Hietzing ist der 13. Wiener Gemeindebezirk. Traditionell ist er in sechs Bezirksteile gegliedert, die den früheren Dörfern entsprechen: Hietzing (auch Alt-Hietzing) im Nordosten, Unter-St.-Veit im Norden, Ober-St.-Veit im Nordwesten, Hacking im Westen, Lainz (geografisches Zentrum) und Speising im Süden. Bis 1938 gehörten auch die ehemalige Dörfer Penzing, Breitensee, Baumgarten und Hütteldorf dazu. Außerdem gab es den politischen Bezirk Hietzing-Umgebung, der große Teile des westlichen Wienerwaldes (bis Kirchstetten) und stadtnahe Teile des Südens (Kaltenleutgeben bis Vösendorf) umfasste.

Zum Bezirk gehören auch Teile des Wienerwaldes und der große Schlosspark von Schönbrunn, der stadtwärts (östlich) an Hietzing anschließt. Die Sommerresidenz der Habsburger führte bis 1900 zur Ansiedlung vieler Adeliger und hoher Beamter, daher gelten Alt-Hietzing, Lainz, Unter-St.-Veit und Ober-St.-Veit bis heute als vornehme Wohngebiete. Im Süden entstanden in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg auf ehemals bewaldetem Gebiet neue Siedlungen wie die Siedlung Auhofer Trennstück und die Friedensstadt.

Geografie mini|hochkant=1.7|Das 1912/1913 erbaute Amtshaus, seit 1938 für den 13. und 14. Bezirk, am Hietzinger Kai. Zwischen diesem und dem Wienfluss verläuft die U-Bahn-Linie U4 im offenen Einschnitt. Durch seine Lage im Westen Wiens befindet sich Hietzing landschaftlich und klimatisch im Übergangsbereich zwischen den Alpen und dem Wiener Becken. Mit einer Fläche von 37,69 km² ist es der drittgrößte Wiener Gemeindebezirk. Hietzing nimmt 9,2 % der Fläche Wiens ein. Der Bezirk, der im Norden an den Wienfluss grenzt, verfügt über große Naturschutzgebiete. Im Westen liegt ein 22,6 km² großer Anteil am Schutzgebiet Lainzer Tiergarten (Wienerwald). Das öffentlich zugängliche, aber ummauerte Areal nimmt rund 60 % der Bezirksfläche ein und umfasst zahlreiche Berge und einige Wienerwaldbäche, die in die Wien oder die Liesing münden.

Neben dem Lainzer Tiergarten entfallen weitere 9,6 % der Bezirksfläche auf das Landschaftsschutzgebiet Hietzing (Teile des Schönbrunner Schlossparks und das geschützte Biotop Fasangarten). Mit einem Grünraumanteil von insgesamt rund 72 % der Bezirksfläche ist Hietzing der „grünste“ Bezirk Wiens. Die Siedlungen konzentrieren sich vor allem im östlichen Gebiet um die alten sechs Ortskerne.

Nachbarbezirke und Nachbargemeinden Die nördliche Bezirksgrenze von Hietzing zu Penzing (14. Bezirk) verläuft seit 1938 im Wesentlichen entlang des rechten Ufers der Wien. Nur ein kleines Gebiet Penzings nordwestlich von Hietzing (Weidlingau und Auhof) sowie ein Gebietsstreifen um den Nikolaisteg liegen südlich der Wien auf der gleichen Seite wie der 13. Bezirk. Im Nordosten grenzt Hietzing, an der Wien, auch an den 15. Bezirk, Rudolfsheim-Fünfhaus (entlang des Auer-Welsbach-Parks). Die östliche Bezirksgrenze trennt Hietzing und den Schönbrunner Schlosspark vom 12. Bezirk (Meidling) entlang der Linie Grünbergstraße – Gaßmannstraße – Am Fasangarten – Elisabethallee – Klimtgasse – Hetzendorfer Straße – Atzgersdorfer Straße.

Am Rosenhügel beginnt die südliche Grenze zum 23. Bezirk (Liesing); sie verläuft die Atzgersdorfer Straße entlang, um den Rosenhügel (Wasserbehälter der 1. Hochquellenwasserleitung, Neurologisches Zentrum Rosenhügel) zur Speisinger Straße (vom Rosenhügel bis dorthin bis 1938 Stadtgrenze). Von dort verlief die Stadtgrenze bis 1938 durch die Linienamtsgasse, die Friedensstadt und den Hörndlwald außerhalb Wiens lassend, zur östlichen Mauer des Lainzer Tiergartens und diese nordwärts zum Wiental. Seit 1938 gehören Friedensstadt und Hörndlwald ebenso wie die Siedlung Auhofer Trennstück und andere Siedlungen im Süden bis zur Wittgensteinstraße und zur östlichen Tiergartenmauer zum 13. Bezirk, seit 1956 auch der Tiergarten selbst, dessen westliche Mauer nun größtenteils die Bezirks- und Stadtgrenze bildet. Im Südwesten und Westen grenzt Hietzing an Niederösterreich. Angrenzende Gemeinden sind seit 1954 Breitenfurt bei Wien, Laab im Walde und Purkersdorf.

