Seit Heft 35/2017 (25. August 2017) erscheint die Zeitschrift regelmäßig alle zwei Wochen.
Jahr(e) Anzahl der Ausgaben Erscheinungsweise 1951 4 monatlich (meist letzter Mittwoch im Monat) 1952–1955 12 1956 26 zweimal monatlich (Januar 1956), zweiwöchentlich (ab 8. Februar 1956) 1957 28 wöchentlich (ab Nr. 25/1957), samstags 1958 51 1959–2011 52–53 ab Nr. 53/1977 freitagsAnkündigung in Micky Maus 51/1977, Seite 42, ab Nr. 6/1984 samstags, ab Nr. 37/1986 donnerstags, ab Nr. 3/1988 mittwochs, ab Nr. 9/1988 donnerstags, ab Nr. 4/2003 dienstags, ab Nr. 2/2008 montags, seit Nr. 38/2009 freitags53 Ausgaben erschienen in den Jahren 1961, 1966, 1972, 1977, 1981, 1987, 1992, 1997, 2003, 2007 und 2010. 2012–2013 51Mit Pausen am 28. Dezember 2012 und 27. Dezember 2013. 2014 49Ausgaben 16/17 und 25/26 erschienen als Doppelnummern, weshalb die offizielle Zählung bis 51/2014 reicht. Ebenso erschienen 2015 die Ausgaben 14/15 und 52/53 als Doppelnummern. 2015 51 2016 40Doppelnummer 2/3, danach ab Nr. 12/13 bis 48–49 jede dritte Ausgabe sowie Nr. 51/52 jeweils Doppelnummern. Somit kommt bei offiziell 52 Nummern in diesem Jahr die Zahl von 40 Ausgaben zustande. 2017 35Von Nr. 3/4 bis 31/32 war jede dritte Ausgabe eine Doppelnummer. Ab Nr. 35/2017 erschien das Heft zweiwöchentlich, die Zählung mit Doppelnummern wurde abgeschafft. seit 2018 26
Titel Anders als in den meisten nicht-deutschsprachigen Ländern ist nicht Donald Duck die Titelfigur der Disney-Heftreihe, sondern Micky Maus, obwohl diese nur einen geringen Teil der Seiten einnimmt. Dies lag daran, dass Micky 1951 in deutschsprachigen Ländern wesentlich bekannter war.
Obwohl Micky-Maus-Filme in Deutschland schon ab 1930 erfolgreich liefen, wurde bis Kriegsende nur ein einziger Trickfilm mit Donald in einer Nebenrolle aufgeführt, da Disney 1935 den Export weiterer Trickfilme in das Deutsche Reich stoppte.
Vorgänger des deutschsprachigen Magazins in Europa waren die Disneyzeitschriften Topolino (ab 1932) in Italien, das in Frankreich ab 1934 erschienene Le Journal de Mickey (JDM) und das britische Mickey Mouse Weekly (MMW) ab 8. Februar 1936.Horst Schröder (Hrsg.): Walt Disney: Ich, Goofy. Die Geschichten. Hrsg., übersetzt und mit einem Vorwort versehen. Melzer Verlag, 1975, S. 112.
„Micky Maus Sonderhefte“ Es handelt sich hierbei um Einzelhefte, die nur im Namen den Wortlaut „Micky Maus“ bzw. „Micky Maus Sonderhefte“ führen. Man kann hierbei also von einer eigenen Heftserie sprechen. Die Idee wurde ab 1967 als Heftserie MickyvisionListe der Micky Vision Hefte weitergeführt. Es erschienen danach nur noch wenige Sonderhefte.Liste der Micky Maus Sonderhefte Ein Großteil dieser Sonderausgaben erfuhr in späteren Jahren eine Wiederveröffentlichung. Diese Hefte sind im Original sehr begehrte Sammelobjekte und sollten nicht mit den Nachdrucken verwechselt werden:Liste der Micky Maus SonderhefteListe der Micky Maus Sonderhefte 1951–12: Cinderella (Dan Gormley) 1952–12: Alice im Wunderland (Riley Thompson, Bob Grant) 1953–04: Micky Maus – Im Land der Riesen (Harvey Eisenberg) 1953–06: Donald auf Nordpolfahrt (Carl Barks) 1953–06: Micky Maus, das große Feriensonderheft (Harvey Eisenberg u. a.) 1953–08: Micky’s Gast aus Afrika (Floyd Gottfredson) 1953–10: Peter Pan (Al Hubbard) 1953–11: Weihnachtssonderheft (Carl Barks) 1953–12: Donald Duck und Peter Pan (Dick Moores, Jack Bradbury) 1954–01: Dagobert Duck der „arme alte Mann“ (Carl Barks) 1954–02: Peter Pan und Käpt’n