Granzin ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Eldenburg Lübz mit Sitz in der Stadt Lübz verwaltet.

Geografie und Verkehr Die Gemeinde liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich von Parchim und zirka acht Kilometer nordwestlich von Lübz. Größere Gemeindeteile, vor allem im Westen, sind flach und sumpfig. So gibt an der Gemeindegrenze zu Obere Warnow und Rom das zum Naturschutzgebiet Großes Moor bei Darze gehörende Granziner Torfmoor. Hier entspringt der kleine Fluss Wocker. Größtes Fließgewässer der Gemeinde ist jedoch der Rote Bach. Höchste Erhebung im Gemeindegebiet dürfte der Knaaksberg mit im Norden sein.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Bahlenrade, Beckendorf, Granzin, Greven und Lindenbeck.§ 2 der (PDF; 148 kB) der Gemeinde

Geschichte Die erste Erwähnung des heutigen Dorfes Granzin findet sich auf einer Urkunde vom 3. November 1235. In dieser Urkunde verlieh Bischof Brunward von Schwerin dem Zisterzienser-Nonnenkloster Rühn bei Bützow den Zehnten von Bauernstellen im Ort Granzin. Aus den folgenden Jahrzehnten sind weitere Urkunden bekannt, die unter anderem von Grenzstreitigkeiten Verpfändungen und Verkäufen berichten.

miniatur|links|Dorfkirche in Granzin Der erste Kirchenbau in Granzin wurde wahrscheinlich vor 1277 errichtet, aber um 1360 wieder abgerissen. Die heutige Kirche ist von 1861 bis 1864 nach Entwürfen des Landesbaumeisters Theodor Krüger im neugotischen Stil erbaut worden. Sie wurde am 6. November 1864 eingeweiht. Das Geläut besteht aus zwei Glocken, die bereits in älteren Kirchenbauten Granzins ihren Dienst taten. Die große Glocke mit einem Durchmesser von 101 cm wurde 1486 in Wismar oder Rostock gegossen. Die kleinere Glocke mit 86 cm Durchmesser ist 1755 in Rostock umgegossen worden.

Schule auf dem Land in Mecklenburg wurde erst nach der Reformation eingeführt. In der Schule unterrichtete der Küster. Eine Küsterstelle in Granzin gab es nachweislich bereits im Jahr 1586. Das Ende für die Schule Granzin kam 1975, als in Lübz moderne Zentralschulen fertiggestellt waren.

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden auf den Gemarkungen des Dorfes einige kulturhistorisch wertvolle Funde aus vorgeschichtlicher Zeit gemacht. Einige sind in Schweriner Museen zu besichtigen.Dorfgeschichten des Dorfes Granzin; Schrift zur 750 Jahrfeier 1985, Autoren nicht genannt

Die Geschichte von Greven ist eng mit dem preußischen Oberst Helmuth von Plessen verbunden, der im Jahre 1734 hier Güter kaufte und Bauern ansiedelte und zur Koppelwirtschaft überging.

Am 1. Januar 1951 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Lindenbeck eingegliedert.

Im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ konnte Granzin 1994 eine Bronzemedaille erringen.

Im Juli 2026 musste der Ort Granzin wegen eines Großbrands im Müritz-Nationalpark evakuiert werden.Großbrand in Mecklenburg-Vorpommern – explodierende Munition behindert Löscharbeiten, Spiegel online, 15. Juli 2026.

Politik Gemeindevertretung und Bürgermeister Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeisterin) aus 6 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende ErgebnisseGemeindevertreterwahl Amt Eldenburg Lübz Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (ZKO):

Partei/Bewerber Prozent Sitze Die Linke30,692 CDU24,231 Einzelbewerberin Wegener19,651 Einzelbewerberin Greve16,691 Einzelbewerber Buchholz8,751

Bürgermeisterin der Gemeinde ist Christine Greve, sie wurde mit 66,80 % der Stimmen gewählt.Bürgermeisterwahl Amt Eldenburg Lübz, Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO)

Wappen

Flagge Die Gemeinde verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge. (PDF; 148 kB).

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE GRANZIN“.

Sehenswürdigkeiten miniatur|Dorfkirche in Greven

Gutshaus Greven Dorfkirche Granzin Dorfkirche Greven

Persönlichkeiten Magnus Knebusch (1874–1937), Gutsherr auf Lindenbeck und Greven, Politiker (DNVP) Günther Hecht (1937–2020), Physiker, Rektor der Technischen Universität Chemnitz

Weblinks

Amt Eldenburg Lübz

Einzelnachweise

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