Berge mini|hochkant=1.7|„Wiener Blick“ im Lainzer Tiergarten mini|hochkant=1.7|Blick vom Nordhang des Roten Berges in Richtung Penzing mini|hochkant=1.7|Penzinger Wiese im Lainzer Tiergarten Der Lainzer Tiergarten besitzt mit einer unbenannten Anhöhe mit 518 Meter nahe dem Dreihufeisenberg, über den die Stadtgrenze zu Laab im Walde verläuft, dem benachbarten 508 Meter hohen Kaltbründlberg mit der Hubertuswarte im Zentrum des Tiergartenareals und dem nordwestlich davon liegenden 504 Meter hohen Hornauskogel die höchsten Punkte des Bezirks.

Deutlich niedriger ist der Hagenberg mit 406 Meter, weiter südlich davon befindet sich der „Wiener Blick“, eine große Lagerwiese, an deren Osthang sich ein weiter Fernblick bis zur 60 km entfernten Slowakei und an klaren Tagen auch darüber hinaus bietet. Auch im verbauten Bezirksgebiet liegen mehrere Berge mit Höhen von 250 bis 300 Meter. Der Küniglberg wurde dabei zu einem Synonym für die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ORF, auf dem Rosenhügel befanden sich die früher bekannten Rosenhügel-Filmstudios und befindet sich ein großes Wasserreservoir, auf dem Roten Berg bestehen ein Erholungsgebiet und Fundstätten mit Feuersteinen aus der Steinzeit.

An mehreren Stellen im Westen Hietzings wurde bei Bauarbeiten unter der Erdoberfläche vulkanisches Gestein entdeckt. Die Aktivität der Vulkane wird auf ein Alter von ungefähr 12 Millionen Jahre geschätzt.Heinrich Küpper: Zur Kenntnis des Alpenabbruches am Westrand des Wiener Beckens. Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. 94. Band Teil 1, Wien 1951, S. 41–92. opac.geologie.ac.at (PDF; 3,3 MB).

Gewässer Hietzing verfügt im Lainzer Tiergarten über eine große Anzahl unverbauter Wienerwaldbäche, die überwiegend in den Wienfluss münden. Der längste Bach mit dem größten Einzugsgebiet ist der Rotwassergraben mit einer Länge von rund sieben Kilometer, der mit dem Glasgraben über einen rund drei Kilometer langen Zubringer verfügt. Westlich des Rotwassergrabens liegt der Grünauer Bach und der Grünauer Teich, mit seinem östlichen Zubringer, dem Schallautzergraben. Das wichtigste Gewässer ist der Lainzerbach. Er nimmt an der Teichwiese den Vösendorfer Graben auf und bildet dort den Hohenauer Teich. Am Lainzer Tor mündet auch der Katzengraben in den Lainzerbach. Der Lainzer Teich ist ein künstlich angelegter Teich. Ab der Ebersberggasse ist der Lainzerbach als Bachkanal ausgeführt, ursprünglich führte er über die Lainzer Straße in die Wien. Weitere kleinere Bachläufe im Osten des Lainzer Tiergartens wurden ebenfalls teilweise kanalisiert, unter ihnen der Lackenbach, der Marienbach, der Veitlissengraben, der Wlassakgraben und der Hirschenbach. Auch der Gütenbach entspringt mit seinen Zubringern in Hietzing, mündet jedoch in Liesing in die Reiche Liesing. Teile des Retentionsbecken Auhof am Wienfluss liegen ebenfalls in Hietzing.

Flächennutzung Die Baufläche von Hietzing umfasst nur 21,5 % (Wienweit 33,3 %) der Bezirksfläche, wobei dies der zweitniedrigste Wert eines Wiener Gemeindebezirks ist. Die Baufläche selbst verteilt sich zu 78,7 % auf Wohnbauflächen und 16,5 % auf Flächen, die kulturellen, religiösen, sportlichen oder öffentlichen Zwecken gewidmet sind. Dieser relativ hohe Wert steht einem für einen Wiener Gemeindebezirk sehr niedrigen Anteil an Betriebsflächen (4,3 % der Baufläche) gegenüber.