Huck (Bob Grant) 1954–03: Klein-Adlerauge (Lee Hooper, Harvey Eisenberg) 1954–03: Das Schwert und die Rose 1954–04: Goofy der Meistersheriff (Al Hubbard) 1954–05: Der kleine Böse Wolf (Harvey Eisenberg) 1954–06: Das große Ferien-Sonderheft (Harvey Eisenberg, Dick Moores u. a.) 1954–07: Familie Duck auf Ferienfahrt (Carl Barks) 1954–08: Micky Maus – Goofy und das Wunderauto (Dick Moores) 1954–10: Donald Duck und der goldene Helm (Carl Barks) 1954–11: Micky Maus – Abenteuer aus der Doppelkreuzfarm (Paul Murry) 1954–11: Weihnachts-Sonderheft (John Morin Bradbury, Paul Murry, Al Hubbard) 1954–12: Weihnachten für Kummersdorf (Carl Barks) 1955–01: Micky und Goofy in Afrika (Riley Thompson) 1955–02: Donald Duck – Der Schlangenbeschwörer (Frank McSavage, Carl Barks) 1955–03: Dagobert Ducks 13 Trillionen (Carl Barks) 1955–04: Pluto (Paul Murry, Tony Strobl) 1955–05: Kater Karlo (Al Hubbard, Paul Murry u. a.) 1955–06: Das große Ferien-Sonderheft (Phil De Lara, Paul Murry) 1955–07: Donald Duck im Moorbad (Dick Moores, John Morin Bradbury) 1955–08: Donald Duck in Honolulu (Tony Strobl, Phil De Lara) 1955–09: Micky Maus im Wilden Westen (Tony Strobl, Phil De Lara, Paul Murry) 1955–10: Dagobert Duck (Carl Barks) 1955–11: Weihnachtssonderheft (Tony Strobl, Frank McSavage) 1955–12: Donald Duck und die Weihnachtsbäume (Dick Moores, John Morin Bradbury u. a.)
Redaktioneller Teil In den Ausgaben 1/1956 bis 1/1976 befand sich auf den Mittelseiten der Micky Maus ein redaktioneller Teil, anfangs als MMK Nachrichten (MMK = Micky-Maus-Klub), später MMK Zeitung und MMK Magazin. Aufgrund der Ergebnisse einer Leserbefragung 1975 wurde der redaktionelle Teil nach 993 Heften wieder aus dem Heft genommen. Das letzte MMK Magazin in Ausgabe 1/1976 trug allerdings die Nummer 995, weil 1961 versehentlich die Nummern 216 und 217 übersprungen wurden.
Seit der Ausgabe 15/1990 enthält wieder jede Ausgabe einen (allerdings über das ganze Heft verteilten) redaktionellen Teil, bestehend unter anderem aus Witzen, TV-Programmhinweisen und werbenden Hinweisen auf andere Disney-Medien.
Mit dem Heft 7/1995 wurde die Rubrik „SPASS TV“ mit ausgewählten Programmempfehlungen auf 10 Seiten quasi als eingearbeitete TV-Zeitschrift eingeführt. Nachdem diese Rubrik in späteren Ausgaben zwischenzeitlich sogar 12 Seiten umfasste, wurde sie dann aber schrittweise auf 6 Seiten reduziert. Ab der Ausgabe 1/1997 hatte die Rubrik „SPASS TV“ nur noch zwei Seiten, bis sie nach dem Heft 9/1998 schließlich ganz aufgegeben wurde.
Mit Beginn der 2000er-Jahre wurden in Kooperation mit dem Tessloff Verlag in loser Folge jeweils auf einer Doppelseite Themen aus der Sachbuchreihe Was ist was vorgestellt.
In der „Maus-Box“ werden ausgewählte Zeichnungen von Kindern, Leserbriefe von Fans sowie der „Fan der Woche“ mitsamt Foto abgebildet. Mit MM 5/2014 wurde der Umfang von zwei Seiten auf eine Seite verringert. Das „Bild der Woche“ und der „Fan der Woche“ wechseln sich seither ab.Duckipedia-Artikel über das Micky Maus Magazin, abgerufen am 13. Oktober 2018.
Im Sommer 2008 berichtete stern.de über den wiederholten Abdruck von „Altherrenwitzen“, in denen überkommene Geschlechterrollen-Klischees transportiert würden, und zitierte dazu eine kritische Stellungnahme der Bremer Landesfrauenbeauftragten Ulrike Hauffe.Eckhard Stengel: Mickys Altherrenwitze. stern.de, 24. Juli 2008 (abgerufen am 31. August 2008) Die Witzeseite befand sich zu jener Zeit stets auf der letzten Seite.