Grünflächen nehmen in Hietzing einen Anteil von 71,7 % ein. Dies ist der höchste Wert in Wien, wobei die größte Fläche vom Lainzer Tiergarten eingenommen wird. 73,4 % der Grünfläche entfallen auf Wald, weitere 15,5 % der Grünfläche sind Wiesen. 6,3 % Parkanlagen, 2,5 % Kleingärten. Landwirtschaftliche Nutzflächen (1,5 %) und Freizeitflächen (0,8 %) nehmen nur einen geringen Flächenanteil des Grüngebietes ein.

Gewässer nehmen in Hietzing eine Fläche von 0,8 % ein (Wienerwaldbäche im Lainzer Tiergarten), der Anteil der Verkehrsflächen am Bezirksgebiet ist mit 6,0 % der niedrigste Wert in Wien.

Grünflächen Neben dem Lainzer Tiergarten und dem Schlosspark von Schloss Schönbrunn gibt es einige weitere, bedeutende Grünflächen. An den Lainzer Tiergarten angrenzend befinden sich die Wiesen Matraswiese, Himmelhofwiese, Dollwiese sowie der Hörndlwald. Zudem sind auch der Küniglberg, der Rote Berg (inkl. Trazerberg und Girzenberg) sowie der Napoleonwald bedeutende Naherholungsgebiete. Die Dollwiese ist eine blaue Skipiste mit einem Zauberteppich. Auf der Himmelhofwiese hat sich eine Skisprungschanze befunden, bis sie 1980 abgebrannt ist.

+ Flächennutzung in ha 2001 Baufläche Grünfläche Gewässer Verkehrsflächen 808,94 2.703,82 29,23 227,26 Wohnbau Betriebsgebiet öffentliche Einrichtungen Landwirtschaft Parks Wälder Wiesen Kleingärten Freizeit-FlächenWienflussAndere636,5734,68133,6941,53171,431.984,2566,88418,0721,64

Der Anteil der besiedelten Fläche (Gesamtfläche ohne Wälder, Wiesen, Parks, Landwirtschaft, Gewässer) beträgt damit 1.475,94 ha.

Bezirksteile Hietzing wird seit 1938 aus den sechs bis 1890/1892 selbstständigen Gemeinden Hietzing, Unter-St.-Veit, Ober-St.-Veit, Hacking, Lainz und Speising gebildet, weiters kamen per 15. Oktober 1938 die bis dahin niederösterreichischen Siedlungen Friedensstadt, Siedlung Auhofer Trennstück und westlich benachbarte Siedlungen dazu; die Wittgensteinstraße wurde neue südliche Bezirksgrenze.Verordnung des Bürgermeisters der Stadt Wien über die Einteilung des Gebietes der Stadt Wien in Bezirke vom 15. Oktober 1938, § 1 1956 wurde der Lainzer Tiergarten mit einem kleinen Vorlandstreifen im Wiental vom 23. Bezirk zum 13. Bezirk transferiert.Art. I lit. c Bezirkseinteilungsnovelle 1955, in Kraft getreten 1. Jänner 1956, Landesgesetzblatt für Wien Nr. 21 / 1955 (S. 49)

Der Bezirk wird heute in neun Katastralgemeinden unterteilt. Sechs der Katastralgemeinden entsprechen im Wesentlichen den ehemaligen Gemeindegebieten. Rosenberg sowie Schönbrunn bilden eigene Katastralgemeinden. Hinzu kommt seit 1956 die Katastralgemeinde Auhof, die den ganzen Westen des Bezirksgebiets einnimmt und im Wesentlichen den Lainzer Tiergarten in seinem ehemaligen Umfang umfasst. Auch ein kleiner Teil der Katastralgemeinden Hütteldorf und Unterbaumgarten (14. Bezirk) liegen auf Hietzinger Gebiet.

Eine Gliederung des Bezirksgebiets besteht ferner in den Zählbezirken der amtlichen Statistik, in denen die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die elf Zählbezirke in Hietzing sind Schönbrunn, Hietzing, Auhofstraße, Ober-St.-Veit, Gemeindeberg-Jagdschloßgasse, Lainz, Maxing, Speising, Altersheim Lainz (heute: Geriatriezentrum Am Wienerwald), Lainzer Tiergarten und Friedensstadt. Trotz teilweiser Namensgleichheit stimmen die Grenzen der Zählbezirke nicht mit jenen der Katastralgemeinden überein.

Wappen rechts|140px|Bezirkswappen Hietzing Das Hietzinger Bezirkswappen besteht aus fünf Teilen: Hietzing (Mitte), Hacking (vom Betrachter aus gesehen links (heraldisch rechts) oben), Sankt Veit (rechts oben), Speising (links unten), Lainz (rechts unten). In der Baumkrone findet man die Gottesmutter mit dem Jesuskind im goldenen Strahlenkreuz, flankiert von zwei Engeln. Unter dem Baum beten vier Bauern.