„Spezial“: Die Inhalte dieser Rubrik sind sehr unterschiedlich – Wettbewerbe, Preisausschreiben, Aktionen, aber auch Gastauftritte von Prominenten oder Fernsehmoderatoren können dazugehören.
In „Verrückte Welt“ wurden skurrile Nachrichten und Rekorde veröffentlicht, zu denen meist Witzzeichnungen abgebildet wurden. Mit Heft 29/2016 wurde diese Rubrik eingestellt.
Die Seite „Maus Mix“ war nach dem Inhaltsverzeichnis platziert. Dort waren Fotos sowie Zeichnungen aus früheren Folgen von „Verrückten Welt“ mit neuen Kommentaren versehen. Es gab einen Wetterfrosch und verschiedene Spruch-Serien, u. a. Der gute Franz mit Bauernregeln, Gundels Glaskugel mit Scherzhoroskopen und Torte der Woche. Maus Mix löste die frühere Seite Comedy ab. Seit 2014 wird diese Seite nicht fortgeführt.
Ab Februar 2015 (MM 06/15) gab es eine Genial-Rubrik, die im Sommer 2016 mit MM 28/29/2016 zu W.O.W. umbenannt wurde, diese Rubrik wurde dann ab der Ausgabe 01/2018 eingestellt. Übrig bleiben bis heute nur W.T.T. (Witze, Tipps und Tricks) sowie die Witzeseite.
Mit den „Maus Tipps“ erschien bis 2017 eine Rubrik, die Vorschläge zu aktuellen Ereignissen, Freizeitgestaltung, (Online)-Spielen, Kinofilmen etc. enthielt. Später wurde sie umgestaltet, sie enthielt nun ein Rätsel und Werbung.
Mit „Aktuell“ erschien bis einschließlich Ausgabe 27/2016 eine Rubrik, die aktuell sich ereignende Ereignisse oder Neuigkeiten aufgriff (wichtiges Fußballspiel, Filme, Fernsehserien, sonstige Ereignisse wie Feste etc.).
Bis MM 28/29/2016 erschien eine Rätselabteilung.
Von 2014 bis 2017 erschien unter dem Namen Disney Channel eine Rubrik, die Höhepunkte des TV-Programms des Disney Channels abbildete. Sie wurde im Laufe der Zeit von zwei Seiten auf den Umfang von einer Seite verkürzt.
Enten-Kurier: Auf der letzten Seite des Micky Maus Magazins befindet sich (per 2018) der Enten-Kurier, ein (fiktives) Boulevardblatt, das über neuste Begebenheiten und Trends in und um Entenhausen herum berichtet. Dussel hat dort eine Kolumne namens Dussel denkt mit!, wo er – nicht ganz ernst gemeinte – Tipps, die wie Kalauer anmuten, veröffentlicht, z. B. „Was tun, wenn Dir der Schüttelfrost in die Glieder fährt? - Ihm den Führerschein wegnehmen!“MM 39/17, Enten-Kurier. oder „Was tun, wenn jemand verboten gut aussieht? - Die Polizei rufen!“MM 03/18, Enten-Kurier.. Zudem gibt es ein Zitat der Woche, früher gab es auch ein „Entoskop“ (Abwandlung von „Horoskop“). Auch humorvolle Anzeigen wie Werbung für Urlaub auf „Knallorca“, „Los Enteles“, „Tahihi“ und „Weitfortistan“ oder Annoncen der Panzerknacker mit der Chiffre ihrer Häftlingsnummern oder von Gundel Gaukeley gehören dazu. Teilweise wird der Enten-Kurier durch Werbung, den Enten-Kicker (fiktive Fußballzeitschrift zu Fußball-Weltmeisterschaften- oder Europameisterschaften) oder durch sonstige Dinge ersetzt.
Besonderheiten
In Enten-Kurier 94 (MM 7/2012) spielte man mit der Schlagzeile „Maulkorb für die Maus – Hundepräsident Wuff versucht Berichte zu verhindern“ auf die Affäre um den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff an, der Bild-Chefreporter Kai Diekmann anrief und ihm drohte, sollte er über den Vorwurf der Vorteilsnahme gegen Wulff berichten.
In den Enten-Kurieren 245-248 (MM-M 28–31/2015) fand sich ein Kreuzworträtsel und eine Postkarte zum Ausschneiden, passend zum Thema Sommer.